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DDIV 06_2013

VERWALTUNG & FINANZEN 54 DDIVaktuell 06|13 > 5. Steuerermäßigung bei Wohnungseigentümern Hintergrund: Anspruchsberechtigt ist grundsätzlich derjenige, der die Handwer- ker- oder haushaltsnahe Dienstleistung für seinen eigenen Haushalt in Auftrag gibt. Wohnungseigentümer können auch dann berechtigt sein, wenn die WEG den Auftrag erteilt. In zeitlicher Hinsicht könne die Steuerermäßigung dann nach Ansicht der Fi- nanzverwaltung für regelmäßig wiederkehrende Dienstleistungen (wie Reinigung des Treppenhauses, Gartenpflege) grundsätzlich anhand der geleisteten Vorauszahlungen im Jahr deren Zahlung berücksichtigt werden. Einmalige Aufwendungen (wie Repara- turrechnungen) könnten hingegen erst im Jahr der Genehmigung der Jahresabrech- nung angesetzt werden. Soweit einmalige Aufwendungen durch eine Entnahme aus der Instandhaltungsrücklage finanziert würden, könnten die Aufwendungen erst im Jahr des Abflusses aus der Instandhaltungsrücklage oder im Jahr der Genehmigung der Jahresabrechnung, die den Abfluss aus der Instandhaltungsrücklage beinhaltet, berücksichtigt werden. Aus Vereinfachungsgründen wird von der Finanzverwaltung aber nicht beanstandet, wenn Wohnungseigentümer die gesamten Aufwendungen erst in dem Jahr geltend machen, in dem die Jahresabrechnung von der Eigentümer- versammlung genehmigt wird. Sachverhalt: Eine WEG beauftragte 2006 Handwerker. Diese wurden nicht aus der Instandhaltungsrücklage, sondern aus den laufenden Vorauszahlungen der Wohnungseigentümer bezahlt. Auf die Wohnungseigentümerin entfiel laut Haus- geldabrechnung von 2009 ein Betrag von 156,50 Euro, der durch die geleisteten Vorauszahlungen voll abgedeckt war. Eine Wohnungseigentümerin wollte die Steuer- ermäßigung für 2006 geltend machen. Entscheidung: In Abweichung zur Ansicht der Finanzverwaltung entschied das FG Baden-Württemberg mit Urteil vom 20. November 2012 (11K838/10), dass Aufwen- dungen für Handwerkerleistungen bei Wohnungseigentümer im Jahr ihrer Zahlung zu einer Steuerermäßigung führen können, vorliegend also in 2006. Damit steht dem Steuerpflichtigen nach Ansicht des Gerichts ein Wahlrecht zu. > 4. Wasseranschluss Hintergrund: Die begünstigte Tä- tigkeit muss im „Haushalt“ des Steu- erzahlers erbracht werden. Nach Ansicht der Finanzverwaltung ist dabei auf die Grundstücksgrenzen abzustellen. Wird eine Leistung so- wohl auf dem privaten Grundstück als auch außerhalb erbracht (wie bei Winterdiensten), muss in der Rechnung kostenmäßig aufgeteilt werden. Sachverhalt: Das Wohnhaus des Klägers wurde zunächst durch ei- nen Brunnen mit Trinkwasser ver- sorgt. Das Abwasser wurde in einer Grube entsorgt. Der zuständige Zweckverband schloss 2006 das Grundstück an zentrale Anlagen der Trinkwasserver- und Abwasser- entsorgung an, wofür mit Beschei- den von 2007 Kostenersatzbeträge festgesetzt wurden. Für diese Auf- wendungen begehrte der Kläger die Steuerermäßigung für Handwerker- leistungen. Entscheidung: In dem vom FG Ber- lin-Brandenburg zu entscheidenden Fall ging es um die Frage, ob auch die auf das öffentliche Straßenland entfallenden Wasseranschlussar- beiten als begünstigte Tätigkeit zu werten sind. Dies bejahte das Ge- richt mit Urteil vom 15. August 2012 (7 K 7310/10), da es sich um eine einheitlich, die Grundstücksgren- ze überschreitende Anlage handle. Zudem stehe nicht entgegen, dass der Anschluss aufgrund einer ho- heitlichen Maßnahme erfolgte. Die Finanzverwaltung hat gegen das Urteil Revision eingelegt (Aktenzei- chen beim BFH: VIR56/12). Hinweis: Die erstmaligen Haus- anschlüsse im Rahmen einer Neubaumaßnahme wären nicht begünstigt. Foto:©SFC/Shutterstock.com

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