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DDIV 04_2014

04|14 DDIVaktuell 49 FAZIT Basel III wird sicherlich deut- liche Auswirkungen vor allem auf die langfristige Kreditfi- nanzierung haben. Für Un- ternehmen gibt es jedoch vielfältige Möglichkeiten, sich vor nachteiligen Folgen der Neuregelung zu schützen. das Angebot wird sich verringern und ver- mutlich verteuern. Die höheren Eigenkapi- talkosten der Banken dürften sich zudem in schlechteren Konditionen für kurz- und mittelfristige Krediten niederschlagen. Ne- ben der Erhöhung der Zinssätze wird auch mit steigenden Anforderungen an die zu hinterlegenden Sicherheiten zu rechnen sein, was aktuelle Unternehmensumfragen zu diesem Thema schon heute bestätigen. Gerade in der Immobilienbranche spielen langfristige Kredite eine wesentliche Rol- le. Die Immobilienfinanzierung galt bisher als risikoarm, solide und war bei niedrigen Margen auf große Volumina ausgerichtet. Dies werden die Banken so nur schwer auf- rechterhalten können. Vielmehr stehen den Instituten zwei Varianten zur Verfügung: Entweder sie schränken die Langfristfinan- zierung ein oder aber sie heben die Margen an, um die notwendigen Renditen zu erzie- len. Beides wird sicherlich für die Immobili- enbranche nicht von Vorteil sein. Wie können Unternehmen darauf reagieren? Unternehmen mit einer soliden Finanzie- rungsstruktur werden von Basel III wenig betroffen sein, und es besteht kein Anlass für spontane Veränderungen. Auf länge- re Sicht wird es aber darum gehen, die eigene Finanzierungssituation kritisch zu hinterfragen und Optimierungspotenziale zu identifizieren. Für schwach aufgestellte Betriebe gilt das umso mehr, wobei Op- timierungen kurzfristig anzugehen sind. Ansatzpunkte sind dabei: ■ die Optimierung des Ratings ■ die Neugestaltung der Langfrist- finanzierung ■ die Optimierung der Sicherheiten ■ die Optimierung des Liquiditäts- managements Das mit einem Kredit verbundene Risiko messen Banken mittels des Ratings. Es hat somit direkten Einfluss auf die Entschei- dung für eine Kreditvergabe und auch auf die mögliche Laufzeit sowie die Konditio- nen. Es lohnt sich daher, sich intensiv mit diesem Bewertungsprozess zu beschäf- tigen. Zu beachten ist dabei, dass neben harten quantitativen Faktoren auch quali- tative Faktoren (z.B. Management, Nach- folge usw.) eine bedeutende Rolle spielen. Je leichter die Bank die Bonität (und auch die Sicherheiten) des Unternehmens be- urteilen kann, desto einfacher ist seine Kreditwürdigkeit zu bewerten. Daher empfiehlt es sich, mit dem Kundenbetreu- er in Kontakt zu treten und die entschei- denden Punkte zu diskutieren. Die Neugestaltung der Langfristfinanzierung Die langfristige Finanzierung wird in Zu- kunft deutlich anspruchsvoller werden. Ei- nige Banken werden ihr Engagement hier merklich zurückfahren oder gar keine lang- fristige Finanzierung mehr anbieten. Für Unternehmen besteht nun die Möglichkeit, langfristigen Finanzierungsbedarf durch mehrere kurzfristige Kredite zu decken. Das aber birgt das Risiko von Anschlussfinanzie- rungen zu immer anderen, nicht unbedingt vorteilhafteren, Konditionen. Alternativ ist zu prüfen, inwieweit langfristige Finan- zierungen durch Förderkredite der Kredit- anstalt für Wiederaufbau (KfW) oder der Landesförderinstitute abgedeckt werden können. Des Weiteren sollten Unterneh- men das Potenzial zur Stärkung der Eigen- finanzierungskraft prüfen und ob es sich lohnt, ggf. langfristiges Beteiligungskapital herein zu nehmen. Aber auch alternative Finanzierungsformen – wie Leasing, Sale- and-Lease-Back – sollten in die Gestaltung eingebunden werden. Die Optimierung von Sicherheiten Sicherheiten werden für Banken im Zuge von Basel III eine immer größere Bedeu- tung haben. Dies gilt insbesondere für langfristige Finanzierungen, denn je mehr Sicherheiten vorliegen und je werthaltiger diese Sicherheiten sind, desto geringer sind die Eigenkapitalkosten der Banken – mit direkten Auswirkungen auf Kredit- laufzeit und -konditionen. Unternehmen sollten daher prüfen, welche Sicherheiten zur Verfügung gestellt werden können. Ggf. ist auch mit der Bank zu erörtern, inwieweit bestehende Sicherheiten aus kurzfristigen Krediten auf längerfristige Kredite umgewidmet werden können. In bestimmten Fällen kann es sinnvoll sein, Bürgschaften einer Bürgschaftsbank in die Finanzierung miteinzubeziehen. Auch empfiehlt es sich, mit der Bank zu erör- tern, welche Sicherheiten wieder freigege- ben werden können. Die Optimierung des Liquiditätsmanagements Die Optimierung der Unternehmensliqui- dität kann dazu beitragen, den Finanzie- rungsbedarf zu verringern und die neuen Auflagen von Basel III zu umgehen. Ein striktes Mahnwesen, die Verkürzung von Zahlungszielen oder die Reduzierung des eventuell vorhandenen Warenbestandes sowie professionelles Factoring wären hier als Mittel der Wahl zu prüfen. Im Zuge von Basel III gewinnen hinterlegte Sicherheiten an Bedeutung. Es lohnt sich, zukünftig auch alternative Finanzierungsformen zu prüfen.

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