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DDIV 03_2015

26  DDIVaktuell 03 | 15 TITELTHEMA A Wer macht den Strompreis? Der Handelspreis für elektrische Energie entsteht in Deutschland an der European Energy Exchange, besser bekannt als „Leipziger Strombörse“. Aber wie funktioniert das eigentlich? Von Andrea Körner Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Das gilt auch für den Handel mit Strom und erst recht fürs Geschäft an der Börse. Ganz ähnlich einer Wertpapierbörse fungiert auch die European Energy Exchange (EEX) als eine Art Marktplatz, auf dem Über- kapazitäten angeboten und bestehender Bedarf einge- kauft wird. Als elektronischer Handelsplatz für Energie und energienahe Produkte hat sich die EEX seit ihrer Gründung im Jahr 2002 zur führenden europäischen Energiebörse entwickelt. An den Märkten der EEX sind mehr als 230 Handelsteilnehmer aus 24 Ländern zuge- lassen, darunter Energieversorger, Stadtwerke, Indust- rieunternehmen, Energiehändler, Broker und Banken. Schnäppchenmarkt und Grundbedarf Gehandelt wird Strom an der Leipziger Börse auf zweierlei Arten: als Spot- und als Termingeschäft. Im Spotmarkt werden kurzfristige Geschäfte geschlos- sen. Börsenteilnehmer können in diesem Rahmen plötzlich auftretende Energieengpässe ausgleichen und Überschüsse abstoßen. Kurze Vertragslaufzei- ten können Preisschwankungen nutzen, bieten aber langfristig keine Garantien. Im Terminmarkt decken die Teilnehmer ihren lang- fristigen Bedarf und sichern ihre Grundversorgung für Monate oder auch Jahre. Sie sind dann allerdings auch auf lange Sicht an den vertraglich vereinbarten Beschaffungspreis, der sich am Spotmarkt orien- tiert, gebunden. Einer der Gründe, warum sinkende Strompreise nicht unbedingt bei den Verbrauchern ankommen. Der Referenzpreis Der durch die Handelsaktivitäten beeinflusste Physi- cal Electricity Index, kurz: Phelix, ist maßgeblich für den Strompreis. Tagesschwankungen von mehre- ren hundert Prozent sind durchaus üblich, und die erneuerbaren Energien haben darauf erstaunlichen Einfluss: Decken konventionelle Kraftwerke durch ihren kontinuierlichen Betrieb die Grund- und Spit- zenlastversorgung, kann die zusätzliche Einspeisung beispielsweise von Solarstrom an sonnigen Tagen, an denen nur wenig Strom verbraucht wird, dazu füh- ren, dass das Angebot die Nachfrage übersteigt. In der Folge sinkt der Börsenpreis, bisweilen sogar unter Null. In diesem Fall müssen Stromanbieter Prämien zahlen, um überschüssige Energie loszuwerden. Bei Redaktionsschluss erreichte der Phelix übrigens ein nahezu historisches Tief, mit 2,6 Eurocent/kWh. Der von der EEX ermittelte und veröffent- liche Strompreis ist der Großhandels- preis, also der für die reine Handelsware Strom. Steuern, Abgaben und Netzent- gelte sind darin nicht enthalten. Nach Auskunft der EEX macht er etwa 1/4 des Endkundenpreises aus. Demzufolge hätte die Autorin dieses Beitrags Anfang März 2015 für ihren Haushaltsstrom Foto:©Cardaf/Shutterstock.com Seit Jahresbeginn ist der Strompreis drastisch gesunken. Tipp: Festpreisverträge jetzt abschließen.

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