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DDIV 04_2015

GEBÄUDE & TECHNIK 26 DDIVaktuell 04|15 Die Autorin ANDREA HUSS Die Architektin ist Sachverständige für die Energieeinsparverordnung. Ihr Ingenieur-Büro Archi.Net Ingenieur Service hat sich auf die wirtschaftli- che Sanierung von Gebäudehülle und Haustechnik für Wohnen, Gewerbe und öffentliche Bauten spezialisiert. www.archi-net.info Problemfall Steildach Ein Wegweiser zur fachgerechten Erhaltung und Instandsetzung in die Jahre gekommener Steildächer. Viele Eigentümergemeinschaften haben es heute mit einer Bausubstanz zu tun, die vor vielen Jahren errichtet wurde. Beim Bauträger standen meist hohes Kostenbewusstsein und die schnelle Fertigstellung im Vordergrund, häufig gefolgt von mög- lichst billigem Unterhalt der Gebäudesubstanz. Als Verwalter soll- te man sich also zunächst einen Überblick verschaffen: 1. Wurde das Dach mangelfrei vor Erstbezug fertiggestellt? 2. Wurde die fachgerechte Instandhaltung seit Erstbezug konstant betrieben? Wenn beide Fragen eindeutig mit Ja beantwortet werden können: Herzlichen Glückwunsch zu einer guten Bausubstanz! Wenn nicht, dann sind eventuelle Mängel nach folgendem Plan festzustellen: Welche Dachnutzung liegt vor? ■ Kalter Speicher ohne beheizte Räume Diese einfachste Konstellation ist zu prüfen auf Leckagen in der Dachhaut, Leckagen in der Decke über OG, Däm- mung nach EnEV, Brandschutz, funktionierende Ableitung des Niederschlagswassers, Blitzschutz, Anschluss an Nach- barbebauung, Kamine, Haustech- nik-Installation. Wenn der kalte Speicher in Abstellräume auf- geteilt ist, wird die Aufgabe deutlich schwieriger: Die Speicher sollten regelmäßig besichtigt werden, um Instandsetzungsbedarf und Mängel frühzeitig zu erkennen. ■ Dachgeschoss als Wohnraum unter kaltem Speicher Die Anschlüsse zwischen kaltem Speicher und warmem Wohnbereich müssen dampfdicht, wärmedämmend, schalldämmend und brandsicher ausgeführt sein. Dies gilt nicht nur für die Flächen, sondern auch für alle Durch- führungen von haustechnischen Leitungen durch den Dachaufbau. Hier sind häufig Mängel in Ausführung und Instandsetzung festzustellen, deren Sanierung kostenin- tensiv ist. ■ Dachgeschoss als Wohnraum Der beheizte Teil des Daches geht direkt bis unter den Dachaufbau, ohne kalten Speicher. Dies ist die anspruchs- vollste Variante, die bauphysikalisch in jeder Hinsicht funktionieren muss und eine hinreichende Planung aller technischen Einrichtungen vor Baubeginn voraussetzt. Für Bauträger oft ein (zu) hohes Ziel. Statik und technische Anforderungen Eine funktionierende Statik ist Grundvoraussetzung und in den meisten Fällen auch gegeben. Bei Dachsanierung und Instandset- zung ist die Statik in jedem Fall mit zu berücksichtigen. Auch der vielleicht erst perspektivische zusätzliche Einbau von Solarthermie- oder Fotovoltaikanlagen ist rechtzeitig zu bedenken und einzupla- nen, wenn nicht später kostenintensiv nachgearbeitet werden soll. Folgende Aspekte müssen zudem berücksichtigt werden: ■ Statik: neue Anforderungen an Schneelast bei Sanierung ■ Schallschutz: Bei Sanierung Dachaufbau gelten heute oft deutlich höhere Anforderungen, auch in Hinblick auf kommende Jahre. Kalter Speicher ohne beheizte Räume Dachgeschoss als Wohn- raum unter kaltem Speicher Dachgeschoss als Wohnraum

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