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DDIV 03_2013

03 | 13  DDIVaktuell  55 gemeinschaften eingeführt. Nicht immer gelingt es bestehenden Gemeinschaften, nachträglich die Schiedsgerichtsbarkeit einzu- führen. Das Erfordernis der Mitwirkung aller Beteiligter muss respektiert werden, behin- dert aber zugleich eine raschere Verbreitung. Lässt sich eine Zunahme der Verfahren fest- stellen und was ist möglicherweise dafür ausschlaggebend? In den letzten zwei Jahren konnte eine ­Zunahme der Verfahren festgestellt werden. Die Ursache ist objektiv nicht kontrollierbar. Es ist nicht bekannt, wie viele Eigentümer- gemeinschaften die Geltung des Statuts dieses Schiedsgerichts vereinbart haben. Die Zunahme an Verfahren liegt wohl auch daran, dass inzwischen am Entscheidungs- horizont der Aufteiler, Bauträger und No- tare dieses Schiedsgericht präsenter ist und deswegen eingeführt wurde. Außerdem wurden in einigen Gemeinschaften bereits mehrere Verfahren geführt. Dies zeigt, dass die Eigentümer über das Schiedsgericht ei- nen akzeptierten Weg zur Lösung der an- stehenden Probleme gefunden haben. Wie ist die prozentuale Gewichtung der Ver- fahren: Gibt es mehr Schlichtungen zwischen Wohnungseigentümern untereinander oder mehr zwischen Eigentümern und Verwaltern? Es gibt deutlich mehr Streitverfahren zwi- schen den Eigentümern untereinander be- ziehungsweise der Eigentümergemeinschaft und einzelnen Eigentümern. Streitigkeiten zwischen Verwalter und Eigentümern oder der Gemeinschaft werden vor dem Schieds- gericht noch relativ selten ausgetragen. Dies ist bedauerlich, weil Eigentümergemeinschaft und Verwalter die Bewältigung von Streitig- keiten im Einzelfall dem Schiedsgericht vorle- gen könnten, wenn Sie dies vereinbaren. Auf diesem Weg können Missverständnisse und damit verbundene Vertrauensstörungen auf kurzem Weg beseitigt werden. Vermutlich ist diese Möglichkeit im Bewusstsein der Eigen- tümer und Verwalter noch nicht ausreichend vorhanden. Vorrangig versucht das Schieds- gericht eine gütliche Vereinbarung unter den Parteien herbeizuführen. Dies kann auch als Schlichtung bezeichnet werden. Gelingt keine gütliche Regelung, entscheidet das Schiedsgericht auf Grundlage des Gesetzes beziehungsweise der Vereinbarungen oder der Schiedsrichter sind gütliche Einigungen nicht selten. Unter welchen Voraussetzungen kann das Schiedsgericht angerufen werden? Eine Eigentümergemeinschaft kann gene- rell – oder die streitenden Parteien müssen im Einzelfall – die Geltung des Statuts dieses Schiedsgerichtsvereinbaren.EinMehrheitsbe- schluss reicht dafür nicht. Ohne entsprechen- de Öffnungsklausel haben die Eigentümer dafür keine Beschlusskompetenz. Weil die- ses Schiedsgericht permanent existiert, ist es auch für Beschlussanfechtungsverfahren tauglich. Die beiden Monatsfristen gemäß § 46 WEG, um einen Beschluss anzufechten und den Antrag zu begründen, können durch Anrufung des ständigen Schiedsgerichts ein- gehalten werden. Muster, Anwendungshil- fen und Antworten zu weiteren Fragen zum schiedsgerichtlichen Verfahren sind unter www.schiedsgericht-wohnungseigentum.de zu finden. Immobilienökonom bietet stille / aktive Teilhaberschaft an Immobilienverwaltung. Bei Interesse Zuschrift unter Chiffre IG310521 an AVR Agentur für Werbung und Produktion GmbH • Weltenburger Str. 4 • 81677 München Immobilienverwaltung (JU ca. 130 000) sucht Nachfolger im Raum Köln. Bei Interesse Zuschrift unter Chiffre IG310520 an AVR Agentur für Werbung und Produktion GmbH • Weltenburger Str. 4 • 81677 München Kleinanzeigen Hier könnte auch Ihre Kleinanzeige stehen, weitere Informationen erhalten Sie bei: Isabella Gnirß, Mediaberatung Tel.: 089 419694-32 • ignirss@avr-verlag.de ZUR PERSON Johannes Drabek, Jahrgang 1953, ist seit 1981 als Rechtsanwalt tätig. Der Fach- anwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht arbeitet seit über 20 Jahren auf dem Gebiet und ist bundesweit ein gefragter Referent und Autor verschiedener Veröffentlichun- gen zum WEG sowie Mitautor bei Fachkommentaren. Seit Oktober 2011 ist er Präsident des Deutschen ständigen Schiedsge- richts für Wohnungseigentum. Beschlüsse der Eigentümer durch Schiedsspruch, der letztlich voll- streckbar gemacht werden kann. Welche Vorteile bietet das Schieds- gerichtsverfahren gegenüber dem gerichtlichen Verfahren? Das Schiedsgericht kommt zügig zu einem abschließenden Ergebnis, weil es in nur einer Instanz entschei- det. Die Schiedsrichterliste ist mit Fachleuten des Wohnungseigen- tumsrechts besetzt, nachlesbar auf der Homepage. Je nach Zusammen- setzung des Schiedsgerichts und ab- hängig vom Streitwert kann wegen der verkürzten Entscheidungswege das Verfahren billiger als beim staat- lichen Gericht werden. Aufgrund der Kompetenz und der damit ein- hergehenden Überzeugungskraft Weil dieses Schiedsgericht permanent existiert, ist es auch für Beschluss­ anfechtungsverfahren tauglich.

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