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DDIV 04_2014

RECHT & STEUERN 36 DDIVaktuell 04|14 §§Der Autor DR. JOHANNES STEHR Der Steuerberater und Fachan- walt für Steuerrecht ist Senior Manager der BDO AWT GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Seine Tätigkeitsschwerpunkte sind Immobiliensteuerrecht, Unternehmenssteuerrecht, steuer- liche Vertragsgestaltungen sowie Interessenvertretung bei Betriebs- prüfungen, gerichtlichen und außergerichtlichen Verfahren. www.bdo-awt.de §35a EStG – Zur steuerlichen Begünstigung von haushaltsnahen Dienst- und Handwerkerleistungen hat das Bundes- finanzministerium ein neues Anwendungsschreiben veröffentlicht – und Zweifelsfragen der Praxis geklärt. Für haushaltsnahe Beschäfti- gungsverhältnisse und Dienstleistun- gen sowie Handwerkerleistungen in einem Haushalt kann nach §35a Einkommensteuergesetz unter bestimmten Voraussetzungen eine Steuerermäßigung in Anspruch genommen werden. Mit dem Schreiben vom 10.1.2014 wurde die bisherige Regelung angepasst. Dies sind die wesentlichen Neuerungen. das ist neu Abgrenzung begünstigter Handwerkerleistungen zu Neubaumaßnahmen Begünstigt sind nach § 35 a Abs. 3 EStG Handwerkerleistungen für Re- novierungs-, Erhaltungs- und Moder- nisierungsmaßnahmen, unabhängig davon, ob es sich bei der handwerk- lichen Tätigkeit um regelmäßig vor- zunehmende Renovierungsarbeiten oder kleine Ausbesserungsarbeiten handelt, die gewöhnlich durch Mit- glieder des privaten Haushalts erledigt werden können, oder um Erhaltungs- und Modernisierungsarbeiten, die im Regelfall nur von Fachkräften durch- geführt werden. Neubaumaßnahmen zählen jedoch nicht zu den begünstig- ten Tätigkeiten. Bisher galten als Neubaumaßnahme alle Maßnahmen, die im Zusammen- hang mit einer Nutz- oder Wohn- flächenschaffung bzw. -erweiterung anfielen. Das neue BMF-Schreiben stellt nun klar, dass es darauf nicht mehr ankommt, sofern ein Haushalt bereits vorhanden ist. Damit sind beispielsweise auch der Ausbau eines Dachgeschosses oder die Errichtung eines Carports begünstigt. 1 2 Abgrenzung begünstigter Handwerkerleistungen zu Gutachtertätig- keiten, insbesondere bei Leistungen von Kaminkehrern Abzugrenzen sind die begünstigten Hand- werkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnah- men auch von Gutachtertätigkeiten. Leis- tungen, bei denen eine Gutachtertätigkeit im Vordergrund steht, sind – sowohl nach dem alten als auch nach dem neuen BMF- Schreiben – nicht begünstigt. In das neue BMF-Schreiben wurden zur leichteren Handhabung folgende Beispiele für nicht begünstigte Tätigkeiten aufgenom- men: Mess- und Überprüfungsarbeiten, Le- gionellenprüfung, Kontrolle von Aufzügen und Blitzschutzanlagen, Feuerstättenschau und andere technische Prüfdienste. Der Ausschluss für Gutachtertätigkeiten gilt – anders als bisher – auch für Leis- tungen von Kaminkehrern. Ab dem Ver- anlagungszeitraum 2014 müssen daher Rechnungen in begünstigte Kehr-, Repara- tur- und Wartungsarbeiten einerseits und nicht begünstigte Prüfungsarbeiten ande- rerseits aufgeteilt werden. Bis einschließ- lich 2013 können die Leistungen von Kaminkehrern insgesamt in einer Summe geltend gemacht werden.

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