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DDIV 04_2013

16  DDIVaktuell 04 | 13 Übernimmt der Verkäufer eines Grundstücks die Erwerbsnebenkosten (ohne Grunderwerbsteu- er), vermindert sich die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer um die zu erstattenden Kosten. So hat der Bundesfinanzhof (BFH) am 17. April 2013 entschieden. Das oberste Finanzgericht ist der Auffassung, dass der Käufer bei einer solchen Vertragsklausel einen Teil des Kaufpreises dafür verwendet, um beim Verkäufer einen Anspruch auf Kostenerstattung zu erhalten. Deshalb könne der Käufer diese Kosten vom Kaufpreis abziehen. Die Richter machten jedoch klar, dass dies nicht gilt, wenn der Verkäufer auch die Grunderwerbsteuer übernimmt (AZ: II R 1/12). www.bfhurteile.de Studie: Alte Heiztechnik bremst Energiewende aus von Stephanie Benusch Die Energiewende in deutschen Wohnun- gen kommt nur schleppend voran. Das ist das Ergebnis der neuen Hauswärme-Stu- die von Shell und dem Bundesindustrie- verband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH), die nun vorgestellt wurde. Demnach sind noch immer 78 Prozent al- ler Wohngebäude unsaniert und nur rund ein Fünftel aller Heizsysteme entspricht dem aktuellen Stand der Technik. Das liegt zum einen an dem veralteten Wohnungs- bestand. Mehr als 84 Prozent der gesam- ten Wohnfläche in Deutschland ist vor 1991 gebaut, rund 43 Prozent zwischen 1949 bis 1978. Solche Wohnungen genü- gen oftmals nur geringen Gebäudeeffizi- enzstandards. Weitere Programme der Bundesregierung nötig Auch sei die Sanierungsquote von 1 Pro- zent pro Jahr noch immer zu gering, um die Ziele der Energiewende zu errei- chen. Würde diese Quote weitergeführt, wäre im Jahr 2030 noch immer rund die Hälfte aller Gebäude unsaniert. Bei einer BFH bestätigt ­„Steuersparmodell“ beim Grunderwerb Erhöhung der Sanierungsquote auf 2 Pro- zent würden bis 2030 rund 3,7 Millionen Wohngebäude zusätzlich saniert werden. Damit würde der Anteil an unsanierten Gebäuden auf 30 Prozent sinken. Dafür seien jedoch weitere Programme und In- formationsangebote der Bundesregierung notwendig, um Eigentümer und auch Ver- walter von den Vorteilen einer energeti- schen Modernisierung zu überzeugen. Die Studie konzentrierte sich auf Heizsys- teme und -techniken. Im Jahr 2011 gab es in der Bundesrepublik rund 19,7 Milli- onen zentrale Heizungen, von denen der Großteil veraltet ist. Rund 2,7 Millionen alte Heizungssysteme,  die seit mindestens 1988 in Betrieb sind, müssen dringend ausgetauscht werden. Die aktuelle Moder- nisierungsrate der Heizungssysteme liegt bei 3 Prozent. Damit wird die Zahl effizi- enter Heizungen bis 2030 von 4,1 auf 10,6 Millionen steigen. Mit der aktuell vorherr- schenden Sanierungsquote ist eine gesam- te Energieeinsparung von 14,5 Prozent zu erreichen. Damit seien die Energieeinspar- ziele bis 2030 und 2050 weiterhin kaum zu erreichen. Immobilienverwalter und Heizungswirtschaft gefordert Die Studie schlägt eine beschleunigte Heizungsmodernisierung, neue Heiz- techniken und das verstärkte Nutzen erneuerbarer Energien vor. Damit könn- ten die Treibhausgasemissionen des deutschen Wohnungssektors bis zum Jahr 2030 um rund 30 Prozent redu- ziert werden. Neben Eigentümern und Immobilienverwaltern sei aber auch die Heizungswirtschaft gefordert. Sie müsse wirtschaftliche und kosteneffiziente Tech- niken weiterentwickeln. Bis heute ist der Haushaltssektor mit einem Anteil von rund 25 Prozent am Gesamtverbrauch einer der größten Energieverbraucher. Rund 71 Prozent des häuslichen Energieverbrauchs werden für Raumwärme, 14,5 Prozent für Warmwas- ser benötigt. Auch wenn einige Zwischenziele der Ener- giewende erreicht werden könnten, ist die Branche von einem klimaneutralen Woh- nungsbestand im Jahr 2030 noch deutlich entfernt. www.shell.de Rund 2,7 Millionen alte Heizungssysteme,  die seit mindestens 1988 in Betrieb sind, müssen dringend ausgetauscht werden. Fotos:©linerpics,RogerJegg-Fotodesign-Jegg.de,YuriArcurs/Shutterstock.com

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