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DDIV 03_2015

POLITIK & AKTUELLES 10 DDIVaktuell 03|15 Zukunft Wohnen 2050 Im Rahmen der vom Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung (BAKA) im März 2015 in Berlin organisierten Veranstaltung diskutier- ten Politik, Immobilienwirtschaft und Praxis aktuelle Herausforderungen auf dem Woh- nungsmarkt. Neben gdw-Präsident Axel Gedaschko, der u.a. die übergreifende Frage stellte, ob es ein sozialverträgliches Vermie- DDIV beim Kolloquium WEG und Verwalter stärker fördern ten vor dem Hintergrund hoher Baukosten überhaupt noch geben könnte, vertrat DDIV- Geschäftsführer Martin Kaßler die Positionen von WEG und Verwalterwirtschaft. Bis 2030 werden acht Millionen Menschen in Deutschland über 80 Jahre alt sein, doppelt so viele wie heute. 2,9 Millionen altersgerech- te Wohnungen werden dafür benötigt, was einem Investitionsvolumen von umgerechnet 50 Mrd. Euro entspricht. Doch wer soll diese Investitionen aufbringen? Der DDIV-Geschäftsführer sieht hier auch Bund und Kommunen in der Pflicht. „Es reicht nicht aus, ein Programm zum alters- gerechten Wohnen aufzulegen und dieses mit einer Fördersumme von 54 Mio. Euro bis 2018 auszustatten. Das sind näherungsweise 0,1 Prozent des Investitionsvolumens.“ Vor dem spezifischen WEG-Hintergrund ist dies, auch wenn es ein richtiger Ansatz ist, deut- lich zu wenig. Gleiches gelte für die neuen Förderbedingungen der BAFA zur energeti- schen Beratung. Auch hier werden die auf- gerufenen Summen keine Eigentümer oder Verwalter signifikant in die energetische Sanierung bringen. „Solange Bund und Län- der WEG und Verwalter nicht stärker in den Fokus rücken, wird die Energiewende im Ge- bäudebestand an Wohnungseigentümerge- meinschaften scheitern“, so Kaßler mit seiner zentralen Botschaft vor mehr als 200 Gästen. Expertendiskussion zur Zukunft des Wohnens: Helmut Rehmsen (WDR), Dr. Alexander Renner (BMWi), Axel Gedaschko (GdW), Martin Kaßler (DDIV) und Ulrich Zink (BAKA). DDIV begrüßt stärkere Einbeziehung von Wohnungseigentümergemeinschaften und mahnt weitere Maßnahmen an. Vielfach hat der DDIV in der Vergangenheit darauf gedrängt, Eigen- tümergemeinschaften stärker in die Förderpolitik der Bundesregierung ein- zubinden. Nun zeigen sich erste Erfolge: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) stellt seit 1.3.2015 höhere und erweiterte Zuschüsse für die Vor-Ort-Beratung in WEG über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhr- kontrolle (BAFA) bereit. Laut einer Umfrage von DDIV und KfW in 2014 unter Haus- und Immo- bilienverwaltungen hatten im Vorjahr allenfalls die Hälfte der Befragten energetische Sanierungen in mindestens einem Fall begleitet. Als Gründe für die geringe Sanierungsrate in WEG wurden neben der schwierigen Finanzierung vor allem die Unsicherheit über die tatsächlichen Energieeinspareffekte bei Wohnungseigentümern angegeben. Abhilfe soll nun eine qualifizierte Ener- gieberatung leisten, die das Energieeffi- zienz-Potenzial des Gebäudes ermittelt und Maßnahmen aufzeigt, wie eine erfolgreiche energetische Sanierung gelingen kann. Eine solche Energieberatung wird nun mit höheren Fördersätzen unterstützt. So wird im Rahmen der Vor-Ort- Beratung ein Zuschuss in Höhe von 60 Prozent der förderfähigen Be- ratungskosten (maximal 800 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern und 1.100 Euro bei Wohnhäusern mit mindestens drei Wohneinheiten) gewährt. Erweitert wurde das Förder- programm der BAFA insbesondere für WEG. Sie erhalten eine Unterstützung von bis zu 500 Euro für die Vorstel- lung des Energieberaterberichtes in einer Eigentümerversammlung oder Beiratssitzung. Die neue Richtlinie vom 29.10.2014 ist zudem stärker an den Bedürfnissen der Praxis ausge- richtet: Eigentümer können den Inhalt des energetischen Sanierungsberichtes selbst bestimmen und zwischen einem Konzept für eine Komplettsanierung zum KfW-Effizienzhaus oder einem Sanierungsfahrplan für eine energe- tische Sanierung in Teilschritten mit aufeinander abgestimmten Einzelmaß- nahmen wählen. Der DDIV begrüßt diesen Schritt, ist der Meinung, dass ohne eine breit angelegte Informationsoffensive bei WEG und Immobilienverwaltungen weder das BAFA-Programm sich durchsetzen wird, noch WEG-Sanie- rungen vorangetrieben werden. Weitere Informationen zu den neuen Förderkonditionen erhalten Eigentü- mer und Verwalter auf der Website der BAFA: www.bafa.de/bafa/de/energie/ energiesparberatung Erstmalig höhere Zuschüsse zur Energieberatung

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