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DDIV 04_2015

22  DDIVaktuell 04 | 15 TITELTHEMA Darzustellen ist ein Geldabfluss als Ausgabe, wenn Gel- der ganz oder zum Teil abfließen. Bei einem Teilabfluss darf der im Vermögen der Wohnungseigentümerge- meinschaft verbleibende Betrag nicht als Ausgabe dar- gestellt werden. Bei den vorgenommenen Ausgaben ist danach zu differenzieren, wie die Wohnungseigentümer- gemeinschaft die eingegangenen Gelder behandelt hat. Ist die Darlehenssumme der Instandhaltungsrück- lage zugeflossen, sind Abflüsse dort aufzuzeichnen. Haben die Wohnungseigentümer zuvor eine geson- derte Rücklage für den Zufluss der Darlehenssumme gebildet, muss eine Verwendung der Gelder auch im Rahmen dieser „Sonderrücklage“ dargestellt werden. Soweit ein Zufluss zu dem „normalen“, ungebunde- nen Verwaltungsvermögen erfolgte, ist die Verwen- dung der Beträge entsprechend dort auszuweisen. Nur eine solche Vorgehensweise kann den Grund- sätzen einer Einnahmen- und Ausgabenrechnung ge- recht werden. Die Verbindlichkeit gegenüber dem ­Darlehensgeber Zudem muss berücksichtigt werden, dass gegenüber dem Kreditgeber zur Tilgung Leistungen zu erbringen sind. Diese Leistungen gegenüber dem Kreditgeber bestehen aus zwei Positionen, nämlich dem Tilgungsbetrag auf die Darlehensschuld und den Zinslasten als Vergütung. Die Tilgung der Darlehensforderung Die Rückzahlung der Darlehensforderung ist zwar eine Ausgabe, aber keine Kostenposition. Die Rück- zahlungsbeträge sind auch unabhängig von der Be- handlung innerhalb der Gemeinschaft darzustellen. Ob die Zuführung des Darlehensbetrages zu der In- standhaltungsrücklage, einer gesonderten Rücklage oder dem ungebundenen Verwaltungsvermögen er- folgte, ist bedeutungslos. Die Darstellung hat in dem Bereich zu erfolgen, in dem auch die Gutschrift vor- genommen wurde. Der Aufwand für die Darlehenskosten Die für die Darlehensgewährung zu entrichtenden Zinsen stellen ebenfalls Ausgaben und zudem Kosten dar. Anders als bei der Zurverfügungstellung der Dar- lehensvaluta, steht ihnen kein unmittelbarer Geldzu- fluss gegenüber. Da es sich aber um Ausgaben handelt, weil Zahlungen an den Kreditgeber erfolgen, müssen diese als Ausgaben erfasst und aufgezeigt werden. Die Darstellung in den Einzelkostenzuweisungen Die mit der Darlehensaufnahme und der Auszahlung der Valuta verbundenen Aufwendungen müssen nach § 16 Abs. 2 WEG auf die Mitglieder der Wohnungs- eigentümergemeinschaft umgelegt werden. Einmal handelt es sich dabei um die jährlich fällig werdenden Zinsen. Zudem ist der Rückzahlungsbetrag auf das Darlehen zu leisten. Nicht umgelegt werden können die Ausgaben, die durch die Verwendung der Darle- henssumme entstanden sind. Ansonsten müsste der gesamte Betrag in der Jahresabrechnung ausgewie- sen und durch die Wohnungseigentümer aufgebracht werden. Dann wäre aber die Aufnahme eines Darle- hens nicht notwendig. Man hätte den erforderlichen Die Dar- stellung der Geldflüsse hat in dem Bereich zu erfolgen, in dem auch die Gutschrift des Darlehens vorgenommen wurde. Die für die Darlehens­ gewährung zu entrichtenden Zinsen ­stellen ebenfalls Ausgaben und zudem Kosten dar. Foto:©Vetre/Shutterstock.com

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