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POLITIK & AKTUELLES 10 DDIVaktuell 03|14 Der Autor THOMAS HÜTTL Der Geschäftsführer der Contecta Immobilienverwaltung GmbH ist über seine Verwaltertätig- keit hinaus als Referent für den DDIV und VDIV-Bayern tätig und berät Verwalterkollegen. Er ist zertifizierter TEMP-Trainer und wurde mehrfach ausgezeichnet als Immobilienverwalter des Jahres. Die neueste Verordnung nahm ihren Anfang ausnahmsweise nicht in euro- päischen Gremien, sondern in wissenschaft- lichen Kreisen. Die renommierte Universität Königs-Wusterhausen bei Berlin fand in einer aus europäischen Fördermitteln finanzierten, dreijährigen Forschungsarbeit heraus, dass in der Bundesrepublik Deutschland ein ge- samtwirtschaftlicher Schaden in Höhe von 3,65 Mrd. Euro entsteht, weil Arbeitnehmer verschlafen. Auch die Korrelation zwischen Wohnsituation und der Häufigkeit des Ver- schlafens wurde empirisch untersucht – mit alarmierendem Ergebnis: Neu seit 1. April 2014: Die Zentralweckverordnung stellt Immobilienverwalter vor neue Aufgaben. Immobilienverwalter sind es ja gewohnt: In regelmäßigen Abständen bekommen sie von Gesetz- geber oder Rechtsprechung neue Aufgaben aufs Auge gedrückt und müssen zusehen, sie in der Praxis zeitnah, kundenfreundlich und möglichst preiswert umzusetzen. In Mehrfamilienhäusern wird etwa zehn- mal häufiger verschlafen als in Ein- und Zweifamilienhäusern. Dies und der Scha- den in Milliardenhöhe rief auf Betreiben des Wirtschaftsministeriums die Koalition auf den Plan. Erste Maßnahme: Nach der Klausurtagung des Kabinetts in Meseberg wurde in Rekordzeit die Zentralweckver- ordnung (ZWeckVO) ausgearbeitet, am 10. Februar 2014 (nach Redaktionsschluss der letzten DDIVaktuell) im Bundesge- setzblatt veröffentlicht und bereits zum 1. April 2014 in Kraft gesetzt. § 3 ZWeckVO verpflichtet Eigentümer – bei Eigentümergemeinschaften die je- weiligen Verwalter –, dafür Sorge zu tra- gen, dass Bewohner morgens nicht mehr verschlafen. Wie dies umgesetzt werden soll – noch dazu derart kurzfristig – lässt der Gesetzgeber freilich offen. Dies bleibt wieder einmal den Verwaltern überlassen. „Dass in einer neuen Verordnung keinerlei Umsetzungs- oder Übergangsfristen enthal- ten sind, zeigt deutlich, dass hier mit heißer Nadel gestrickt wurde, ohne vorher mit Ver- tretern der Branche zu sprechen,“ so Martin Kaßler, Geschäftsführer des DDIV. Gleich- wohl sieht auch er die Verwaltungen in der Pflicht, insbesondere weil bei Verstößen empfindliche Bußgelder (bis zu 25.000 Euro) drohen. Zudem stehen Schadensersatz- ansprüche im Raum, wenn Bewohner von Mehrfamilienhäusern weiterhin wegen Ver- schlafens zu spät zur Arbeit erscheinen. Unterdessen bringen Dienstleister bereits erste Lösungen für Verwalter auf den Markt. Ganz vorn liegen Systeme der Heizkosten- abrechner, die es ermöglichen, Rauchmelder kurzfristig zentral mit einer elektronischen Zeitsteuerung zu koppeln. „Zur Umsetzung der Zentralweckverordnung tragen wir damit einfach und preiswert bei,“ so der Sprecher eines Anbieters. Eine nahe liegende Lösung für Bundesländer, deren Bauordnungen die Ausstattung von Bestandswohnungen mit Rauchwarnmeldern bereits vorschreiben. In Bayern z.B. ist dies erst ab 1. Januar 2018 der Fall. Stephan Fuchs, Verwalter in Nürnberg, stellt bereits fest: „Einige bayerische Kollegen wollen die Installation der Rauchwarnmel- der vorziehen, um so zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.“ Hersteller melden auf Anfrage von DDIVaktuell erste Massenbe- stellungen aus Bayern, wollen von Hamster- käufen aber (noch?) nicht sprechen. Um den Mitgliedsunternehmen die Um- setzung der ZWeckVO zu erleichtern, hat der DDIV eine Checkliste entwickelt. Vor der Idee, gegebenenfalls in Wohnanlagen vorhandene Sprinkleranlagen im Sinne der ZWeckVO einzusetzen, wird bisher noch eindringlich gewarnt. Download-Info: Die Checkliste ZWeckVO mit allem Wissenswerten rund um die neue Zentralweck- verordnung, hilfreichen Tipps und Maßnahmenempfehlungen zu ihrer Umsetzung steht zum Download im Internet bereit: www.ddiv.de

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