Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

DDIV 03_2015

GEBÄUDE & TECHNIK 44  DDIVaktuell 03 | 15 Der Autor MARCO FRÖHLICH Der SHK-Meister ist Prokurist der TGA Rohrinnensanierung. Böse Überraschung unterm Estrich Hunderttausende Fußbodenheizungen, die in den 70er- bis Anfang der 90er-Jahre verlegt wurden, bestehen aus Kunststoffrohren, die sich heute quasi unter den Füßen auflösen. Es besteht Handlungsbedarf. Das Problem war seinerzeit noch nicht abzusehen: Die damals über- wiegend verbauten Polyethylen-Rohre enthalten Stabilisatoren, die im Laufe der Zeit verloren gehen. Die Leitungsrohre werden spröde und bekommen Risse. Als Ursache dafür ist der permanente Sau- erstoffeintrag zu sehen. Er durchdringt den Kunststoff von außen und gerät auch mit dem Heizungswasser ins System. In der Folge entstehen Korrosionsprozesse, sodass sich zusätzlich Rost in den Leitun- gen ablagert. Ein schleichender Prozess, der aber in der Regel nicht unbemerkt bleibt: Betroffene Räume werden nicht mehr richtig warm, und mit dem zusätzli- chen Energieaufwand steigen die Kosten. Die Anlage heizt nicht mehr effizient – schlimmstenfalls droht der Totalausfall des Systems. Schätzungen zufolge arbei- ten lediglich 30 Prozent der im genannte Zeitraum installierten Fußbodenheizun- gen heute noch einwandfrei. Wer Wohnungsnutzern den lieb gewon- nenen Komfort einer Fußbodenheizung nicht entziehen oder im Zuge einer ohne- hin fälligen Sanierung Maßnahmen ergrei- fen will, setzte bisher auf das Durchspülen der Leitungen mit Wasser. Fachleute raten davon inzwischen ab, weil dies das Prob- lem noch verschlimmern kann. Durch die Spülung dringt weiterer Sauerstoff ins System. Zudem ist die Gefahr eines Rohr- verschlusses durch freigesetzte Ablagerun- gen hoch – und dann bleibt nur noch die ­Totalsanierung.

Seitenübersicht