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DDIV 04_2013

04 | 13  DDIVaktuell  5 stellen und passgenaue Antworten geben. Wichti- ge Grundlagen für eine angemessene und zielfüh- rende Förderpolitik sind verlässliche und planbare Förderangebote. Hierzu zählen die Mittel für die soziale Wohnraumförderung ebenso wie die KfW- Förderung für die energetische Stadtsanierung, das energetische Bauen sowie die Gebäudesanierung und der altersgerechte Umbau. Das „Wohnriestern“ muss verbraucherfreundlich und anlagensicher wei- terentwickelt werden. Gehen Sie davon aus, dass die Energiewende mit den derzeitigen Rahmenbedingungen tatsächlich bis 2050 umsetzbar ist? Was müsste noch verändert werden? Die nationalen und europäischen Zielvorgaben sind klar formuliert. Allerdings versäumt es die Bundes- regierung seit der Wende zum Atomausstieg, die nötigen verlässlichen und geeigneten Konzepte aufzustellen und finanziell ausreichend ausgestalte- te und planbare Förderkulissen vorzuhalten. Derzeit sind wichtige und gut funktionierende Programme der energetischen Sanierung gefährdet, da diese aus unsicheren Einnahmen des Energie- und Kli- mafonds gespeist werden. Die Klimaschutzziele werden jedoch nicht mit der Sanierung einzelner Gebäude zu stemmen sein. Vielmehr sind Fragen der dezentralen Energiegewinnung, -speicherung und -versorgung in den Mittelpunkt zu rücken. Hierbei werden Wohnungseigentümergemein- schaften immer noch viel zu wenig berücksichtigt. Eigentümergemeinschaften hinken bei der energe- tischen Sanierung massiv hinterher. Viele Gründe können dafür angeführt werden: zu geringe Instand- haltungsrücklagen, zu komplexe und zu langwierige Abstimmungsprozesse, zu geringe Vergütungssätze für Verwalter. Oft sind es auch Unkenntnis bei Wohn- eigentümern und Verwaltern wie eine KfW / DDIV- Umfrage sichtbar werden ließ. Wie wollen Sie dies in einer neuen Regierung angehen? Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind mo- mentan immer noch nicht auf die Situation und die Herausforderungen für Wohnungseigentümer abgestimmt. Für eine gelungene Energiewende und die Bezahlbarkeit von Strom, Wärme und Wasser müssen eine bessere Informationspolitik, verläss- liche Rahmenbedingungen und eine zielgenaue Förderprogrammatik geschaffen werden. Gebäude­ sanierung wird über Einzelmaßnahmen hinaus eine hochtechnologische Baumaßnahme. Dazu sind Qua- lifizierung und gute Beratung ebenso notwendig wie eine angemessene Vergütung des Verwalters. Wir se- hen eine Verantwortung auf Ebene der Kommunen, die notwendigen quartiersbezogenen Maßnahmen anzustoßen und zu moderieren. Dazu müssen Städ- te und Gemeinden natürlich auch durch den Bund finanziell in die Lage versetzt werden. Der Gesetzgeber stellt Wohnungseigentümer und Verwalter vor immer größere Herausforderungen: zahlreiche Gesetze werden stetig erweitert; diverse Verordnungen auf den Weg gebracht. Bereits in die- ser Legislaturperiode hat sich die SPD dafür stark gemacht, Eigentum und Verwaltung vermehrt in den Fokus zu rücken, wie etwa mit Veranstaltungen in der Friedrich-Ebert-Stiftung oder einer kleinen ZUR PERSON Michael Groß aus Marl seit 2009 für die Städte Datteln, Herten, Haltern am See, Marl und Oer-Erkenschwick als direkt gewählter Abgeordne- ter Mitglied des Deutschen Bundestags. Bis 2004 war Groß Geschäfts- führer der Diakonie und später Geschäftsbereichs- leiter der AWO, wo er für 800 Kolleginnen und Kollegen und 45 Einrichtungen verantwortlich war. In der SPD ist er seit 1978 aktiv, war zehn Jahre Ratsmitglied, fünf Jahre Fraktionsvorsitzender und ist zurzeit Stadtverbandsvorsitzender. Michael Groß ist ordentliches Mitglied im Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, wohnungs- baupolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfrak­ tion und stellvertretender Vorsitzender der AG. Wichtige Arbeitsprojekte sind > Städtebauförderung „Soziale Stadt“, soziale Quartiersentwicklung > Wohnungsbaupolitik, bezahlbarer Wohnraum, soziale Wohnraumförderung > Energetische Gebäudesanierung, energetische Stadtentwicklung Darüber hinaus ist Groß ordentliches Mitglied im Petitionsausschuss. Er befasst sich unter anderem mit Petitionen zu Immobilien, bezahlbarem Woh- nen und Energiepolitik.

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