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DDIV 04_2014

GEBÄUDE & TECNHIK 28 DDIVaktuell 04|14 Der Autor STEFAN IBOLD Der Dachdeckermeister und zertifizierte Energieberater ist Autor zahlreicher Fachartikel und -bücher. www.planungsgruppe-dach.de Regen, Eis, Sturm und Schnee, Temperaturschwankungen und UV-Ein- strahlung setzen vor allem Flachdächer enormen Belastungen aus. Im Gegensatz zu Dächern mit regensicher ausgebildeten Eindeckungen, müssen Dächer mit Ab- dichtungen bis zur Oberkante der An- und Abschlüsse wasserdicht ausgeführt sein, was erheblich höhere Anforderungen an die Werkstoffe und die Ausführung durch den Dachbauhandwerker bedeutet. Um ihnen gerecht zu werden, sollten schon in der Planungsphase wesentliche Aspekte berücksichtigt werden. Dabei wird nicht zwischen Neubau und Bauen im Bestand unterschieden, denn hier macht die Flach- dachrichtlinie als Fachregel für Abdichtun- gen keine Unterschiede. Flach, aber oho!Flachdächer gelten gemeinhin als problematisch – zu Unrecht, wenn man bei Planung, Wartung und Sanierung die Grundregeln beherzigt. Das gilt für nicht genutzte Dachflächen: Seit der Novellierung der Flachdachrichtlinie im Jahr 2008 wird der Begriff „Sonderkonst- ruktion“ im Zusammenhang mit gefällelosen Konstruktionen nicht mehr erwähnt. Man unterscheidet nunmehr zwischen der An- wendungskategorie K1 (Standard-Dachkon- struktion) und der Anwendungskategorie K2 (höherwertige Dachkonstruktion). Gefälle- lose Ausführungen oder Ausführungen mit einem Gefälle von weniger als 2 Prozent sind regelkon- form, bedürfen aber zur Kompensation des fehlen- den oder geringen Gefälles hochwertigerer Werkstoffe. So müssen bei Abdichtun- gen mit Kunststoffbahnen dickere Materialqualitäten gewählt werden. Bei bitu- minösen Abdichtungen sind – unabhängig von der Bean- spruchungsklasse – mindes- tens zweilagige Abdichtungen mit Bahnen der Eigenschaftklasse E1 zu verwenden. Eine solche Dachabdichtung wird in die Anwen- dungskategorie K1 gestuft. Um die Anwendungskategorie K2 zu erfül- len, muss bei Dächern mit Abdichtungen in der Fläche ein Gefälle von mindestens 2 Prozent in fertiger Leistung vorhanden sein, in Kehlbereichen ein Mindestgefälle von 1 Prozent. Bei gering geneigten Dachflächen emp- fiehlt sich zusätzlich eine Kiesschüttung oder alternativ eine extensive Dachbegrü- nung. Sie vermindert auf den Oberlagen der Abdichtungsbahnen das Risiko von Craquelé-Rissen, ähnlich einer Krokodil- haut, in den Randbereichen von Pfützen, die immer wieder abtrocknen und an- feuchten. Nachteil einer Kiesschüttung ist jedoch häufig auftretender unerwünschter Pflanzenwuchs, der höheren Wartungsbe- darf mit sich bringt. Als Vorteil ist wieder- um die Halbierung des Abflussbeiwertes zu nennen, so dass beim Bauen im Bestand die Zahl der vorhandenen Dachabläufe unver- ändert bleiben kann. Unabhängig davon sind bei innenliegen- den Entwässerungen grundsätzlich Notüber- und -abläufe vorzuse- hen, auch wenn sie im Bereich der Attika auf die Gebäudeaußenseite geführt werden. Die Anzahl und Dimensio- nierung sowie die Höhe der Notüber- bzw. -abläufe über der eigentlichen Entwässe- rungsebene und die Lage werden vom Sta- tiker ermittelt. Wärmedämmungen auf nicht genutzten, einschaligen Dachflächen müssen min- destens druckbelastbar sein. Dämmstoffe aus extrudiertem Polystyrol (XPS) werden üblicherweise nicht unterhalb der Abdich- tung angeordnet, da ihre thermischen Längenänderungen die Abdichtung be- schädigen können. Durch die Anordnung Gefälle unter 2 Prozent erfordern hochwertigere Materialien. Foto:©MikaHeittola/Shutterstock.com;©MikeFrajese/Pixelio.de

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