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DDIV 05_2014

IM BLICKPUNKT 18 DDIVaktuell 05|14 Hüter des Erfahrungs- schatzes Wie Kunden Software mitgestalten: Auch Hersteller von Verwaltersoftware suchen verstärkt den Dialog mit ihren Kunden, um marktgerechte Lösungen zu entwickeln. Nicht nur für Verwalter, die sich für Tech- nik und Prozesse begeistern, eine spannende Sache. Von Ilonka Kunow Softwareentwicklung in der Black Box war gestern. Wie eine Software ein- mal aussehen wird, darauf hat der Nutzer heute mehr Einfluss denn je. In den letzten Jahren hat sich viel getan in der Softwareentwicklung. Agile Methoden wie Scrum sind auf dem Vormarsch. Soft- ware wird dabei iterativ in kurzen Zyklen – die oft nur wenige Wochen oder Mo- nate dauern – geplant, entwickelt und an- gepasst. Gleichzeitig soll sie möglichst früh gemeinsam mit Kunden getestet werden. So entstehen zahlreiche Rückkoppelungs- prozesse, und das Entwicklerteam kann auf Fehler oder neue Anforderungen flexi- bler reagieren. In einem Geschäft wie dem der Verwalter, das stark von rechtlichen Vorgaben geprägt ist, erweist sich dies als großer Vorteil. Verwalter allerdings, die eine standardi- sierte Software für die Miet- oder WEG- Verwaltung einsetzen, haben oft (noch) ein ganz anderes Bild im Kopf: Fern von der Praxis wird eine Lösung entwickelt, und die Rolle des Anwenders beschränkt sich auf Fehlermeldungen nach der Aus- lieferung. Gibt man anderweitig Feedback, mag dies beim Hersteller wohl aufgenom- men werden. Doch danach passiert meist wenig. Die Branche vernetzt sich Dieses Bild hat mittlerweile Risse bekom- men. Denn die Hersteller von Verwalter- software haben den Kunden als wichtigen Partner erkannt. Mit seinem Know-how über Geschäftsziele und -prozesse kann er Anforderungen womöglich genauer definieren als das Entwicklerteam. Als Nutzer zuverlässiger beurteilen, wie sta- bil eine Software läuft. Und als Sprecher einer Community besser einschätzen, ob Funktion A oder Funktion B in Zukunft wichtiger wird für sein Geschäft. Warum den Kunden also nicht systematisch in die Entwicklung einer Software einbeziehen? Neu ist der Gedanke nicht. Doch wird er befeuert durch die allseitige Vernetzung, die auch auf dem Verwaltermarkt zum Pa- radigma geworden ist. Verwalter tauschen sich über ihre Themen aus und melden sich dort zu Wort, wo sie von vielen ge- hört werden – in Foren, auf Verbands- tagungen oder in sozialen Netzwerken. Die Hersteller von Verwaltersoftware, die seit Jahren die fortschreitende Pro- fessionalisierung der Branche begleiten und wie diese eine Konsolidierungsphase durchlaufen, ziehen gleich. Sie rücken den Kunden mit seinen Anforderungen in den Mittelpunkt ihrer strategischen Maßnah- men und suchen auf allen Ebenen den Austausch mit ihren Zielgruppen. Doch wie sehen diese Maßnahmen aus? Und wie erhält jeder Kunde eine Stimme? Input aus der Innenperspektive Bevor sie eine neue Lösung ausliefern, holen viele Softwarefirmen Kunden zum Testen an Bord. In sog. Pilotprojekten läuft die Beta-Version auf verschiedenen realen Umgebungen, beispielsweise in drei Ver- waltungsunternehmen unterschiedlicher Größe und Ausrichtung. So lassen sich belastbare Testergebnisse erzielen und Bugs beheben, bevor sie auf allen Seiten erhöhten Aufwand produzieren. Die Pi- Um eine Software für den Ver- waltungsalltag zu optimieren, sind Ideen der Anwender gefragt. Foto:©SergeyNivens/Shutterstock.com Software-Hersteller haben das Potenzial der Anwender für die Entwicklung erkannt.

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