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DDIV 05_2014

IM BLICKPUNKT 26 DDIVaktuell 05|14 gelernten sicherlich ähnlich an. Durch die Auszeichnung und die guten Leistungen während der Ausbildung ist allerdings die Übernahme im Ausbildungsbetrieb oder die neue Jobsuche, falls man nicht im Aus- bildungsbetrieb bleibt, gewiss mit weniger Aufregung oder Schwierigkeiten verbunden. Ich wurde in meinem Ausbildungsbetrieb übernommen und als volle Mitarbeiterin im kaufmännischen Objektmanagement einge- setzt – dank der Auszeichnung mit einem besonderen Maß an Anerkennung und mit mehr Verantwortung. Miriam Lofi: Mir ging es wie vielen ande- ren auch. Ich musste mich zunächst einmal behaupten und zeigen, dass man als junger Mensch, vor allem als Frau, etwas kann. Na- türlich zahlen sich Fleiß und Engagement aus, meine Auszeichnung hat auch für An- erkennung gesorgt, aber den Sprung ins kalte Wasser musste ich alleine wagen. Was ist seitdem passiert und wo stehen Sie heute beruflich? Tillmann: Direkt im Anschluss an die Aus- bildung begann ich ein berufsbegleitendes Bachelor Studium im Bereich Immobilien- management. Durch die guten Leistungen in der Ausbildung erhielt ich hierfür von der Handelskammer Hamburg ein Wei- terbildungsstipendium im Rahmen der Begabtenförderung berufliche Bildung, das rund 50 Prozent der Studienkosten abdeckte. Heute, ca. 3,5 Jahre nach der Ausbildung stehe ich kurz vor dem Ab- schluss des Studiums und werde voraus- sichtlich noch im Sommer 2014 meine letzte Prüfung absolvieren. Um mich be- ruflich weiter zu entwickeln und auch um andere Betriebe kennenzulernen wechsel- te ich 2012 den Arbeitgeber und erledige nun kaufmännische immobilienwirtschaft- liche Arbeiten mit weitergehendem Ver- antwortungsspielraum, der über das reine Property Management hinaus Teilbereiche des Asset Managements umfasst. Darüber hinaus wurden mir zusätzlich projektbezo- gen übergeordnete Aufgaben und Verant- wortung zugeteilt. Lofi: Nach meiner Ausbildung bin ich in das Unternehmen meiner Eltern eingestie- gen. Wir verwalten Eigentumswohnungen nach dem Wohnungseigentumsgesetz, haben zwei Standorte in Mainz und Ingel- heim, wobei ich das Ingelheimer Büro als Prokuristin leite. Nebenberuflich habe ich über die Südwestdeutsche Fachakademie zwei Weiterbildungen zur Immobilienfach- wirtin (IHK) und zur Immobilienökonomin (GdW) absolviert. Welche beruflichen Pläne haben Sie für die Zukunft? Lofi: Da ich mich in meinem Job sehr wohl fühle und u. a. sehr eigenständig arbeiten kann, strebe ich die Übernahme der Firma zum Zeitpunkt des Ruhestands meiner El- tern in ein paar Jahren an. Ich habe Spaß an Weiterbildungen, lerne gerne dazu, ver- suche nie bzw. nicht lange auf der Stelle zu stehen und erhoffe mir dadurch, dass mein Berufsleben genauso erfolgreich weiter- geht, wie es angefangen hat. Tillmann: Der Abschluss des Bachelor- studiums ist eine weitere Etappe meiner beruflichen Entwicklung. Der berufsbe- gleitende Charakter hat es mir ermöglicht, trotz des Studiums Berufserfahrung zu sammeln und meine berufliche Ausrich- tung zu festigen. Voraussichtlich im kom- menden Jahr werde ich daran anknüpfend einen weiterführenden, ebenfalls berufs- begleitenden, Masterstudiengang „Real Estate Law“ beginnen. Ich verspreche mir davon, außerhalb der operativen Immobi- lienverwaltung Fuß fassen zu können, z. B. im Bereich des Asset Mangemenents, auf strategischer Ebene. Hält Ihr Beruf heute, was Sie sich vor und während der Ausbildung davon versprochen haben? Lofi: Schon seit Kindertagen hatte ich Ein- blick in den Beruf des WEG-Verwalters, ich wusste also recht früh, was es damit auf sich hat. Man hat mit vielen unter- schiedlichen Themen und Menschen zu tun. Diese Vielseitigkeit und Abwechs- lung macht mir Freude, der Arbeitsalltag wird nie langweilig. Aber man muss sich auch ständig neuen Herausforderungen stellen – sowohl im rechtlichen, techni- schen Bereich, als auch im Umgang mit den Kunden. Tillmann: Immobilienkaufleute haben vielfältige Berufsaussichten. Die Tätigkei- ten variieren stark, je nach Arbeitgeber, Position und den betreuten Immobilien. Der Ausbildungsberuf an sich beschreibt also das tatsächliche Tätigkeitsfeld bei Weitem nicht. Von der Wohnungsbauge- nossenschaft über WEG-Verwaltung oder Projektentwicklung bis hin zur Kapitalan- lagegesellschaft ist alles denkbar. Das ist einem bei Beginn der Ausbildung meines Erachtens nicht bewusst. Ich hatte großes Glück, in einem Unternehmen zu lernen, dessen Aufgabengebiet mir liegt und Freu- de bereitet. Meine weitere berufliche Ent- wicklung im Bereich der Verwaltung von Gewerbeimmobilien für Kapitalanlagege- sellschaften konnte ich darauf aufbauen. Gibt es Ansatz für Kritik? Lofi: Bedingt durch die Quasi-Selb- ständigkeit ist die Freizeit oftmals stark eingeschränkt – aber mit einem guten Zeitmanagement und einem verständnis- vollem Umfeld bekommt man auch diese Hürde gemeistert. Tillmann: Die Vielfalt der Möglichkeiten in der Immobilienbrache bietet meines Er- achtens viele Chancen, aber vor allem für den Berufseinstieg auch Risiken und Un- wägbarkeiten. Die größte Hürde bei der beruflichen Entwicklung ist meines Erach- tens eine geringe Berufserfahrung. Viele Arbeitgeber scheuen sich, jungen, gerade ausgelernten Kräften Verantwortung zu übertragen. Mit Auszeichnung hatte ich es da leichter, meinen neuen Arbeitgeber be- reits in der Bewerbung von meinen Quali- fikationen zu überzeugen. Die größte Hürde ist mangelnde Erfahrung. Viele Arbeitgeber scheuen sich, jungen, gerade ausgelernten Kräften Verantwortung zu übertragen.

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