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DDIV 05_2014

GEBÄUDE & TECHNIK 38 DDIVaktuell 05|14 zu beachten, mit allen Konsequen- zen des sich daraus ergebenden amtlichen Prüfverfahrens, z. B. des kompletten Gebäudebrandschut- zes. ■ Ist die Kragplatte noch intakt, können alte Geländer samt der Verankerung bzw. Betonbrüstun- gen entfernt werden. Nach der Abdichtung können moderne, wartungsarme Geländer an Stirn- flächen mit einer Plattendicke von mindestens 17 cm, sonst an der Balkonunterseite befestigt werden. Durch das Abschneiden der meist 8 – 12 cm dicken Brüstungen wird auch der Kragplattenanschluss wesentlich entlastet, um ca. 200 – 250 kg je Brüstungs-Laufmeter. Hier ist der Verwalter in der Pflicht! Die Richtlinie „Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen des Deutschen Aus- schusses für Stahlbeton (DAfStb)“ ist bau- aufsichtlich eingeführt und gibt für jede Art der Beanspruchung ein passendes Instand- setzungsprinzip vor. Die Planung entspre- chender Maßnahmen nach den anerkannten Regeln der Technik obliegt dem sachkundi- gen Fachmann. Hier sollte der Verwalter die Eigentümergemeinschaft auf ihre Auftragge- berpflichten hinweisen, die sich aus der In- standsetzungsrichtlinie ableiten. Sie besagt, dass bei der Gefährdung der Standsicherheit und bei zukünftig zu erwartenden Schäden eine rechtzeitige Instandsetzungsentschei- dung getroffen und ein sachkundiger Planer beauftragt werden muss. Stahlbeton – ein Verbund und seine Tücken Da ca. 75 Prozent aller Balkone aus Stahl- beton bestehen, lohnt sich ein kurzer Exkurs zum Verbundstoff aus Stahl und Beton. Beton verfügt zwar über eine hohe Druckfestigkeit aber nur über eine sehr geringe Zugfestigkeit. Dieses Man- ko gleicht eingelegter Stahl aus. Um seine Aufgabe optimal zu erfüllen, darf er nicht korrodieren. Die hohe Alkalität des jun- gen Betonsteins mit einem pH-Wert über 13 bietet einen guten Korrosionsschutz. Dennoch hat die Ehe von Stahl und Beton ihre Tücken: Neben Witterungseinflüs- sen, Konstruktions- und Planungsfehlern, Rissen, Verarbeitungsfehlern und Chlo- ridkorrosion spielt die „Karbonatisierung“ bei Schäden an Balkonen eine wesentliche Rolle. Dringt Kohlendioxid aus der Luft über Poren in den Beton ein, „karbona- tisiert“ der Beton, d. h. der pH-Wert fällt deutlich ab. Tritt zudem Feuchtigkeit in die Konstruktion ein, kommt es zur Korrosion der Bewehrung. Da Rost ein größeres Vo- lumen aufweist, entsteht ein Sprengdruck, der die nur wenige Zentimeter dicke Be- tonüberdeckung zum Abplatzten bringt. Liegt die Bewehrung komplett frei, rostet sie ungehindert weiter – bis sie bricht. Schritt für Schritt: das richtige Vorgehen Für „die Balkonsanierung“ gibt es kein Patentrezept. Die Vorgehensweise bei einer fachgerechten Sanierung oder In- standsetzung ist jedoch immer dieselbe. Hält man die Reihenfolge ein, sind die Rahmenbedingungen für eine erfolgrei- che Sanierung grundsätzlich gegeben: 1. Ermittlung des Ist- und Sollzu- stands durch einen sachkundigen Planer 2. Erstellung eines Instandsetzungs- konzepts, das auch mögliche Alternativen berücksichtigt 3. Instandsetzungsplanung auf Basis des Konzepts und in Hinsicht auf technische Erfordernisse 4. Leistungsbeschreibung der Arbeitsschritte, die zur Durch- führung der Arbeiten und aller Eventualitäten erforderlich sind und größtmögliche Preisklarheit schaffen 5. Bauüberwachung durch den sach- kundigen Planer nach Auftrags- vergabe 6. Planung der zukünftigen Instand- haltung im Sinne eines nachhalti- Typisches Schadensbild an einem Stahlbetonbalkon:

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