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DDIV 04_2013

POLITIK & AKTUELLES 12  DDIVaktuell 04 | 13 Zensus 2011: 43 Prozent mehr Eigentumswohnungen von Stephanie Benusch Die Ergebnisse des Zensus 2011 überraschten: In der Bundesrepublik gibt es nicht nur mehr Wohnungen und weni- ger Menschen, sondern auch 43 Prozent mehr Eigentumswohnungen, als bisher an- genommen. Zum Stichtag am 9. Mai 2011 wurden exakt 9 341 366 Wohnungen von Eigentümergemeinschaften gezählt. Das sind 22,6 Prozent aller 41,3 Millionen Wohnungen in Deutschland. Bislang gin- gen die Schätzungen lediglich von 6,5 Mil- lionen Eigentumswohnungen aus. Die neuen Zahlen sprechen für sich: Eigen- tumswohnungen spielen eine zentrale Rolle im deutschen Wohnungswesen. Wohnun- gen in Eigentümergemeinschaften (WEGs) sind die zweitstärkste Eigentumsform hinter dem Privateigentum von Ein- oder Mehrfa- milienhäusern. Kommunale, genossenschaft- liche und private Wohnungsunternehmen bleiben mit ihren insgesamt 6,6 Millionen Wohnungen weit dahinter zurück. Dass die Zahl der Eigentümer in den letzten Jahren zugenommen hat und zunehmen wird, deuten auch die jüngsten Kaufpreis- steigerungen von Eigentumswohnungen an, die nach dem vdp-Immobilienindex im ersten Quartal 2013 um 5,7 Prozent stiegen. Viele Menschen zieht es in Bal- lungsgebiete und Großstädte. Während in Hamburg und München eine Leerstands- quote von unter 2,5 Prozent herrscht, liegt diese in ländlichen Gebieten zum Teil über 10 Prozent. Aus diesem Grund fordert der DDIV, dass Wohneigentum, insbesondere in Form von Eigentumswohnungen, in der Politik endlich ernst genommen wird. Die Ergebnisse des Zensus zu Neubau- tätigkeiten und Leerstand zeigen, dass Wohneigentum und Wohnungsneubau stärker gefördert werden müssen. Der Be- darf an Wohnraum steigt trotz sinkender Bevölkerungszahlen weiter an, begründet durch einen veränderten Lebensstil mit kleineren Familien und einer höheren Zahl Alleinstehender. Seit der Jahrtausendwende wurden jedoch nur 6,2 Prozent aller Bestandsbauten er- richtet. Die Eigentumsquote stagniert wei- terhin bei rund 46 Prozent. Hier ergab der Zensus 2011 im Vergleich zum Mikrozensus 2010 lediglich eine minimal Steigerung von 0,1 Prozentpunkten auf 45,8 Prozent. Vor dem Hintergrund steigender Mieten und der damit verbundenen Diskussion um eine Deckelung der Mietpreise bei Neuvermie- tungen, wird offensichtlich, dass nachhaltig Wohnraum geschaffen werden muss. Die Energiewende birgt große Herausforderungen 75 Prozent aller WEGs sind vor 1990 er- baut worden. Aus den Zahlen des Zensus geht hervor, dass noch immer 2,5 Millio- nen Wohnungen ausschließlich mit Öfen beheizt werden, zu denen auch Nachtspei- cheröfen gehören. Diese gilt es im Zuge der Energiewende durch klimafreundli- chere Systeme zu ersetzen. Das generel- le Verbot von Nachtspeicheröfen wurde allerdings erst kürzlich mit dem Energie- einspargesetz durch den Bundestag auf- gehoben. Die Geräte müssen künftig lediglich mit einer modernen Regeltechnik ausgestattet werden. Für die ambitionierte Energiewende sind vor allem Wohnungseigentümer gefragt. Da allein 40 Prozent des gesamten Energie- bedarfs in Gebäuden verbraucht wird – der Großteil für Heizung und Warmwasser – sind strengere Regeln zum Energiesparen nachvollziehbar. Jedoch könnte sich dies gegenteilig auf die geplanten Vorhaben der Bundesregierung auswirken. Die novellierte Energieeinsparverordnung, die in den kom- menden Wochen verabschiedet werden soll, sieht strengere energetische Vorschrif- ten für Neubauten vor. Bestandsbauten blieben auch auf Wirken des DDIV außen vor. Dennoch sind energetische Sanierun- gen ein finanzielles Risiko für viele WEGs. Umso wichtiger sind qualifizierte Verwalter, die das Vertrauen von allen Eigentümern der Gemeinschaft genießen. Viele Eigentü- mer erwarten, dass der Verwalter die neu- esten Anforderungen und Bestimmungen kennt und zugleich Kosten und Nutzen der neuesten Technologien realistisch ein- schätzen kann. Die Politik ist aufgerufen, die immense Bedeutung der WEGs und der Aufgabengebiete von Immobilienver- waltern anzuerkennen und Konsequenzen daraus zu ziehen. Gebäude mit Wohnraum sowie Wohngebäude nach Eigentumsform des Gebäudes Eigentumsform des Gebäudes Gebäude mit Wohnraum Gebäude Anzahl WohnungenAnzahl Gemeinschaft von Wohnungseigentümern/-innen 1 838 184 9 341 366 Privatperson/-en 16 031 137 23 994 564 Wohnungsgenossenschaft 289 288 2 105 795 Kommune oder kommunales Wohnungsunternehmen 333 193 2 319 226 Privatwirtschaftliches Wohnungsunternehmen 316 750 2 207 077 Anderes privatwirtschaftliches Unternehmen 133 026 696 649 Bund oder Land 43 850 304 029 Organisation ohne Erwerbszweck 75 442 330 041 ErgebnisdesZensus2011zumBerichtszeitpunkt9.Mai2011,veröffentlichtzumStandMai2013.

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