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DDIV 04_2013

IM BLICKPUNKT 30 DDIVaktuell 04|13 Astrid Schultheis: „Ich habe zwar meine Erfah- rungen mit der KfW, zusammen abgewickelt ha- ben wir jedoch noch nichts.“ tümer alles Notwendige vor und sprechen auch schon einmal mit einem Bankberater, der Fragen hat.“ Jeden Eigentümer einzeln über seine jeweilige Hausbank zu finanzie- ren koste zwar durchaus Nerven, aber es lohne sich, dran zu bleiben. „Bisher hat bei uns jeder Eigentümer einen Kredit bekommen, selbst eine frisch Geschiedene mit Kind und Rentner. Alles steht und fällt mit dem Bankberater.“ Der ganze Prozess vom Beantragen der Darlehen bis zur Auszahlung dauere zwischen drei und acht Wochen. Mit der KfW selber habe sie gar nichts zu tun, das geschehe direkt über die Eigentümer. Schultheis hat das Konzept der Einzel- finanzierung aller Eigentümer versucht und hält die Variante, bei der die Verwal- tung die Abwicklung der Einzelverträge organisiert, grundsätzlich für möglich. Das Modell mit einem vereinfachten Antragsverfahren über den Verwalter funktioniere in NRW jedoch nicht. Für WEG-Mitglieder, die zu alt seien oder solche mit Rückständen bekomme man keine Finanzierung. Schultheis: „Bisher ist eine Gemeinschaftsfinanzierung immer daran gescheitert, dass wir keine Bank finden, die das finanziert, zumindest nicht in dem Volumen, das die WEG braucht“. Nur Wohneinheiten werden gefördert Das Beantragen und die Bewilligung von KfW-Zuschüssen sei an sich einfach und funktioniere reibungslos. Allerdings hält Schultheis die Konstruktion der KfW- Zuschüsse in Bezug auf WEGs für ungeeig- net. Da seien die Anforderungen zu hoch. Außerdem erhalte bei einem gemischt genutzten Objekt nur ein Teil der Eigen- tümer Zuschüsse, weil nur das Wohnen gefördert werde. Überwiesen würden dann Zuschüsse, aber nur für einen Teil der WEG. Die Eigentümer der Gewerbe- einheiten müssten ihren Anteil dann ohne die Förderung aufbringen, was oft genug zu einem Abwicklungsproblem führe. Auch die Stuttgarter Verwalterin nennt das Beantragen von Förderungen für Einzelmaßnahmen schwierig. „Da streicht die KfW rigoros, da gibt es gar kein Ent- gegenkommen.“ Ihr sind die Förderkonst- rukte teilweise zu verbraucherunfreundlich. Häufig merke man erst während einer Baumaßnahme, dass die tatsächlichen Gegebenheiten anders seien als gedacht. Sind jetzt zusätzliche Maßnahmen nö- tig, müsse man die Baustelle 14 Tage lang ruhen lassen, bis die KfW den aktuali- sierten Förderantrag beschieden hat. Bei der KfW gilt: Kein Baubeginn vor Antrag- stellung. Das erweise sich gerade beim Bauen im Bestand als realitätsfremd. Eben- falls skurril: Bei einer Fassadensanierung wurde unter dem Putz eine 5 Zentimeter dicke Dämmung entdeckt. „Unser Vor- schlag, die geplante Dämmung um diese 5 Zentimeter zu reduzieren, wurde abge- lehnt. Nun ist die ohnehin dicke Dämm- schicht noch einmal 5 Zentimeter dicker“, erklärt Hewig. Forderung: Planung bei Großwohnanlagen fördern Die WEGs von Astrid Schultheis finanzie- ren ihre großen Maßnahmen weiterhin aus Eigenmitteln. Deshalb versucht sie, die Eigentümer frühzeitig zu überzeugen, ihre Rückstellungen zu bilden und selber zu sparen. Nachdem die Eigentümer drei oder vier Jahre lang angespart haben, wird der Rest über eine Sonderumlage abgedeckt, die dann tragbar ist. Letztend- lich ist es immer eine Einzelfinanzierung. Von der KfW nehmen ihre Eigentümer verschiedene Zuschüsse in Anspruch: für die Planung der Sanierungsmaßnahmen, die Heizungsmodernisierung oder für an- dere Einzelmaßnahmen. Schultheis ist überzeugt, dass man Anreize schaffen muss, wenn man die Prozesse in WEGs beschleunigen will. Ihr Vorschlag: Die Planung bei Groß- wohnanlagen fördern. Bei einem Haus mit drei oder vier Einheiten reiche die Vor-Ort-Beratung, da bekomme man ein brauchbares Ergebnis. Bei Anlagen mit 330 Einheiten gibt es mit der Beratung kein Ergebnis. Da verschlinge die Vorpla- nung bereits 30.000 bis 40.000 Euro, nur damit man wisse, welche Maßnahmen sinnvoll seien. Solche Beträge von den Eigentümern zu bekommen, sei schwierig. Gefördert werden Vor-Ort-Beratungen aber nur mit bis zu 4.000 Euro. „Erfahrungsgemäß kann man mit 100 Euro Planungskosten pro Einheit rechnen. Mit solch einer Planung sind die Eigentümer gut gerüstet, um sukzessive sinnvolle Maßnahmen anzugehen“, so Schultheis. „Gelingt eine Maßnahme samt För- derung, ist die Resonanz der Eigentü- mer sehr positiv“, sagt Andrea Hewig. Alle seien glücklich mit ihrer Finanzie- rung und der Modernisierung. Durch die zurzeit sehr niedrigen Zinsen gehe die Maßnahme bei manchem sogar Null auf Null aus. Der Aufwand für die Verwaltung für die zentrale Abwicklung der Finanzierungen ist nicht so groß wie man vielleicht meinen könnte. Für eine mittelgroße WEG veranschlagt die Ver- walterin 20 bis 25 Extrastunden – die ex- tra vergütet werden. Im Schnitt investiere man pro Eigentümer etwa eine Stunde. Aber der Aufwand lohnt sich, sagt die Verwalterin: „Alle WEGs, die wir saniert und mit KfW-Mitteln finanziert haben, haben uns als Verwalterin für 5 Jahre wiederbestellt.“ Fotos:©HaufeLexware,Shutterstock.com

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