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DDIV 05_2014

POLITIK & AKTUELLES 8 DDIVaktuell 05|14 Gelebte deutsch-russische Freundschaft Eine Russische Delegation auf Bildungsreise in Deutschland folgte einer Einladung ins nordrhein-westfälische Brühl. Trotz schwieriger Zeiten für das Deutsch-russische Verhältnis: Die 15-Köpfi- ge russische Delegation reiste auf Einladung der Initiative Wohnungswirtschaft Osteuro- pa e.V. (IWO) und in Zusammenarbeit mit dem DDIV für einen Tag nach Brühl. Bern- hard Schwarz, Projektleiter der IWO und zugleich Übersetzer für die Besucher, nahm die Gruppe unter seine Fittiche, die den Erfahrungsaustausch deutscher und russi- scher Immobilienverwalter suchte. In Brühl stand zudem ein abendlicher Empfang durch den Generalkonsul der russischen Föderation, Jewgenij Schmagin, und den Landrat des Rhein-Erft-Kreises, Michael Kreuzberg, auf dem Programm. Informie- ren wollten sich die russischen Teilnehmer vor allem über Gesetzesgrundlagen und die Verwalterpraxis in Deutschland. Die Brühler Focus Immobilienverwaltung lud dazu in ihre Büroräume ein. Viele Parallelen – viele Unterschiede Nach der Begrüßung durch Werner Merkel, DDIV-Vorstandsmitglied und Vorstandsvorsitzender des IVIM (Inter- nationaler Verband für Immobilienmana- gement) mit Sitz in Minsk, Weißrussland, und Hubert Lambernd, Vorstandsmitglied des Verband Nordrhein-Westfälischer Immobilienverwalter (VNWI), berich- tete Astrid Schultheis, ebenfalls VNWI- Vorstandsmitglied und Geschäftsführerin der Focus Immobilienverwaltung, aus der Praxis ihres Unternehmens. Viele Fra- gen wurden gestellt und es entstanden immer wieder spannende Diskussionen, die aufzeigten, dass das System in Russland dem deutschen sehr ähnlich ist. Die ge- setzlichen Grund- lagen sind bereits heute in Russland gegeben, lediglich an der Umsetzung mangelt es. Das ist darauf zurückzu- führen, dass nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in den 90er-Jahren vielen Mietern, die von ihnen bewohnten staatlichen Woh- nungen geschenkt wurden, z. T. mit dem Versprechen, sie zu sanieren. So gibt es in Russland heute einerseits eine fast 90-pro- zentige Eigentümerquote (zum Vergleich: In Deutschland liegt die Quote unter 50 Prozent), andererseits aber auch zahllose ehemalige Mieter und heutige Eigentü- mer, die sich für ihr Eigentum nicht selbst verantwortlich fühlen. Der in Deutschland gelebte Grundsatz „Eigentum verpflichtet“ existiert zwar auch in Russland, ist aber noch nicht in der Wahrnehmung und dem Selbstverständnis der Eigentümer ange- kommen. Erschwerend kommt hinzu, dass es in Russland nur wenige private Verwal- ter gibt. Die meisten Wohnungen werden noch wie zu Sowjetzeiten von staatlichen Verwaltungsgesellschaften betreut. Anerkennung für deutschen Baubestand Nach typisch deutschem Mittagstisch ging es für die Delegation auf Exkursion zu ei- ner Großwohnanlage der 70er-Jahre aus dem Bestand der Focus Immobilienverwal- tung, die mit ca. 350 Einheiten zurzeit um- fassend energetisch saniert wird. Großes Erstaunen unter den Besuchern erweckte während der Begehung die Tatsache, dass es sich um ein fast 40 Jahre altes Objekt handelt. Die meisten Teilnehmer hielten die Wohnanlage für wesentlich jünger. Auch die in Deutschland bei 350 Einheiten übliche Zuordnung zu den großen Objek- ten sorgte für allgemeine Belustigung. In Russland sei man da andere Dimensionen gewohnt. Lobende Worte für die Instandhaltung fan- den die Besucher auch bei den anschließen- den Besichtigungen des Brühler Schlosses Augustusburg sowie der Schlosskirche. Beim stilvollen Essen im Brühler Kaiser- bahnhof, wo die Delegation von Landrat Michael Kreuzberg und dem Generalkon- sul der russischen Föderation, Jewgenij Schmagin, begrüßt wurde, fand der Tag seinen Abschluss. Traditionell russische Tischreden zeigten dabei auf anrührende Weise, dass es auch in politisch unruhigen Zeiten eine tiefe Berechtigung für das deutsch-russische Miteinander gibt. Landrat Michael Kreuzberg (1.v.l.) und des Generalkonsuls der russischen Föderation Jewgenij Schmagin (4. v. l. , kariertes Hemd), Vera Moskvina (1. Reihe, 2. v. r.), die stellvertretende Landesvorsitzende Astrid Schultheiß (2. Reihe, 2. v. r.), Valeriy Semenov (letzte Reihe, 3. v. r.) sowie Werner Merkel (letzte Reihe, ganz links)

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