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DDIV 04_2013

VERWALTUNG & FINANZEN 56  DDIVaktuell 04 | 13 Der Autor WERNER MERKEL Der Kaufmann ist geschäftsfüh- render Gesellschafter der VEGIS Immobilien Unternehmensgruppe in Neu-Isenburg. Werner Merkel ist Präsidiumsmitglied des DDIV und Vorstandsvorsitzender des VDIV Hessen. Wie Verwalter sich das Wasser abgraben Versicherungsgesellschaften sind bei Objektversicherungen in arger Bedrängnis, und die Auswirkungen auf Verwalter sind erheblich. Doch das Problem ist auch hausgemacht. Wer die täglichen Presse­ meldungen aufmerksam liest, stößt auf Hinweise, dass sich Versicherungsgesell­ schaften vom Gebäudeversicherungs­ markt verabschieden wollen, müssen, oder es bereits getan haben. „In der Gebäude­ sparte wird nichts mehr verdient“, klagen die Gesellschaften. Das liegt daran, dass vor allem in den Bereichen Wasser, Abwas­ ser, Sturm und Hagel die Schadenskosten weitaus höher sind als die Prämienein­ nahmen. Wegen der Unwirtschaftlichkeit wurde die Gebäudeversicherung zum ungeliebten Kind der Versicherungsgesell­ schaften. Teilweise müssen sich Verwalter bereits jetzt schon anderweitig eindecken. Gründe für die Unwirtschaftlichkeit Die versicherten Gebäude werden immer älter. Gleichzeitig steigen der Erhaltungs­ aufwand und die Erwartung der Eigen­ tümer, dass der Versicherer alle Schäden reguliert, immer mehr an. Häufig werden dem Versicherer Schäden an Gebäuden gemeldet, die eigentlich zu den Instandhaltungsaufwendungen gehö­ ren. Man glaubt, für solche Fälle eine Ver­ sicherung zu haben; schließlich zahlt man ja die Prämie. Diese Annahme ist aber nur bedingt richtig. Eine Versicherung sollte für einen Schaden nur dann eintreten, wenn dem ein unvorhersehbares Ereignis zugrunde liegt. Es gehört jedoch nicht zu den Aufgaben einer Versicherung, bekannte und erkenn­ bare Schadenseintrittsmöglichkeiten zu regulieren, nur weil die Eigentümer die In­ standhaltung an ihrem Gebäude vernach­ lässigen. Die Grenze hierzu ist fließend und bedarf der genaueren Betrachtung. Nehmen wir an, wir hätten einen Schaden an einem Abwasserrohr. Dieser kann durch defekte Muffen oder ähnliches entstanden sein. Für einen solchen Schadensfall wurde die Versicherung abgeschlossen, und sie wird die Kosten auch übernehmen, solan­ ge der Schaden nicht mutwillig herbeige­ führt worden ist. Leitungssanierung durch die Versicherung Für was die Versicherung allerdings nicht aufzukommen hat, ist eine Sanierung gan­ zer Leitungsstränge über viele Stockwerke. Allzu oft wird jedoch versucht, Leitungssys­ teme auf Kosten der Versicherung zu sanie­ ren. Das ist jedoch Sache der Eigentümer. Sie müssen im Rahmen einer ordnungs­ gemäßen Verwaltung für die laufende In­ standhaltung und Instandsetzung sorgen. Häufig haben die Versicherer in der Ver­ gangenheit solche Schäden übernommen, obwohl sie bei genauerem Betrachten gar nicht zur Zahlung verpflichtet wären. Längst haben auch die Versicherungsge­ sellschaften der Zusammenhang zwischen dem Älterwerden der Gebäude und der Schadenshäufigkeit wegen unterbliebener Instandhaltung und Instandsetzung erkannt. Deshalb werden Schadensmeldungen heu­ te genauer überprüft und das Schadens­ verlaufs-Controlling strenger durchgeführt. Die Betrachtung der letzten fünf bis zehn Jahre zeigt ein erschreckendes Bild. Die Schadensquoten übertrafen nicht selten die Vertragsprämie um das Doppelte bis zum Mehrfachen. Die Gesellschaften überprüfen deshalb jeden Vertrag genau und drohen bei häufigen Schäden mit Kündigung, wenn die Eigentümer nichts unternehmen, um die Schadenshöhe und -häufigkeit zu reduzieren. Wer denkt, „dann decke ich halt über einen anderen Versicherer ein“, hat falsch gedacht

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