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DDIV 03_2013

GEBÄUDE & TECHNIK 30  DDIVaktuell 03 | 13 Der Autor DIPL. ING. FRIEDEMANN KUPPLER Dipl. Ing. Friedemann Kuppler ist Leiter Verbände und Fachpresse bei Kalorimeta. Der Hamburger Dienst- leister für die Wohnungswirtschaft bietet mit seinen 305 zertifizierten Probenehmern und 17 zertifizierten Experten für die Gefährdungsana- lyse bundesweit alle Arbeiten zur Trinkwasserverordnung vom Einbau der Ventile, der Probenahme, Labo- runtersuchung bis zur Gefährdungs- analyse und der Korrespondenz mit dem Gesundheitsamt an. Die gute Nachricht vorweg: Die mancherorts gemeldeten Horrorzahlen, nach denen 40 Prozent der Wohnanla- gen mit Legionellen kontaminiert sind, bestätigen sich in der Masse nicht. Aus unserem Auftragsvolumen von mehr als 100 000 Proben kommen wir gerade ein- mal auf 9,5 Prozent über dem sogenann- Praktische Tipps zur Legionellenprüfung Die Trinkwasserverordnung birgt viele Risiken für Verwalter. Dieser Artikel gibt praktische Hinweise zum Umgang mit den Anforderungen und zeigt, was im Fall der Fälle zu tun ist und wie Kontaminationen vermieden werden können. ten technischen Maßnahmenwert, der Eigentümer und Verwalter zum Handeln zwingt. Drei Viertel der kontaminierten Proben liegen im unteren Bereich zwi- schen 101 und 1000 Kolonie bildenden Einheiten (KBE/100 ml) pro 100 Milli- liter. Kontaminationen dieser Größen- ordnungen können meist durch richtige Temperatureinstellungen am Warmwas- serspeicher, einen Hydraulischen Ab- gleich der einzelnen Verteilleitungen und ausgiebiges Spülen der Stränge beseitigt werden. Wenn allerdings eine Wohnanlage stark kontaminiert ist, kann es schnell unan- genehm werden, wenn der Verwalter nicht sofort richtig reagiert. Das zeigt ein Beispiel, über das in letzter Zeit die Medien ausführlich berichteten. Das Neu-Ulmer Donaucenter („das größte Haus der Stadt“) ist eine Wohnanlage mit 300 Wohnungen auf 17 Stockwer- ken. Inzwischen haben TV-Sender, regi- onale und überregionale Tageszeitungen ausführlich darüber berichtet, dass die 500 Bewohner des Gebäudes nicht mehr duschen dürfen – und das seit Ende No- vember 2012. Das Gesundheitsamt hatte ein entsprechendes Verbot ausgespro- chen, weil sich bei der Untersuchung he- rausgestellt hat, dass das Trinkwasser mit 15 500 KBE/100 ml extrem belastet und damit stark gesundheitsgefährdend ist. Der Imageschaden für das Objekt und die Verwaltung ist enorm. Durch schnel- les und richtiges Handeln hätte das ver- mutlich vermieden werden können. Inzwischen hat ein Bewohner Hausver- waltung, Eigentümergemeinschaft und Die Maßnahmen Wird der technische Maßnah- menwert überschritten, müssen unverzüglich folgende Maßnah- men eingeleitet werden: > Ortsbegehung, prüfen, ob die allgemein anerkannten Regeln der Technik einge- halten wurden > Gefährdungsanalyse erstellen > Abgeleitete Maßnahmen unverzüglich dem Gesund- heitsamt mitteilen > Befunde und Maßnahmen zehn Jahre archivieren > Maßnahmen durchführen, Trinkwasseranlage auf den Stand der allgemein aner- kannten Regeln der Technik bringen > Wasserqualität erneut überprüfen und Ergebnisse unverzüglich dem Gesund- heitsamt mitteilen > Wohnungsnutzer unver- züglich über die Ergebnisse aus der Gefährdungsanalyse und der abschließenden Untersuchung informieren

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