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03|14 DDIVaktuell 43 Entscheidungen rund um das Wohneigentum Folgende Fragestellungen haben die Gerichte diesmal beschäftigt: Welche Anforderungen gelten für die Sanierung des Gemeinschaftseigentums? Ist die Einholung von Vergleichsangeboten im Sinne ordnungsgemäßer Verwaltung unumgänglich? Wie steht es um die Handlungspflicht des Verwalters ohne vorliegenden WEG-Beschluss? Welche Kompetenzen haben WEGs bei Änderung des Kostenverteilungsschlüssels? Inwieweit ist Videoüberwachung im Eingangsbereich zulässig? Die Autoren DR. SUSANNE SCHIESSER DieFachanwältinfürMiet-und Wohnungseigentumsrechtist SalaryPartnerinderKanzlei „SibethPartnerschaftRechts- anwälteSteuerberater“. CLAUDIA OTTLO Die Rechtsanwältin ist in der Kanzlei „Sibeth Partnerschaft Rechtsanwälte Steuerberater“ schwerpunktmäßig auf den Gebieten Miet- und WEG-Recht tätig. www.sibeth.com Dr. Susanne Schiesser Claudia Ottlo Einholung von Vergleichsangeboten als Gebot ordnungsgemäßer Verwaltung Foto:©RuslanGrumble/Shutterstock.com Was war passiert: Die Mitglieder einer kleinen Wohnungseigentümergemein- schaft hatten für Sanierungsarbeiten die Vergabe mehrerer Einzelaufträge be- schlossen. Insgesamt belief sich das Auf- tragsvolumen auf über 3.000 EUR. Die Wohnungseigentümergemeinschaft hatte dabei darauf verzichtet, Vergleichsangebo- te für die Vergabe der Aufträge einzuho- len. Sie erachtete dies unter dem Aspekt nicht als notwendig, dass es sich nicht um einen großen, sondern mehrere kleine Einzelaufträge handelte. Die Beschlussfas- sung wurde von einzelnen Mitgliedern der Wohnungseigentümergemeinschaft ange- griffen. Sie sahen in der Auftragsvergabe ohne Einholung von Vergleichsangeboten einen Verstoß gegen die Grundsätze der ordnungsgemäßen Verwaltung. Die Meinung des Gerichts: Das Gericht bejahte den Verstoß gegen die Grund- sätze ordnungsgemäßer Verwaltung. Es wies darauf hin, dass bei Kosten in Höhe von 3.000 EUR für Instandsetzungs- und Instandhaltungsarbeiten die Bagatellgren- ze überschritten sei. Das Gericht berück- sichtigte in seiner Entscheidung zwar den Umstand, dass es sich um verschiedene Einzelaufträge handelte, die für sich ge- nommen nicht zwingend die Einholung von Zweit- oder Drittangeboten beding- ten. Dennoch schätzte das Gericht (ins- besondere bei einer kleinen WEG) den Gesamtumfang der Kosten für zu hoch ein, als dass Vergleichsangebote noch ver- zichtbar gewesen wären. Es setzte insofern die bisherige Rechtsprechungspraxis fort. Durch die Einholung von Konkurrenzan- geboten und Alternativangeboten soll sichergestellt werden, dass einerseits die richtige (nachhaltige) technische Lösung gefunden wird, andererseits auf die Wirt- schaftlichkeit der Maßnahme geachtet

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