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POLITIK & AKTUELLES 8 DDIVaktuell 03|14 Der Autor GERHARD K. KEMPER FRICS Das Mitglied des Vorstandes der Royal Institution of Chartered Surveyors Deutschland ist Honorar- professor an der HAWK Hochschule, Holzminden, und Eigentümer des Beratungsunternehmens GEKA KEMPER GmbH in Düsseldorf. www.gekakemper.de Die Maklerzunft am Scheideweg Für wen arbeitet der Immobilienmakler eigentlich – für seinen Kunden oder den Vertragsabschluss? Zur Diskussion um ein neues nationales Maklerrecht hat sich die Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS) eingeschaltet. Sie unterstützt das von der großen Koalition geplante Verursacherprinzip beim Maklerrecht. Nach Angaben von RICS ist die Rechtsprechung eindeutig: Auftraggeber des Immobilienmaklers ist immer die Partei, die die Provision bezahlt. Nur in diesem Interesse darf der Immobilienmakler tätig sein. Ein Rechtsanwalt vertrete ja schließlich auch nicht Kläger und Beklagte gleichzeitig, so RICS. Dazu ein Gastbeitrag von Gerhard K. Kemper. Inzwischen liegt zu dem im Koalitionsver- trag verankerten Bestellerprinzip ein Refe- rentenentwurf vor, der – aus Sicht der Politik verständlich – vor allem regelt, unter welchen Umständen der Mieter die Maklerprovision zahlt. Leider ist darin von einer dringend not- wendigen Modernisierung des Maklerrechts ansonsten nichts zu finden. Zum Beispiel gibt es keine Aussage darüber, für wen der Mak- ler eigentlich tätig ist. Wenn man genauer hinsieht, liegt aber genau hier der große Un- terschied zwischen internationalen Gepflo- genheiten und der deutschen Maklerpraxis. International wird der Makler als ein In- teressenvertreter und Berater einer Seite gesehen. Er ist tätig für seinen Kunden, sei es Verkäufer/Vermieter oder Käu- fer/Mieter, und er wird auch von seinem Kunden bezahlt. Die Bezahlung von bei- den Seiten genau wie die Tätigkeit für beide Seiten ist international absolut unüblich und wird als unüberbrückbarer Interessenkonflikt gesehen – analog zum Rechtsanwalt, der auch nicht gleichzeitig für den Kläger und Beklagten arbeiten kann. Die Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS) hat das in ihren „Real Estate Brokerage Standards“ (REABS) ein- deutig beschrieben und fordert bei einer Änderung des Maklerrechts auch eine einseitige Interessenvertretung als Leit- bild des Immobilienmaklers. Aber auch die deutschen Gerichte gehen davon aus, dass der Makler mit seinem Auftragge- Foto:©Pressmaster/Shutterstock.com

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