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DDIV 06_2013

GEBÄUDE & TECHNIK 34  DDIVaktuell 06 | 13 Flaschenhals letzte Meile In den vergangenen Jahren haben die Kabelnetzbetreiber mit großem Aufwand ihre Netze auf den neuesten Stand ge- bracht. Doch der Flaschenhals für die neu- en Dienste ist das Hausverteilnetz. Deshalb setzen die Sat- und Kabelnetzbetreiber alles daran, dass die Wohnungswirtschaft ihre Verteilnetze, die sogenannte letzte Meile, modernisiert. Produkte wie Breit- band-Internet, Telefonie und hochauflö- sendes Fernsehen funktionieren nur mit einer modernen Netzstruktur, die bis zu den Endgeräten reicht. Die Netzbetreiber bieten speziell für Verwalter einen Rund- um-Service einschließlich Planung, Instal- lation, 24-Stunden-Service und ­Wartung. Die Kabelnetzbetreiber treffen in Wohn- gebäuden häufig noch auf alte Baumnet- ze. Dabei versorgt eine Signalleitung vom Übergabepunkt im Keller aus alle Woh- nungen eines Wohnungsstrangs. Nachteil dieser Struktur ist die hohe Fehleranfällig- keit, von der dann alle Wohnungen eines Strangs betroffen sind. Für die Netzmo- dernisierung bieten die Netzbetreiber zwei Varianten an. Wenn das alte Netz einwandfrei funktioniert, können Gebäu- de mit bis zu 40 Einheiten günstig ohne bauliche Maßnahmen aufgerüstet werden. Dazu werden Rückkanalverstärker instal- liert. Jeder Haushalt, der Internet- und Te- lefoniedienste nutzen möchte, bekommt entweder eine Austauschdose (Unity Media Kabel BW) oder einen Multimedia- Adapter (Kabel Deutschland), der einfach auf die TV-Dose aufgesteckt wird. Ist die alte Struktur jedoch, was oft vor- kommt, störanfällig, muss das Hausnetz neu verkabelt werden. Dann ist das Verle- gen eines Sternnetzes sinnvoll, das heute Stand der Technik ist. Bei der Sternverka- belung wird jede Wohneinheit separat mit einer Signalleitung versorgt. Das garantiert eine störungsfreie Signalübertragung für TV, Internet und Telefonie. Installation beim Kabel-TV Allerdings hat die Sternverkabelung für einen Kabelanschluss einen Nachteil: Es müssen viel mehr Kabel verlegt werden als bei der Baumverkabelung. Oft sind die verbauten Leerrohre dafür zu klein, die Kabel passen nicht hinein. Dann muss eine funktionale Lösung erarbeitet werden, die den Installationsaufwand gering hält. Am einfachsten ist die Installation, wenn es im Gebäude einen oder mehrere stillgelegte Schornsteine gibt. Diese XXL-Lehrrohre bieten sich für eine Verkabelung geradezu an. In den Wohnungen genügt dann eine kleine Bohrung in den Kamin. Eine weitere Möglichkeit ist das Verle- gen in Kabelkanälen von Wohnung zu Wohnung. Allerdings muss darauf geach- tet werden, dass die Deckendurchfüh- rungen den Brandschutzbestimmungen entsprechen. Wer dieses Risiko scheut, kann die Sternstruktur in Kabelkanälen aus Kunststoff, verzinktem und lackier- tem Stahlblech oder Installationsrohren aus Aluminium auf der Fassade oder von Balkon zu Balkon verlegen. Dafür müssen allerdings Kernbohrungen durchgeführt werden. Satellit setzt auf Glasfaser Wer auf Medienversorgung per Satellit setzt, kann sich über das Wowi-Portal des Satellitenbetreibers Astra beraten und In- stallationsunternehmen empfehlen lassen. Die Ausrüstung des Verteilnetzes im Haus besteht entweder aus dem altbekannten Koaxialkabel, wie es in wesentlichen auch die Kabelnetzbetreiber benutzen, oder aus etwa 3 Millimeter dünnen Glasfaserka- beln, die ihre Signale optisch und nahezu ohne Signalverlust verteilen. Aufgrund sei- nes geringen Durchmessers kann das opti- sche Kabel nahezu überall verlegt werden. Außerdem lassen sich bei der Glasfaser- verkabelung durch den geringeren Mate- rialverbrauch erhebliche Kosten einsparen. In der Regel amortisieren sich die Kosten für eine Umrüstung auf TV-Empfang via optischer Verkabelung innerhalb von drei bis vier Jahren. Auch bei großen Wohn- anlagen spielt die optische Technik ihre Vorteile aus, denn Kopfstellentechnik und Verteilerschränke sind nicht mehr nötig. Mit einem optischen Konverter können in der Regel die in den Wohnungen vor- handenen Koaxialleitungen für die letz- ten Meter der Signalzuführung weiterhin verwendet werden. Mit dieser Technik können ganze Stadtviertel mit nur einer einzigen Satellitenantenne über das Glas- faserkabel versorgt werden. Der Bundesgerichtshof hat mit einem Urteil vom 14. Mai 2013 erneut klar gemacht, dass ein Vermieter seinem Mieter die Installa- tion einer Parabolantenne nur dann erlauben muss, wenn das Informationsrecht des ausländischen Mieters aus seinem Heimatland das Eigentumsinteresse des Vermieters überwiegt. Das kann der Fall sein, wenn der Mieter keinen anderen Zugang zu Informationen aus seinem Heimatland hat. In diesem Fall jedoch hatte der Mieter trotz eines kostenpflichtigen internati- onalen Programmangebots per Kabelanschluss eine Parabolantenne installiert, die er nun abbauen musste. Urteil vom 14.5.2013, AZ: VIII ZR 268/12 Der Flaschenhals für die neuen digitalen Dienste ist das Hausverteilnetz

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