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DDIV 04_2015

04 | 15  DDIVaktuell  39 RECHT & STEUERN Die Meinung des Gerichts: Nach Ansicht des Gerichts widersprach der Beschluss ordnungsgemäßer Verwaltung, weil nicht drei Alternativangebote vor Beschlussfas- sung eingeholt worden waren, die eine ausreichende Entscheidungsgrundlage für die Wohnungseigentümer darstellten. Die vorliegenden Angebote bezogen sich nicht auf vergleichbare Arbeiten, sodass diese nach Ansicht des Gerichts nicht genügten. Das Gericht betonte zudem, dass der Beschluss nicht allein deswegen ordnungsgemäßer Verwaltung entsprach, weil das beauftragte Unternehmen bereits von anderen Arbeiten in der WEG als zu- verlässig bekannt war. Die Tatsache, dass ein Unternehmen, an das die WEG einen Auftrag vergeben will, dieser bereits be- kannt ist und sich bei anderen Aufträgen bewährt hat, kann nach der ausdrückli- chen Entscheidung des Gerichtes lediglich Entscheidungen rund um das Wohneigentum Die folgenden Gerichtsurteile befassten sich mit der Frage, was bei der Einholung von Kostenangeboten zu berücksichtigen ist, wer die Kosten eines Rechtsstreits auf Grund einer nicht ordnungsgemäßen Beschlussfassung zu tragen hat, und welche Eckdaten vor dem ­Beschluss zu einer neuen Verwalterbestellung bereits vorliegen müssen. Einholung von Alternativangeboten ein zulässiges Auswahlkriterium darstellen, der WEG müssen aber trotzdem mehrere Angebote zur Auswahl vorliegen. Die vor- liegenden Alternativangebote müssen un- bedingt vergleichbar sein. Dokumentation: LG Dortmund, Urteil vom 21.10.2014 – 1 S 371/13 = BeckRS 2015, 03782. Die Autorin CLAUDIA OTTLO Die Rechtsanwältin ist in der ­Kanzlei „Sibeth Partnerschaft Rechts­anwälte Steuerberater“ schwerpunktmäßig auf den Gebie- ten Miet- und WEG-Recht tätig. www.sibeth.com Was war passiert: Eine Wohnungseigen- tümergemeinschaft fasste einen Beschluss über die Auftragsvergabe zur Sanierung einer Loggia. Die Sanierung verursachte Kosten in Höhe von 4.200 Euro. Vor der Beschlussfassung waren drei Alternativan- gebote eingeholt worden, die allerdings unterschiedliche Leistungen und Arbeiten umfassten und daher nicht vergleichbar waren. Der Sanierungsauftrag wurde letzt- lich an ein Unternehmen vergeben, das der WEG bereits durch die Durchführung anderer Arbeiten in der Eigentümerge- meinschaft bekannt war. Der WEG-Be- schluss wurde durch das Gericht in zweiter Instanz aufgehoben. Das Gericht betont hier erneut die Vorgabe der ständigen Rechtsprechung, dass vor der Beschlussfassung über eine Auftragsvergabe mindestens drei Alternativangebote einge- holt werden müssen, die den Eigentümern vor Beschlussfassung vorliegen müssen. Diese Vorgabe sollte ein Verwalter, der eine Sanierungsmaßnahme oder ähnliche Aufträge vor- bereitet, unbedingt beachten. Selbst dann, wenn in der Vergangenheit bereits erfolgreich und zufriedenstellend mit einer Firma zusammengearbeitet wurde, kann ein Auftrag nicht ohne weiteres an diese Firma vergeben werden. Es müssen dennoch zur Vorbereitung der Entscheidung verschiedene Alternativangebote eingeholt werden, damit sich die Woh- nungseigentümergemeinschaft für das wirtschaftlichste Angebot entscheiden kann. RATSCHLAG FÜR DEN VERWALTER: Fotos:©stockphotomania/Shutterstock.com

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