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DDIV 06_2013

POLITIK & AKTUELLES 4  DDIVaktuell 06 | 13 „Die Verwaltung von Wohnanlagen stellt hohe Anforderungen“ Die Wohnungspolitik spielt im Bundestagswahlkampf eine zentrale Rolle. Nachdem wir wohnungs- politische Sprecher der Bundestagsfraktionen zu Wort kommen ließen, steht uns in dieser Ausgabe der Bundesminister für Bau und Stadtentwicklung, Dr. Peter Ramsauer, Rede und Antwort. Interview: Martin Kaßler Herr Minister, was sind die größten Heraus- forderungen für die Wohnungs- und Immo- bilienwirtschaft in den nächsten Jahren? Die Themen Wohnen und Immobilien stehen wieder verstärkt im öffentlichen Fokus – zu Recht, schließlich ist Wohnen nicht nur ein elementares Grundbedürfnis, sondern auch von großer volkswirtschaft- licher Bedeutung. Etwa die Hälfte des Pri- vatvermögens und rund 90 Prozent des Anlagevermögens unseres Landes sind in Immobilien gebunden. Mit etwa 12 Pro- zent der gesamten Bruttowertschöpfung leistet die Wohnungs- und Immobilien- wirtschaft zudem einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaftskraft unseres Landes. Klar ist: In Ballungsräumen wurde in den vergangenen Jahren zu wenig gebaut – mit den entsprechenden Folgen für An- gebot und Nachfrage. Deswegen lautet meine Devise als Bundesbauminister: Bau- en, bauen, bauen! Denn nur verstärkter Neubau kann den Markt auf Dauer ent- spannen. Inzwischen ist erfreulicherweise eine deutliche Trendwende im Wohnungs- bau erreicht: 2012 wurden in Deutschland insgesamt 176 000 Wohnungen neu ge- baut. Und wenn man die Baugenehmi- gungen als Indikator nimmt, wird diese Entwicklung weitergehen. Aber: Wir brau- chen dringend mehr Wohnungsbau gera- de auch im bezahlbaren Segment. Alles, was diesem Ziel dient, muss gemacht wer- den. Alles, was dem Ziel entgegensteht, hat zu unterbleiben. Hier stehen Kommu- nen, Länder und Bund gemeinsam in der Verantwortung. Und wir brauchen den Schulterschluss mit Unternehmen und In- vestoren. Ich möchte daher auch an dieser Stelle für ein breites Wohnungsbau-Bünd- nis werben! Darüber hinaus werden neben dem Wohnungsneubau der Klimaschutz und der demografische Wandel auch zu- künftig die zentralen Herausforderungen für Wohnungspolitik und Wohnungswirt- schaft sein. Vorausgesetzt, dass Sie nach der kommen- den Wahl weiterhin Bauminister sind, wo wird der Schwerpunkt Ihres Hauses in der nächsten Legislaturperiode liegen? Meine Vorschläge liegen bereits auf dem Tisch – mein Ziel sind Anreize für Investi- tionen in die regionalen Wohnungsmärkte: Ich mache mich vor allem für die Wieder- einführung der degressiven Abschreibung stark. Dieses Instrument würde dem Neu- bau einen kräftigen Schub geben. Auch eine kalibrierte Eigenheimzulage für Familien gehört dazu. Dann die Förderung des sozi- alen Wohnungsbaus: Ich habe mich für die Fortführung der Kompensationsmittel in bisheriger Höhe von 518 Millionen Euro bis 2019 eingesetzt. Das hat der Deutsche Bun- destag Ende Juni beschlossen – ein wich- tiges Signal an die zuständigen Länder. Ich erwarte im Gegenzug, dass sie diese Mittel in den Bau und die Modernisierung von be- zahlbarem Wohnraum investieren. Und wir brauchen nicht zuletzt eine ausgewogene miet- und sozialrechtliche ­Flankierung. Mitunter wurde in der Vergangenheit im Zusammenhang mit der Klimawende über ein neues Energieministerium spekuliert. Was halten Sie von dieser Idee? Die Fragen der Energieversorgungssi- cherheit und des Klimaschutzes sind komplex und können nicht losgelöst von den fachlichen Zusammenhängen disku- tiert werden. Was die Bereiche Verkehr und Gebäude anbelangt, so sind diese im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Gegen regionale Wohnungsknappheit ­helfen keine Restriktionen, sondern nur ­verbesserte Investitionsbedingungen Foto:©karamysh/Shutterstock.com

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