Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

DDIV 04_2013

04 | 13  DDIVaktuell  11 der Wohnungseigentümer und damit auch die Rolle des Immobilienverwalters viel stärker als bisher ins Zentrum poli- tischen Handelns gestellt werden muss. Die Form der Eigentumswohnung vereint dabei mehr als doppelt so viel Wohnraum auf sich als kommunale und genossen- schaftliche Wohnungsunternehmen zu- sammen. Diese kommen nach Angaben des Zensus auf 4 425 021 Wohnungen, die dem deutschen Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen. Wohnungseigentum stärker fördern In seiner Stellungnahme an den Bun- destag führt der DDIV aus, dass die anhaltende Diskussion um steigende Energiepreise, bezahlbares Wohnen, Mietpreisdeckelung und Wohnungs- knappheit in Ballungsgebieten, Wachs- tumsregionen und Universitätsstädten den privaten Wohnungsneubau und den privaten Wohnungseigentümer sträflich vernachlässige. Gerade hier liege aber auch eine große Chance für die Bundes- politik, die anhaltenden Diskussionen zu versachlichen. Durch ein Mehr an Förde- rung und steuerlicher Abschreibung bei der Schaffung von Wohnungseigentum oder dem „Wohnriester“ würde es auch ein Mehr an selbstnutzenden Wohnungs- eigentümern geben, die unabhängig vom Miet- und Wohnungsmarkt wären. Woh- nungseigentum, gerade in Hinsicht auf die Altersvorsorge, muss daher stärker in den Blickwinkel der Politik rücken. Trotz zunehmender Investition von privatwirt- schaftlichen Wohnungsunternehmen, Kreditinstituten, Versicherungen, Immo- bilienfonds und Kapitalgesellschaften, die sich hohe Renditen durch die Vermie- tung erhoffen, ist der Wohnungsmarkt in Deutschland noch immer gekennzeichnet durch die Investition von Privatpersonen, vor allem in ihre eigene Altersvorsorge. Energiewende nur durch WEGs möglich Gerade im Hinblick auf die umzusetzende Energiewende und deren Schwierigkeiten bei der Realisierung in Wohnungseigentü- mergemeinschaften (WEG) sind auch die KfW-Förderinstrumente kritisch zu hin- terfragen. Beantragungsverfahren sind zu vereinfachen, Fördertöpfe ausschließlich für WEG einzurichten und Fördermittel aufzustocken. Neue finanzielle Anreizsysteme würden es WEGs ermöglichen, mehr in den Kli- maschutz zu investieren. Ein zusätzlicher finanzieller Anreiz bei energetischer Sanie- rung und gleichzeitig dem altersgerechten Umbau wären weitere Möglichkeiten, um WEGs zu ermuntern, Investitionen zu täti- gen. Diese würden nicht nur dem Bauge- werbe und angeschlossenen Dienstleistern der Immobilienwirtschaft Planungssi- cherheit bieten, sondern auch Mietern eine größere Auswahl an hochwertigem, energieeffizienten Wohnraum eröffnen. Selbstnutzende Eigentümer würden eben- so zum Erreichen klimapolitischer Ziele in- nerhalb der WEG beitragen. Die größten Hemmnisse energetischer Sanierung sind ungenügende Instandhal- tungsrücklagen oder Hausgeldrückstände. In der Folge sind Banken oft nicht bereit, entsprechende Maßnahmen zu finanzie- ren. Sonderumlagen sind unbeliebt und bergen das Risiko, dass bei Insolvenz an- derer Eigentümer zahlende Eigentümer die Kosten des Ausfalls mittragen müssen. Hinzu kommt, dass laufende Instandset- zungsmaßnahmen ebenso zu finanzieren sind. Daher ist auch das Bankendurchlei- tungsprinzip aufzuheben. Bund und Län- der müssen hier gemeinsam einwirken. Tätigkeit des Immobilienverwalters politisch stärken Der DDIV ist zudem der festen Überzeu- gung, dass nun Qualifikation und Kenntnis- stand des Immobilienverwalters als Lotse und Mittler zwischen Politik und Eigentü- mer, insbesondere aus verbraucherschutz- rechtlichen Gründen wie auch mit Blick auf die Energiewende, neu bewertet werden müssen. Ohne Zugangsvoraussetzungen oder Mindestanforderungen ist privates Wohneigentum auf Dauer nicht sicher. Was in der laufenden Legislaturperiode bei der Novellierung des Finanzanlagen- vermittler- und Vermögensanlagenrechts angestoßen wurde, muss konsequent bei der Ausübung der Tätigkeit als Immo- bilienverwalter fortgeführt und weiter- entwickelt werden. Der DDIV setzt sich dabei seit langem als der Verwalterver- band Deutschlands für Zugangsvorausset- zungen ein. Als ein Minimum an gesetzlichen Rahmen- bedingungen fordert er die Einführung der Pflicht zur Vermögensschadenshaft- pflichtversicherung, einer Vertrauensscha- denversicherung sowie einen Abschluss für eine Berufs- beziehungsweise Betriebs- haftpflichtversicherung. All dies ließe sich innerhalb der Gewerbeordnung veran- kern. Eine derartige Regelung steht auch wie ein Verfassungsgutachten, das der DDIV in Auftrag gegeben hatte, nicht im Konflikt mit dem Grundgesetz. Die freie Berufswahl (Artikel 12 GG) wäre weiter- hin gewährleistet. Verbindliche Ausbil- dungsstandards und Sachkundeprüfungen hingegen sind weitere Möglichkeiten auf dem Weg zur Professionalisierung, die in einem zweiten Schritt folgen könnten. Der DDIV fordert daher die Politik auf, ih- rer Verantwortung für die Energiewende und den Verbraucherschutz auch bei der WEG-Immobilienverwaltung gerecht zu werden. Ohne Zugangsvorraussetzungen oder ­Mindestanforderungen ist privates ­Wohn­eigentum auf Dauer nicht sicher.

Pages