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03|14 DDIVaktuell 27 Übertragen auf die Wohnungswirtschaft wird schnell deutlich, dass gerade in der Konstellation Mieter, WEG/Eigentümer und Verwalter unterschiedliche Bedürfnis- se eine Rolle spielen. Gehen Anbieter da- von aus, dass sich ein Energieprodukt nur durch den Preis unter- scheiden kann, werden sie durch den Wunsch ihrer Kunden nach pünktlicher Rechnung- stellung, persönlicher Betreuung, kompeten- ter Beratung und Unterstützung jeglicher Art im Bedarfsfall eines Besseren belehrt. Marktteilnehmer mit defizitären Preismo- dellen und Lockangeboten mussten im Zuge des fortschreitenden Wandels aus Unwissenheit oder Kalkül begangene Feh- ler bereits mit Insolvenzen und Rückzug bezahlen. Die vergangenen Jahre sind von einer Preisrallye geprägt. Energielieferanten, die sich daran beteiligen, müssen Preise an- bieten, die deutlich unter den Beschaf- fungskosten liegen. Das wiederum führt zu einer Konsolidierung der Anbieterseite. Experten rechnen mit weiteren Insolven- zen. Damit löst sich das Feld der Anbieter, die mit der Auslösung von Preisimpulsen gespielt haben, langsam auf. Geblieben sind der Ärger über verlorene Geldbeträge auf Kundenseite, ein Scherbenhaufen, der nun eine Menge Arbeit macht – aber auch die Erkenntnis, dass eine reelle Leistung einen realistischen Preis haben muss. Das gilt im Übrigen für alle Märkte. Kunden, die so etwas miterlebt haben, sind bei neuen Pro- jekten, die zur Energiekostenoptimierung beitragen, eher zurückhaltend. Sehr zum Leidwesen derjenigen, die den Markt ohne leere Versprechungen bedienen. Für preisbewusste Kunden bleiben noch zahlreiche Anbieter mit Bonusversprechen für das erste Lieferjahr. Dieses Modell funktioniert für Energieanbieter aber nur, solange dieselben Kunden bereit sind, im zweiten Jahr den vereinbarten Preis auch ohne Bonus und ggf. sogar zwischenzeit- lich vorgenommene Preiserhöhungen in Kauf zu nehmen, die AGB-konform kurz- fristig kommuniziert werden. Durch die Entfesselung der Marktkräfte ergeben sich neue Möglichkeiten auf Sei- ten der Energieversorger. Für die Käufer- seite ergibt sich eine Vielzahl von neuen Optionen im Hinblick auf die Energieko- stenoptimierung so- wie die Erhöhung des Service-Levels. Vor welcher Aufgabe steht nun die Woh- nungswirtschaft? Kön- nen Verwalter die Optimierung der Ener- giekosten noch bewältigen, wenn sie dazu laufende Energieverträge regelmäßig auf den Prüfstand stellen müssen? Die Erfahrung zeigt, dass nur ein verhältnismäßig geringer Teil diese Aufgabe annimmt – sie kostet nämlich Zeit und hat auch ihren Preis, den die WEG oftmals nicht bereit ist zu zahlen. In den letzten Jahren ist ein Anbietermarkt entstanden, der sehr vielfältig ist und na- hezu jedes energiebezogene Bedürfnis deckt. Einige etablierte Energieversor- gungsunternehmen stellen sich konse- quent den Anforderungen des Marktes. Diese Neuausrichtung ist für Kunden und auch Lieferanten wichtig und richtig. Ging es vordergründig bisher nur um den Preis? Nein, denn sonst würde nicht nur ein klei- ner Teil der Energiekunden das sogenann- te „Price hopping“ betreiben. Diejenigen, die nicht auf die Suche nach einem alternativen Anbieter gehen, sind davon abhängig, wie sich der aktuelle Ener- gielieferant ausrichtet. Leider ist Folgendes keine Seltenheit: Lan- ge Warteschleifen zermürben die Ner- ven, Fragen zum Ver- tragsverhältnis können nicht beantwortet werden und Kunden stellen irritiert fest, dass die 24-Stunden- Hotline fachlich nicht mit den eigenen Kenntnissen mithalten kann bzw. der Liefe- rant mehrere Wochen für eine Angebots- abgabe benötigt. Energielieferanten, die diese Entwicklung nicht erkennen, werden mittel- und langfristig ihre über Jahre treu- en und leidgeprüften Kunden verlieren. Der Unmut der Kunden steigt und hinzu- kommt eine gewisse Unsicherheit beim Thema Anbieterwechsel. Berater und Makler nutzen diese Situa- tion, um ihre Leistungen anzubieten. Ein guter Berater informiert detailliert über das Leistungspaket des empfohlenen Lie- feranten. Hier lohnt ein Blick hinter die Kulissen und die Frage, nach welchen Ent- scheidungskriterien der Makler oder Bera- ter vorgeht. Ein Leistungsvergleich lässt sich als Ver- walter auch sehr einfach allein anstoßen. Schon die Anfrage eines Kunden löst bei einem Energielieferanten verschiedene Impulse aus. Es werden Serviceleistungen von der Datenaufbereitung bis zur Ab- rechnung und Marktbeobachtung ange- boten. Überteuerte Preisangebote sind Geschichte, denn im Preiswettbewerb kann es sich kein Anbieter leisten, nicht marktkonform zu kalkulieren. Doch wie trete ich als Kunde mit dem zu- künftigen Energielieferanten in Kontakt? Woher weiß ich, dass meine Vorstellungen und Ansprüche an eine sichere, preiswerte und persönliche Energielieferung erfüllt werden? Der erste Kontakt entsteht oft beim Besuch einer Fachmesse oder auch nur telefonisch. Nachfrage und Angebot finden bei Verbänden eine Plattform. Die Verantwortung der Verbände und Veran- stalter ist daher von entsprechend zent- raler Bedeutung und trägt dazu bei, eine echte Energiepartner- schaft entstehen zu lassen. Der Energiekunde profitiert, und der Wandel hat etwas Gu- tes. Denn Wettbewerb belebt das Geschäft. Versorger passen sich den Markterfor- dernissen an. Servicethemen werden wichtiger. Kunden werden als Kunden gesehen, und innovative, etablierte Ener- gieversorger nutzen die Chancen, über ihr angestammtes Versorgungsgebiet zu expandieren. Reelle Leistungen haben einen realistischen Preis. Ein Anbieter- markt, der alle Bedürfnisse deckt.

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