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03|14 DDIVaktuell 41 Durch die ergänzende Unterstützung der mobilen Heizzentrale trocknet der Estrich auch ohne installierte Heizung bis die Belegreife erreicht ist. Das neue Kinderhaus der Stadt Regensburg erreicht dank eines energieeffizienten Heizsystems, starker Dämmung, dreifachverglasten Scheiben und einer Photovoltaikanlage auf dem Dach den Standard eines Nullenergiehauses. 1 2 Ist die Belegreife erreicht, wird das System innerhalb von drei Tagen über abgestufte Vorlauftemperaturen abgeheizt. Die Problematik bei der Estrichtrocknung Damit der Estrich beheizt werden kann, ist es erforderlich, dass das Bauwerk geschlos- sen ist und Heizwärme zur Verfügung steht. Vor allem bei Wärmepumpenanla- gen, aber auch bei anderen Heizsystemen ist die Heizanlage zum Zeitpunkt, an dem die Estrichtrocknung erfolgen muss, oft noch nicht betriebsbereit. Auch beim Bau des Regensburger Kinderhauses wurde be- wusst auf den vorzeitigen Einbau der Wär- mepumpe verzichtet, damit sie im Zuge der noch stattfindenden Arbeiten nicht beschädigt wird. Zudem ist der Trockungs- vorgang für Wärmepumpen mit einem Überlastungsrisiko verbunden, weil die Norm-Heizleistung dabei bedingt durch die hohe Feuchtigkeit weit überschritten wird. Der hohe Wärmeentzug kann zur Vereisung der Erdsonde führen, so dass sie unbrauchbar wird. Auch in Fällen, in denen bei Neubauten der Hausanschluss noch nicht fertiggestellt ist, kann sich die Estrichtrocknung problematisch gestal- ten, weil Brennstoff nicht geliefert werden kann oder die Versorgung mit Fernwärme noch nicht steht. Die normgerechte Estrichtrocknung er- fordert jedoch ein exakt regelbares Heiz- system. Betriebsbereite Systeme leisten das generell, allerdings arbeiten große Kesselanlagen in diesem Fall in einem sehr niedrigen Teillastbereich, da nur we- nig Heizleistung erforderlich ist. Werden Wärmeerzeuger vorzeitig in Betrieb ge- nommen, können Gewährleistungsrisi- ken entstehen, z. B. wenn die Abnahme der Heizungsanlage nach VOB noch nicht erfolgt ist. Kommt es nach der Abnahme zu Schäden, haftet der Auftragnehmer, liegt bereits eine Teilabnahme vor, trägt der Auftraggeber das Schadensrisiko. Auf- grund dieser Sachlage ist das Interesse an einer vorzeitigen Inbetriebnahme auf bei- den Seiten eher gering. Praxislösung Heizmobil Als Lösung hat sich in der Praxis der Einsatz mobiler Heizlösungen bewährt. Die Heiz- geräte werden für den benötigten Zeit- raum angemietet und können über flexible Anschlussleitungen direkt an den Heizkreis- verteiler angeschlossen werden. Die Geräte sind in unterschiedlichen Leistungsklassen erhältlich und können so an die Größe der Estrichfläche angepasst werden. Über eine Programmierung kann der Heizvorgang ex- akt voreingestellt werden. Moderne Geräte überwachen elektronisch den Ist-Zustand und geben Fehlermeldungen bei Abwei- chungen von den eingestellten Kennwer- ten. Messprotokolle können über eine Schnittstelle ausgelesen werden und ergän- zen die Dokumentation des Heizvorgangs. Auch die Stadt Regensburg behalf sich mit einer mobilen Lösung, bestehend aus einer Heizzentrale und einem schallge- dämpften Stellmotor, der speziell für die Estrichtrocknung programmiert ist. Die nach Vorgabe des Estrichlegers vor Ort benötigten Temperaturen sind so bis zu 14 Tage voreingestellt. Je nach Wärmebe- darf leisten entsprechende Aggregate bis zu zwei Megawatt. Der Estrich des Kinderhauses wurde mit einer Heizleistung von 150kW über einen Zeitraum von rund fünf Wochen getrock- net. Anschließend konnte der Bodenbelag aufgebracht werden. 2 Mobile Heizzentralen können vor Gewährleistungsrisiken schützen, die bei vorzeitiger Inbetriebnahme der im Objekt installierten Wärmeerzeuger für Auftrag- geber wie Auftragnehmer bestehen.

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