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GEBÄUDE & TECHNIK 36 DDIVaktuell 03|14 Anlage anschließend bestimmungsgemäß lückenlos mit Temperaturen über 55 Grad Celsius zu betreiben. Maßnahmenplan Sanierung Es gibt durchaus Fälle, in denen eine grundlegende Sanierung ins Auge gefasst werden muss. Relativ einfach ist dies im Bereich der Keller, also an der Hauseinfüh- rung, bei der Warmwasserbereitung und Verteilung, da diese im Gemeinschaftsei- gentum liegen. Schwieriger wird es in den Wohnungen, an endständigen Armaturen, Absperrungen und Entlüftungen, da diese im Sondereigentum liegen und ein ver- ständnisvolles Nutzerverhalten erfordern. Vor Beginn der Sanierung muss im An- schluss an die Gefährdungsanalyse ein Maßnahmenplan mit Kostenschätzung erarbeitet werden. Die Maßnahme ein- schließlich der zu erwartenden Kosten muss zeitnah von der WEG beschlossen werden, denn sie betrifft das Gemein- schaftseigentum und muss von den Eigen- tümern getragen werden. Wichtig ist die Information der Wohnungseigentümer über die Bedeutung der gleichzeitigen Sanierung aller Anlagenteile und das ent- sprechende Nutzerverhalten. Bis zur Beschlussfassung lassen sich nur Notmaßnahmen ergreifen. Je nach Grad der Kontamination sind die Bewohner zu infor- mieren, Meldung an das Gesundheitsamt zu erstatten und die Gefährdungsanalyse sofort zu beauftragen. Die Armaturen in den Woh- nungen sind mit neuen Brauseschläuchen und endständigen Sterilfiltern mit einer ma- ximalen Nutzungsdauer von 31 Tagen auszu- statten. Gegebenenfalls ist die Empfehlung nicht zu duschen auszusprechen. Generell sind nur die Kosten für die orien- tierende Untersuchung und die regelmäßi- ge Wartung der Trinkwasseranlage auf den Mieter umlegbar. Die Kosten für die Ge- fährdungsanalyse und die weiterführende Untersuchung muss die WEG tragen. Auch bei extrem hohen Kontaminationen der Kategorie 4 muss der Hausverwalter für Maßnahmen zur Sanierung der Trinkwas- seranlage einen WEG-Beschluss mit ein- facher Mehrheit herbeiführen. Ist jedoch bereits ein Duschverbot o. ä. auszuspre- chen, müsste der Verwalter im Zweifelsfall auch ohne WEG-Beschluss handeln, um Gesundheitsgefährdungen abzuwenden. Die Kosten für Sanierung und Instandhal- tung im Gemeinschaftseigentum muss die WEG tragen. Die Kosten für Armaturen und Sanitärgegenstände, die sich im Son- dereigentum befinden, müssen die jewei- ligen Eigentümer tragen. Die Sanierung selbst umfasst zwei Berei- che: das Gemeinschaftseigentum und das Sondereigentum, in denen sie zeitgleich durchgeführt werden muss, um eine wei- tere Infizierung zu verhindern. Die Woh- nungen müssen also genauso zuverlässig zugänglich sein wie die Trinkwasseranlagen im Gemeinschaftseigentum, was die Er- reichbarkeit des Hausmeisters voraussetzt. Für die Sanierung gibt es folgende Mög- lichkeiten: Austausch von Komponenten Austausch von Leitungsteilen, wo erforderlich und möglich Große komplexe Systeme können getrennt werden Beseitigung von Stagnationsbereichen Hydraulischer Abgleich des Systems Automatische Spüleinrichtun- gen bei Leerständen und langen Abwesenheiten Unumgänglich: die weiterführende Beprobung Nach Gefährdungsanalyse, Spülung, Des- infektion und Sanierung ist der Erfolg der Maßnahmen mit der weiterführenden Beprobung festzustellen. Ihr Umfang ist im DVGW Arbeitsblatt W 551 festgelegt und in Absprache mit dem Gesundheits- amt auszuführen. Das Ergebnis muss einen Gesamtüberblick über alle Teile der Trink- wasseranlage bieten. Dazu müssen alle Be- reiche untersucht werden, in denen eine Gefährdung zu erwarten ist oder bereits bestand, also möglicherweise auch Teile des Kaltwassernetzes. Der legionellenfreie und hygienisch anstandslose Betrieb der Anlage muss nachgewiesen werden. Nach der Sanierung ist die weiterführen- de Beprobung einzuleiten, die nachweisen muss, dass der vorgeschriebene Grenzwert von weniger als 100KBE/100ml eingehal- ten wird. Der Befund ist zur Anzeige der Beendigung erforderlicher Maßnahmen an das zuständige Gesundheitsamt zu senden. Entwarnung erst bei Nachweis des hygie- nisch einwandfreien Betriebs der Anlage. Foto:©TischenkoIrina/Shutterstock.com

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