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DDIV 04_2014

04|14 DDIVaktuell 29 BUCHTIPP „Ein Flachdach ist nicht dicht zu bekommen“ ist eine häufig getätigte Aussage, die sich bei Bauherren, Architekten und so manchem Dach- decker hartnäckig hält. „Flachdächer sind dicht zu bekommen“ – sagt Stefan Ibold, Autor von „Schäden am Dach“. „Es ist nur eine Frage der Qualität von Planung und Ausführung und nicht zuletzt eine der Anforderungen, die an die Ab- dichtung gestellt werden“. Stefan Ibold: Schäden am Flachdach – erkennen, bewerten, instand setzen, 180 Seiten, 2012, Verlagsgesellschaft Rudolf Müller GmbH & Co. KG, ISBN 978-3-481-02980-7, 59,00 Euro von Trennlagen lässt sich dies verhindern. XPS-Dämmstoffe kommen insofern meist als Umkehrdämmungen unterhalb einer Auflast zum Einsatz. Gerade im Bestand gibt es noch viele Dä- cher, die zweischalig, belüftet konstruiert sind. Im Zuge von energetischen Sanie- rungen ist häufig die Umwandlung in ein- schalige, nicht belüftete Abdeckungen vorgesehen. Hiervor muss jedoch zunächst ausdrücklich gewarnt werden. Maßgebliche Veränderungen der Konstruktion, insbeson- dere in bauphysikalischer Hinsicht, führen sehr schnell zu erheblichen Schäden, die in vielen Fällen nur durch einen vollkommen- den Rückbau saniert werden können. Es empfiehlt sich, unbedingt Fachplaner und Bauphysiker zur Unterstützung bereits in der Planungsphase hinzu zu ziehen. Das gilt für genutzte Dachflächen und Dachterrassen: Genutzte Dachflächen und Dachterrassen werden nach der Novellierung inzwischen ebenfalls in der Fachregel für Abdichtun- gen ausgeführt. Sie unterliegen aber nach wie vor der DIN 18195-5 (Bauwerksab- dichtung gegen nicht drückendes Wasser). Ein wesentliches Merkmal ist hierbei, dass die Norm zunächst kein Gefälle kennt. Es ist „lediglich“ die Rede von der Wasser- abführung auf kurzen Wegen. Sie kann in diesem Fall nur durch die Erhöhung der Anzahl der Dachab- läufe, nicht durch ein Gefälle realisiert wer- den. Hier ist besonders darauf zu achten, dass der aufliegende Belag durch auf der Abdich- tung verbleibendes Restwasser keinen Scha- den wie z.B. dauerhafte Verfärbungen oder Salzausblühungen etc. nimmt. Bei den für Bau- werksabdichtungen zugelassenen Werk- stoffen ist die Zusatzbezeichnung „BA“ wesentlich. Wärmedämmstoffe müssen mindestens die Druckbelastbarkeit „dh“ (hohe Belastbarkeit) oder „ds“ (sehr hohe Belastbarkeit) aufweisen. Bei einlagigen Abdichtungen aus Kunststoff- oder Elas- tomerbahnen ist grundsätzlich oberhalb der Abdichtung eine Schutzschicht anzu- ordnen. Die Erfahrung zeigt, dass Dächer mit Ab- dichtungen nur sehr selten in den Flä- chenbereichen undicht werden. Ursächlich für eindringendes Niederschlags- bzw. Schmelzwasser sind überwiegend Schäden oder mangelhafte Ausführungen in den Anschlussbereichen und den Andichtungen an Durchdringungen. Erforderliche Repara- turen können bei bituminösen Dachabdich- tungen problemlos mit Werkstoffen für die Oberlage ausgeführt werden, wobei drin- gend im Vorfeld zu unterscheiden ist, ob es sich um eine Elastomer- bitumenbahn oder um eine Plastomerbitumen- bahn handelt. Repara- turen an Abdichtungen mit Kunststoffbahnen sollten ausschließlich mit gleichartigen Ma- terialien erfolgen, da es andernfalls zu unzu- reichend verschweiß- ten Nahtverbindungen kommen kann. Regelmäßige Wartung zahlt sich aus. Um notwendige Reparaturen von Dach- flächen mit Abdichtungen rechtzeitig zu erkennen oder um größere Schäden durch präventive Maßnahmen zu verhin- dern, sollten Flachdächer sinnvoller Weise regelmäßig fachmännisch inspiziert und gewartet werden. Dazu gehört z. B. eine regelmäßige Reinigung der Dachabläufe. Je nach Dachform und Lage des Objekts sollte sie ein- bis zweimal jährlich durch- geführt werden. Fachbetriebe bieten hierzu Wartungsverträge an, in denen der Umfang der erforderlichen Arbeiten festgeschrieben ist, um den einwandfreien Bestand auf lange Sicht zu gewährleisten. Bei Reparaturen auf Ausführung mit gleichartigen Materialien achten. Auf die hinreichende Verschweißung der Nahtverbindungen kommt es an.

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