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DDIV 03_2013

03 | 13  DDIVaktuell  29 Warmmietenneutraler Luxus Alles neu macht der Mai? Beim Contracting gibt es neue Produkte und neue Marktentwicklungen. Nachhaltigkeit und Ökologie spielen eine wachsende Rolle – und die Mietrechtsnovelle. Von Oliver Mertens Die Contracting-Branche setzt auf Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), bei der Strom und Wärme produziert werden. Damit, so der Verband für Wärmelieferung (VFW), lässt sich die Effizienz deutlich stei- gern und gleichzeitig die CO2-Bilanz er- heblich verbessern. Die Palette der KWK reicht von Fern- über Nahwärme bis hin zum Blockheizkraftwerk (BHKW) im Haus. Rückenwind bekommen die Anbieter auch durch die Verankerung des Contractings im gerade in Kraft getretenen Mietrecht. Da- mit wird die Umlage der Contracting-Kos- ten auf den Mieter anstelle der Heizkosten erstmals gesetzlich geregelt. Nach der bisherigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) konnten die vom Contractor in Rechnung gestellten Kosten nur dann auf die Mieter umgelegt werden, wenn die Mieter dem zugestimmt hatten oder der Mietvertrag eine entspre- chende Klausel enthielt. Das hat sich mit Inkrafttreten des Mietrechtsänderungs- gesetzes geändert. Der neu eingeführte § 556 c BGB ermöglicht es dem Vermieter, die Kosten der Wärmelieferung auf den Mieter umzulegen, allerdings nur dann, wenn sie die bisherigen Betriebskosten für die Versorgung mit Wärme beziehungs- weise Warmwasser nicht übersteigen. Für den Mieter muss das Contracting also warmmietenneutral bleiben. Damit wird das Contracting zunehmend auch für Ver- walter interessant. Eigentümer und Gemeinschaft bleiben liquide Beim Energieliefer- oder Anlagen-Con- tracting plant, finanziert, errichtet und betreibt der Contractor in der Regel die Energieerzeugungsanlage, je nach Ver- trag für fünf bis 20 Jahre. Im Gegenzug verpflichtet sich der Contracting-Neh- mer, die Energie vom Contractor zu ei- nem bestimmten Preis abzunehmen. Das Energieliefer-Contracting ist das klassische Contracting-Modell für die Wohnungs- wirtschaft. So können Verwalter in heterogenen oder wenig finanzstarken WEGs die Heizung erneuern, ohne die Rücklagen anzugrei- fen oder Sonderumlagen beschließen zu müssen. Damit bleiben Eigentümer und Gemeinschaft liquide. Weil der Betreiber sich um den gesamten Betrieb der Anlage kümmert, fallen auch in diesem Bereich keine weiteren Kosten an und durch die in der Regel installierte Fernüberwachung sinkt das Ausfallrisiko. Durch das Out- sourcen der Energieversorgung sinkt der Aufwand für Verwalter und Hausmeister spürbar. Bezahlt wird dieser Luxus über einen höheren Wärmepreis während der Ver- tragslaufzeit, der jedoch nicht über den bisherigen Wärmekosten liegt. Der Preis für die gelieferte Energie setzt sich meist aus einer festen und einer variablen Grö- ße zusammen. Im Grundpreis sind die kapital- und die betriebsgebundenen Kosten kalkuliert. Dazu zählen Anschaf- fung, Finanzierung, Installation, Wartung, Instandsetzung und Betriebsführung. Der Arbeitspreis ist variabel und richtet sich nach dem Verbrauch. Die Contractoren arbeiten mit Preisgleitformeln oder Wert- sicherungsklauseln, die zu festgelegten Zeitpunkten Preisanpassungen ermögli- chen, wenn sich die Preise für Primärener- gie, Material- oder Lohnkosten ändern. Als Ausgangspunkt für den Arbeitspreis werden häufig die Indexzahlen des Statis- tischen Bundesamts vereinbart. Contractingist200Jahrealt Der Erfinder des Contractings ist der Erfinder der Dampfma- schine. James Watt sagte Ende des 18. Jahrhunderts: „Wir werden Ihnen kostenlos eine Dampfmaschine überlassen. Wir werden diese installie- ren und für fünf Jahre den Kundendienst übernehmen. Wir garantieren Ihnen, dass die Kohle für die Maschine weniger kostet, als Sie gegen- wärtig an Futter für die Pferde aufwenden müssen, die die gleiche Arbeit tun. Und alles, was wir von Ihnen verlangen, ist, dass Sie uns ein Drittel des Geldes geben, das Sie sparen.“ Contractoren setzen heute meist wie hier auf die besonders effizienten Blockheizkraftwerke. Foto:RWE

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