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DDIV 04_2014

VERWALTUNG & FINANZEN 48 DDIVaktuell 04|14 Der Autor THORSTEN ADAM Geschäftsführer der ARTEMIS Group, die mittelständische Unternehmen bei Finanzierungen, Transaktionen und in kaufmän- nischen Fragen – insbesondere im Bereich Immobilien – berät. www.artemis-group.com Basel III: Quo Vadis Kreditfinanzierung? Für Unternehmen ist die aktuelle Finanzierungssituation so gut wie schon lange nicht mehr. Droht dennoch eine Verschlechterung der Rahmenbedingungen? Insbesondere kleinere und mittlere Un- ternehmen werden auf die Veränderung der neuen Bankenregulierung Basel III proaktiv reagieren müssen, um weiterhin zu günstigen Konditionen an Kredite zu kommen. Den Analysen des renommier- ten Münchener Ifo Institutes zufolge klagt aktuell weniger als jedes fünfte gewerb- liche Unternehmen über Probleme bei der Kreditvergabe. Das historisch tiefe Zinsniveau sorgt dafür, dass nicht nur der Zugang relativ einfach ist, sondern Kredite im Allgemeinen auch zu günstigen Kondi- tionen verfügbar sind. Ob diese Situation jedoch von Dauer ist, bleibt abzuwarten. Denn nach den signifi- kanten Auswirkungen von Basel II auf die Unternehmensfinanzierung kommt mit Ba- sel III das nächste Reformpaket für Banken zur Anwendung, von dem auch bedeuten- de Auswirkungen auf die Finanzierungssitu- ation zu erwarten sind – insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. Was hat es mit Basel III auf sich? Im Zuge der weltweiten Banken- und Fi- nanzkrise nach dem Zusammenbruch der Lehman-Bank im Jahr 2008 ist ein „Basel III“ genanntes Reformpaket durch den Bas- ler Ausschuss der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) entstanden, das für Banken strengere Vorgaben bei der Kredit- vergabe vorsieht. Sie betreffen insbesondere die Sicherung der Liquidität von Banken und deren Eigenkapitalausstattung. Die neuen Liquiditätsvorschriften wirken sich vor allem auf die langfristige Kredit- finanzierung aus. Sie sehen nämlich u. a. eine Einschränkung der Fristentransforma- tion vor. Dies hat zur Folge, dass Banken langfristige Kredite auch langfristig refi- nanzieren müssen, und das ist in der Regel teuer. Verteuert sich die Refinanzierung, wirkt sich das unmittelbar auf die Kondi- tionen für die Kreditnehmer aus. Hinzu- kommt, dass Banken nach Basel III noch mehr Eigenkapital für ausgereichte Kredi- te vorhalten müssen als bereits mit Basel II gefordert war. Eigenkapital ist aber ebenso teuer. Da Kreditinstitute ihre Kosten über Zinsen und andere Gebühren decken, ist bereits absehbar, dass langfristige Kredite in Zukunft schwieriger zu bekommen und teurer sein werden. Welche Folgen hat Basel III für Unternehmen? Im Gegensatz zu den angelsächsischen Län- dern zeichnet sich Deutschland durch eine Kultur der langfristigen Bankfinanzierung aus. Unternehmen greifen sehr gerne auf diese Form der Finanzierung zurück, da sie ihnen weitgehende Planungssicherheit in den Finanzierungskonditionen bietet und in unruhigen Zeiten zur wirtschaftlichen Stabilität im Unternehmen beiträgt. So haben die neuen Regularien weitreichen- den Einfluss auf die Finanzierungskultur in Deutschland. Sicherlich wird es auch weiterhin langfristige Kredite geben, aber Basel III im Überblick Bereich Neuregelung Auswirkungen Liquidität Erhöhung der Liquiditäts- anforderungen; insbesondere Einschränkung der Fristen- transformation Zugang zu langfristigen Krediten wird sich tendenziell verschlechtern, zudem werden langfristige Kredite teurer. Eigenkapital Erhöhung der Eigenkapital- unterlegung für Kredite Verteuerung der Kredite ist zu befürchten. Erhöhte Anforde- rungen an Sicherheiten sind zu erwarten.

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