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DDIV 03_2013

03 | 13  DDIVaktuell  33 > Gibt es Bauschäden, Schimmel oder feuchte Stellen? > Stimmen die Abgaswerte der Heizung noch oder ist mit baldiger Mangelanzei- ge des Kaminkehrers zu rechnen? > Wie ist der Zustand der Leitungen und der Elektrik? > Aber auch: wie soll das Gebäude in Zu- kunft genutzt werden, bestehen Möglich- keiten zu Anbau, Aufstockung, Ausbau, ist eine Nachrüstung erforderlich? Nur erfahrene Fachleute kennen sich mit Gebäudehülle und Anlagentechnik von Gebäuden im Bestand aus und können deren Zustand richtig analysieren und ein- ordnen. Hier helfen auch thermografische Aufnahmen und gegebenenfalls ein Blo- wer-Door-Test, um die Luftdichtheit der Gebäudehülle zu untersuchen. Schritt 2 – Maßnahmen-Plan Wenn alle Gebäudeteile und die Anlagen- technik vor Ort gründlich untersucht wur- den, kann aus den gewonnenen Daten ein „Fahrplan“ und eine Energie-Bilanz für die erforderlichen Maßnahmen in den nächs- ten Jahren erstellt werden. Baumängel, wie Schimmel, Feuchte im Keller oder schlecht beheizte Räume, müssen natürlich zuerst be- handelt werden. Gibt es aber solche Notwen- digkeiten (noch) nicht, sollte im Allgemeinen zunächst die Verbesserung der Gebäudehülle in Angriff genommen werden. Durch eine „ warme“ Hülle wird Schimmel und Zugerscheinungen vorgebeugt. Das Raumklima ist spürbar behaglicher, weil die kalte Abstrahlung der Wand durch eine Dämmung der Außenwand deutlich zurückgeht. Gleichzeitig mit der konse- quenten Verbesserung der Gebäudehülle sinkt der Energiebedarf des Hauses be- trächtlich. Da die Gebäudehülle große Flächen aufweist, kommen auch entspre- chend hohe Kosten auf den Hausbesitzer oder die WEG zu. Hier helfen nur das rechtzeitige Bilden von Rücklagen und der geschickte Einsatz von Fördermitteln. Die sanierte Gebäudehülle muss im Übrigen auch gewartet werden, wenn der Kapital- wert lange erhalten bleiben soll. Erneuerung der Heizung – auf die sanierte Gebäudehülle abgestimmt Die Sanierung der Gebäudehülle ist zwar kostenaufwendig, senkt aber den Energie- bedarf, der mit der Anlagentechnik teuer erzeugt werden muss. Das bedeutet, dass die Heizung bei einer bereits energetisch optimierten Fassade wesentlich kleiner ausgelegt werden kann und effizienter arbeitet. Aufgrund der gut gedämmten Gebäudehülle kann auch die Vorlauf- temperatur für die Heizkreise wesentlich niedriger gefahren werden, als dies im un- sanierten Bestand der Fall wäre. Vor der Erneuerung der Heizung sollten da- her im Gebäude nach Möglichkeit Flächen- heizungen eingebaut werden, wo möglich. Große Heizflächen ermöglichen niedrige Vorlauftemperaturen und damit auch die optimale Einbindung von regenerativen Energien. Regenerative Komponenten müs- sen nicht immer sofort eingebaut werden. Die Planung der neuen Heizungsanlage sollte aber diese Möglichkeiten bereits für die spätere Nachrüstung mit vorsehen. Das gesamte hydraulische System muss bei einer Erneuerung der Heizung einreguliert werden – dies ist der Hydraulische Abgleich. Mit ihm können die erforderlichen Volu- menströme genau auf die Architektur des Leitungsnetzes einerseits, aber auch auf die Wärmeanforderungen der einzelnen Räu- me, bedingt durch die Qualität der Gebäu- dehülle andererseits, abgestimmt werden. Generell gilt: Soviel Anlagentechnik wie nötig, und so wenig wie möglich. Je mehr Komponenten in die Anlage mit eingreifen, desto höher der Aufwand an Regelung und Steuerung, was erhebli- che Kosten (Investition und Folgekosten) verursachen kann. Die beste Steuerung ist nur so gut, wie der Bediener. Einfache Wartung, geringe Betriebskosten und eine gute Einweisung der Beteiligten sollten von Anfang an mit geplant werden. Gesamtkonzept wichtig – mehrere Bauabschnitte möglich Nur in der planenden Vorausschau kann ein wirklich gut abgestimmtes Gesamtsystem „Niedrig-Energie-Haus“ ermöglicht werden. Und nur dann ist das Geld dafür gut und nachhaltig eingesetzt. Da die hierfür anfal- lenden Kosten meist erheblich sind, werden Maßnahmen zur Energieoptimierung oft in mehreren Jahren und getrennten Bauab- schnitten durchgeführt, um qualitätvolle Ergebnisse zu erzielen. So bewahrheitet sich ein alter Spruch vom Bau: „Kein Geld“ ist nicht gut für einen Bauherren, aber noch viel schlechter ist „keine Zeit“. Schritt 3 – Kostenschätzung, Bauab- schnitte und Finanzierungsplan Wenn die Maßnahmen geklärt sind, kann auf der Basis einer Kostenschätzung ein Finanzierungsplan erstellt werden. Kann die Gesamtmaßnahme nicht sofort umge- setzt werden, sind einzelne Bauabschnitte sinnvoll. Schließlich müssen auch die Be- wohner des Hauses die Maßnahmen mit möglichst geringer Beeinträchtigung hin- ter sich bringen können. Vorsicht beim Ansatz von Fördergeldern Wenn sich die Maßnahmen über längere Zeiträume hinziehen, sind Förderprogramme möglicherweise bereits wieder weggefallen. Fördergelder sind daher nur als „Sahnehäub- chen“ zu sehen. Die Finanzierung muss auch ohne diese Möglichkeiten funktionieren. Schritt 4 – die Bauphase Gute Planung und Vorarbeit macht sich nun bezahlt: Je besser die Information aller Beteiligten, desto reibungsloser die Baustelle und desto größer die Kostensi- cherheit für die Auftraggeber. Fazit Energiesparen ist eine Frage des Gesamtkonzepts Rechtzeitige Vorarbeit und Fach- planung sind die Grundvoraus- setzungen für eine erfolgreiche Sanierung. Die Mitwirkung aller Bewohner ist dabei nötig und sinnvoll. So kann Kapital optimal eingesetzt und der Wert der Im- mobilie gesteigert werden.

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