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DDIV 03_2015

34  DDIVaktuell 03 | 15 TITELTHEMA FDer Autor PROF. DR. MARTIN HÄUBLEIN Der Verfasser lehrt Bürgerliches Recht sowie Wohn- und Immobilien- recht an der Universität Innsbruck. Zukunft Elektromobilität Was hat der Verwalter zu beachten, wenn Nutzer von Elektrofahrzeugen in der Wohnanlage eine Ladestation einrichten wollen? Fahrzeuge, die zumindest auch über einen Elektro-Antrieb verfügen, finden vor allem in den Städten zunehmend Interessenten. Damit geht die Suche nach Lademöglichkeiten einher. In Mehrfami- lienhäusern stößt deren Einrichtung rasch an recht- liche Grenzen. Während Mieter sich vor allem mit ihren Vermietern ins Benehmen setzen müssen, stellt sich in Wohnungseigentumsanlagen die Frage nach einem entsprechenden Gestattungserfordernis. Muss ein Beschluss gefasst werden? Erste Anlaufstelle für die Eigentümer ist insofern der Ver- walter. Oft besteht Unsicherheit darü- ber, ob ein Beschluss gefasst werden muss und wenn ja, welche Mehrheiten hierfür erforderlich sind. Auf den ersten Blick könnte man meinen, es handele sich um eine bauliche Veränderung des ge- meinschaftlichen Eigentums, die nach § 22 Abs. 1 WEG zustimmungsbedürftig ist. Der Nachteil für die anderen Eigentümer, der das Zustimmungserfordernis auslöst, könnte sich etwa aus der optischen Beeinträchtigung ergeben (Ladesäule auf dem Grundstück) oder aber aus einer Mehrbelastung des – vielleicht ohnehin alters- schwachen – Stromnetzes in der Anlage. Immer wieder äußern Eigentümer auch die Befürchtung, die Brand- gefahr werde erhöht. Dafür gibt es bislang aber keine belastbaren Nachweise. Eine Nachfrage beim Gebäu- deversicherer, zu der dem Verwalter in jedem Fall zu raten ist, schon um eine Obliegenheitsverletzung durch Gefahrerhöhung zu vermeiden, wird in aller Regel erge- ben, dass das Risiko dort als gering eingeschätzt wird. Auf den zweiten Blick hängt das Beschlusserforder- nis aber sehr von den Umständen in der konkreten Anlage ab und selbstverständlich auch davon, wie die Ladestation beschaffen sein soll: Welche Ausmaße sie hat, ob Dreiphasenwechselstrom („Drehstrom“) oder einfacher „Hausstrom“ benötigt wird, wo sie an das Stromnetz angeschlossen werden kann, damit der Verbrauch zuverlässig erfasst werden kann usw. Das macht die Sache rechtlich diffizil. Was sagt die Gemeinschaftsordnung? Bevor er sich zur Zulässigkeit einer Ladestation äu- ßert, muss der Verwalter in jedem Fall die relevan- Foto:©BlazKure/Shutterstock.com

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