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DDIV 04_2015

14  DDIVaktuell 04 | 15 TITELTHEMA N Sanieren, aber womit? Was, wenn der Wohnungseigentümergemeinschaft das nötige Geld für geplante ­Maßnahmen fehlt? Gemeinschaftskredite sind schwer zu bekommen. Aber dennoch gibt es Programme speziell für diesen Zweck – überwiegend ohne Besicherung. Natürlich haben Kreditinstitute auch für den „guten Zweck“ der politisch gewollten Sanie- rung im Wohnungsbestand nichts zu verschenken. Für Eigentümergemeinschaften und einzelne Mit- glieder gibt es aber mittlerweile Möglichkeiten, Kredite für anstehende Sanierungs- oder Umbau- maßnahmen zu beantragen. Die Bewilligungskriteri- en wie auch die Modalitäten der Antragstellung und der Vertragsunterzeichnung sind dabei sehr unter- schiedlich. So werden WEG-Kredite zwar in der Re- gel als solche bezeichnet, nicht immer aber auch an die Gemeinschaft ausgereicht, sondern z. T. lediglich auf Basis eines rechtsgültigen WEG-Beschlusses zu einer Sanierungsmaßnahme und der dafür erforder- lichen Kreditaufnahme den einzelnen Eigentümern bewilligt. Zweckbindung ist dann die beschlossene Maßnahme. Zu unterscheiden ist auch zwischen den von Kreditin- stituten selbst angebotenen Finanzierungsprodukten und denen, die in Kooperation mit den Förderbanken Investitionszuschüsse und Zinsverbilligungen gewäh- ren. Für letztere sind in der Regel die Vorgaben der KfW für das angestrebte Sanierungsziel zu erfüllen, so wie sie in den jeweiligen KfW-Förderprogrammen festgeschrieben sind. Grundsätzlich gilt, dass die regi- onal agierenden Banken bei der Kreditvergabe strik- te Vorgaben für den Immobilienstandort machen. Das liegt daran, dass hier häufig Fördermittel des jeweiligen Bundeslandes im Spiel sind, die nur landesweit ausgereicht werden dürfen. Das Problem der Besicherung WEG-Kredite sind für Banken ein recht komplizier- tes Produkt. Und deshalb sind sie auch noch immer relativ selten. Das Problem: Die gängige Praxis er- fordert eigentlich den Eintrag einer Hypothek in das Grundbuch jedes einzelnen Wohnungseigentümers. Diesen – je nach Größe der Gemeinschaft – schon rein wirtschaftlich nicht zu vertretenden Aufwand umgehen Kreditinstitute durch die Kooperation mit den Förderbanken des Bundes und der Länder, die häufig mit einer Landesbürgschaft einhergeht. Der Vorteil für die Kreditnehmer: Die übliche „dingliche Sicherung“ der Kreditsumme entfällt. Das Beispiel Hessen Das Land Hessen und die Wirtschafts- und Infrastruk- turbank Hessen (WIBank) haben ein Förderprogramm geschaffen, um Wohnungseigentümergemeinschaften günstige Darlehen zugänglich zu machen. Im Rahmen des Hessischen Energiegipfels hatte die WIBank an- geregt, die dringend erforderliche energetische und barrierefreie Modernisierung von Wohnungen im Eigentum von Wohnungseigentümergemeinschaften auf Basis der entsprechenden Programmangebote der KfW gesondert zu för- dern. Die Finanzierung der energetischen Sanierung und der Barriere-Reduzie- rung war bislang für Wohneigentü- mergemeinschaften über die Hausbank eher schwer, da administrativer Foto:©GunnarPippel/Shutterstock.com Durch die ­Kooperation mit Förder­ banken entfällt meistens die sonst übliche „dingliche Sicherung“.

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