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DDIV 04_2015

GEBÄUDE & TECHNIK 28  DDIVaktuell 04 | 15 Typische Mängel, die im Alterungsprozess des Gebäudes auftreten: ■■ Holzschwund: Dämmungsebene funktioniert nicht (mehr). ■■ Versprödung der Dampfsperren: Feuchte in der Dach- konstruktion. Schimmel in den Wohnräumen, insbeson- dere in den Bädern, ist die Folge. ■■ Dachdeckung (oft Ziegel oder Beton) alt und brüchig: Wasserschäden in der Holzkonstruktion gefährden Statik, Anschluss an Sonderbauteile ist nicht mehr ausreichend gegen Witterung geschützt. ■■ Brandschutz nicht ausreichend: Technische Nachrüs- tung findet häufig ohne Planung „auf die Schnelle“ ohne Berücksichtigung des Brandschutzes statt. ■■ Wärmedämmung funktioniert nicht mehr: Nach vielen Jahren mit Temperaturschwankungen, Feuchte, Licht und Sonne werden die Dämm-Materialien spröde, undicht und damit unwirksam. Wie sind die Mängel zu beseitigen? Bereits die Planung einer Dachsanierung muss alle Funktionen be- rücksichtigen, um Folgekosten und Bauschäden zu vermeiden. Jede Sanierung auch alter Bausubstanz muss die fachgerechte Wieder- herstellung der Funktionalität nach den heute gültigen technischen Vorschriften erfüllen. Die Hinzuziehung eines Fachplaners ist daher unabdinglich. Dies sollte bei der Angebotseinholung und realisti- schen Kostenermittlung auf Basis der individuellen Gegebenheiten unbedingt berücksichtigt werden. Letztendlich können die Kos- ten einer Sanierung die Herstellungskosten erheblich übersteigen. Nicht zuletzt, weil Nebengewerke wie Brandschutz und Haustech- nik im Dach hier auch zu Buche schlagen, ebenso wie Zufahrt, Lage- rung der Baustoffe, Ausführung im bewohnten Haus. Diese Kosten können nur durch individuelle Planung festgestellt werden. Anga- ben von Herstellern oder in der Literatur ergeben daher fast immer einen zu niedrigen Kostenrahmen. Was ist für den WEG-Beschluss vorzubereiten? Der Verwalter wird aufgefordert, für den WEG-Beschluss drei An- gebote zur Dachsanierung einzuholen. Auf die Hinzuziehung eines Fachplaners, um die Arbeiten fachgerecht, mangelfrei, langlebig und wertsteigernd auszuführen, ist unbedingt hinzuweisen. Zudem müssen im Angebot alle technischen Teilaspekte berücksichtigt sein. Die WEG muss vor Beschlussfassung über die individuellen Beson- derheiten wie Dachaufbau, (künftige) Nutzung, Alterung, Mängel so informiert sein, dass Sanierung und Instandhaltung die Lebens- dauer des Hauses und auch zukünftige technische Anforderun- gen mit berücksichtigen. Die hinreichende Bestandserfassung aller technischen Aspekte ist daher vor Beschlussfassung erforderlich. Fachgerechte Instandhaltung Da jedes Haus eine individuelle Baugeschichte hat, kann man die Lebensdauer des Daches nicht pauschal annehmen. Bewitterung, Lichtverhältnisse durch Baumbestand, Nachbarbebauung, indivi- duelles Nutzerverhalten spielen für die Beanspruchung eine Rolle. Dies bedeutet: Das Bauteil Dach ist fachgerecht in regelmäßigem Turnus in allen Funktionen (!) zu besichtigen. Durch fachgerechte Instandhaltung und Sanierung werden spätere Kosten minimiert, Lebensqualität geschaffen, Werte erhalten und gesteigert. Es emp- fiehlt sich eine jährliche Begehung unter folgenden Aspekten: ■■ Besichtigung Dachdeckung außen inkl. aller Anschlüsse und Anlagentechnik ■■ Besichtigung Dachraum innen, kalte Bereiche und warme Bereiche in Hinblick auf Undichtigkeiten, Feuchte, Schim- mel, Zugerscheinungen. Achtung: Trotz Sondereigentum Dachgeschosswohnung ist das Dach Gemeinschaftseigentum und daher fachgerecht regelmäßig instand zu halten, von außen und von innen. Beispiele für die regelmäßige Instandhaltung sind: ■■ Austausch kaputter Ziegel ■■ Andichten von Bauteilübergängen und Anschlüssen ■■ Reinigung der Dachrinnen und Fallrohre: regelmäßig und komplett, nicht nur teilweise ■■ Kontrolle der Dachwohnungen in Hinblick auf Wärme­ brücken und Schimmel ■■ Kontrolle Rauchabzug Beispiele für die Nachrüstung sind: ■■ Dämmung Speicherdecke nach EnEV ■■ Brandschutz für Zugang und Brandabschnitte ■■ Feuchteschutz in warmen Bereichen ■■ Dachfenster und Ausstieg Kaminkehrer Die fachgerechte Instandhaltung und Instandsetzung muss beim Steildach immer mehrere Aspekte gleichzeitig berücksichtigen: Statik, EnEV, Brandschutz, Bauphysik: Feuchte, Wärme und Schall, Nutzung und Bausubstanz. Mit einem Langzeit-Fahrplan ist die WEG daher gut beraten. Fachgerechte Instandhaltung und Sanierung wirkt werterhaltend und minimiert spätere Kosten. Die Kosten einer Sanierung können die der Herstellung eines Steildachs erheblich übersteigen.

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