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03|14 DDIVaktuell 51 Rspr: BGH 27.06.2006, VII ZR 276/05. Insofern kann der Erwerber die Rechte auf großen Schadensersatz oder Rücktritt selbstständig geltend machen. Sie sind in- soweit nicht gemeinschaftsbezogen (vgl. BGH a.a.O). Daneben kann der Erwerber die erstma- lige Herstellung des Gemeinschaftsei- gentums selbstständig geltend machen. Dies gilt gleichermaßen für Mängelbe- seitigungsansprüche und Ansprüche auf Ersatz derjenigen Aufwendungen, die er selbst hatte, vgl. BGH a.a.O. Schlussend- lich kann der einzelne Erwerber auch den Anspruch auf Kostenvorschuss gegenüber dem Bauträger geltend machen, wobei dieser auf Zahlung an die WEG gerichtet sein muss (vgl. BGH Urt. v. 12.04.2007, Az.: VII ZR 236/05). Im Gegensatz hierzu ist die WEG für die Geltendmachung und Durchsetzung solcher Rechte von vornherein allein zu- ständig, die ihrer Natur nach gemein- schaftsbezogen sind und ein eigenständiges Vorgehen des einzelnen Wohnungseigen- tümers nicht zulassen (vgl. BGH Urt. v. 12.04.2007, Az.: VII ZR 236/05). Häufig sind einzelne Eigentümer mit der Durchsetzung dieser Rechte überfordert, und auch aus praktischen Gründen bietet es sich an, im Rahmen ordnungsgemäßer Verwaltung die Ausübung der auf die ord- nungsgemäße Herstellung des Gemein- schaftseigentums gerichteten Rechte der einzelnen Erwerber aus den Verträgen mit dem Veräußerer durch Mehrheitsbe- schluss auf die Gemeinschaft zu übertra- gen (vgl. BGH Urt. v. 12.04.2007, Az.: VII ZR 236/05). Dies gilt gleichermaßen für die Geltendmachung und Durchsetzung des Anspruchs auf Kostenvorschuss bei Vorliegen eines Mangels (vgl. BGH Urt. v. 04.06.1981, Az.: VII ZR 9/90, Urt. v. 19.12.1996, Az.: VII ZR 233/95) sowie die gemeinschaftliche Durchsetzung eines auf die Beseitigung von Mängeln gerichteten Erfüllungs- oder Nacherfüllungsanspru- ches (vgl. Urt. v. 12.04.2007, Az.: VII ZR 236/05). Insofern bietet es sich im Rahmen von Auseinandersetzungen mit dem Bauträ- ger an, bereits auf der ersten Eigentü- merversammlung einen entsprechenden Beschluss zu fassen, mit dem die Gel- tendmachung und Ausübung der entspre- chenden Rechte auf die Gemeinschaft übertragen wird. Gleichermaßen sollte bei Vorliegen von (Bau-) Mängeln beschlossen werden, dass die Verwaltung ermächtigt wird, einen Sachverständigen mit der Begut- achtung des Objekts und der Mängel zu beauftragen und etwaige Ansprüche der Gemeinschaft unter Zuhilfenahme eines Rechtsanwaltes sowohl außergerichtlich als auch gerichtlich geltend zu machen bzw. durchzusetzen. Nur bei vollständiger Beschlussfassung und Berücksichtigung vorstehender Punkte ist die Verwaltung in der Lage, ordnungsgemäß und interessen- gerecht zu handeln. Zieht die WEG die Geltendmachung und Durchsetzung der Ansprüche hinsichtlich des Gemeinschaftseigentums per Mehr- heitsbeschluss an sich, begründet sie hier- mit ihre alleinige Zuständigkeit, die ein selbstständiges Vorgehen der einzelnen Eigentümer ausschließt, vgl. BGH Urt. v. 12.04.2007, Az.: VII ZR 236/05. Die Frage, ob die WEG in der Folge auch die Befugnis zur Abnahme per Mehrheits- beschluss an sich ziehen oder beschließen kann, dass der Verwalter, Beirat, Sachver- ständige oder andere Dritte die Abnahme des Gemeinschaftseigentums erklären können, ist umstritten und bislang nicht höchstrichterlich entschieden. Das Landgericht München I hat die- se Möglichkeit in seinem Urteil vom 16.01.2013, Az.: 18 O 1668/11, mit der Begründung bejaht, dass in dem Beschluss über die Abnahme eine Parallele zu dem Beschluss über das An-sich-ziehen der Mängelrechte zu sehen ist, die eine ein- heitliche rechtliche Beurteilung rechtfertig. Dieser Auffassung schließen wir uns an. Wenn die Gemeinschaft per Mehrheits- beschluss die Durchsetzung der Mängel- rechte an sich ziehen kann, dann macht es in der Konsequenz keinen Sinn, wenn die Abnahme (nach Beseitigung der Mängel oder erstmaliger ordnungsgemäßer Her- stellung) wiederum nur vom einzelnen Erwerber erklärt werden kann. Im Falle des An-sich-ziehens durch die WEG ist der Mängel am Gemeinschaftseigentum: Per Beschluss- fassung sollten die Rechte zur Geltendmachung auf die Gemeinschaft übertragen werden. Es empfiehlt sich, die Verwaltung zu er- mächtigen, einen Sachverständigen mit der Begutachtung des Objekts zu beauftragen.

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