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DDIV 04_2015

GEBÄUDE & TECHNIK 34  DDIVaktuell 04 | 15 Achtung Die Baustellenverordnung und der Sicherheits- und Gesundheits- schutzkoordinator – wer mit beiden vertraut ist, ist auf der sicheren Seite. Von Steffen Haase Der Verwalter und die Verordnun- gen! Manchmal hat man den Eindruck, sie versuchen sich möglichst aus dem Weg zu gehen. Für Verwalter kann das erhebliche Risiken bedeuten. Baustellen sind nun ein- mal generell gefährlich. Hier aber geht es um den Gesundheitsschutz der Arbeiter. Was mich das angeht? Der Gesetzgeber nimmt auch den Bauherrn in die Pflicht – und so komme ich als Verwalter ins Spiel. Ich stelle oft fest, dass kaum ein Verwal- ter die Baustellenverordnung kennt, ob- wohl sie schon seit 1998 in Kraft ist und jeder Verwalter regelmäßig – mehrmals im Jahr – mit ihr zu tun hat. Es geht um den Schutz der Arbeiter Sinn und Zweck der Baustellenverordnung ist es, durch besondere Maßnahmen die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten auf der Baustelle zu er- höhen. Beschäftigte im Baubereich sind im Vergleich zu anderen Wirtschafts- zweigen einem besonders hohen Unfall- und Gesundheitsrisiko ausgesetzt. Die Unfallquote im Bausektor (Unfälle pro 1 000 Vollbeschäftigte) ist in Deutschland sowohl bei den gemeldeten als auch bei den besonders schweren Arbeitsunfällen mehr als doppelt so hoch wie der Durch- schnitt der gewerblichen Wirtschaft. 1996 gab es allein 300 Tote im Zuständigkeits- bereich der Unfallversicherungsträger der Bauwirtschaft. Besondere Gefahren auf Baustellen erge- ben sich insbesondere daraus, dass Arbei- ten auf der Baustelle von Beschäftigten verschiedener Arbeitgeber gleichzeitig oder nacheinander ausgeführt werden, was die Abstimmung der Arbeitgeber für die zu treffenden Schutzmaßnahmen erheblich erschwert. Hinzu kommen wei- tere Einflüsse, beispielsweise Witterungs- verhältnisse, der auf Baustellen übliche Termindruck und sprachlich bedingte Ver- ständigungsprobleme. Auch weitere auf der Baustelle Tätige, wie Unternehmer ohne Beschäftigte, erhöhen das Gefah- renpotential auf der Baustelle. Genau hier setzen die Bestimmungen der Baustellen- verordnung an. Wo es gefährlich wird Für Verwalter wird es interessant, wenn er einen Sicherheits- und Gesundheits- schutzkoordinator (SiGeKo) beauftragen muss. Dies ist der Fall, wenn mehrere Ar- beitgeber auf der Baustelle tätig und be- sonders gefährliche Arbeiten ausgeführt werden. Schauen wir uns § 2 der Baustel- lenverordnung nun einmal genauer an: Relevant für Verwalter ist Absatz 3. Er be- sagt, dass vor Einrichtung der Baustelle ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan zu erstellen ist, wenn dort Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber tätig werden und besonders gefährliche Arbeiten nach An- hang II auszuführen sind. Er muss die dort anzuwendenden Arbeitsschutzbestimmun- gen erkennen lassen und geeignete Maß- nahmen für die besonders gefährlichen Arbeiten nach Anhang II enthalten. Gege- benenfalls sind auch betriebliche Tätigkei- ten auf dem Gelände zu berücksichtigen. Um mehrere Arbeitgeber handelt es sich schon bei einer Fassadenrenovierung: z. B. Maler, Elektriker und Fensterbauer. Doch was sind nun besonders gefährliche Arbei- ten gemäß Anlage II? § 2 Abs. 3 Baustellenverordnung nennt z. B. folgende: Baustelle! Foto:©karamysh/Shutterstock.com

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