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DDIV 03_2013

IM BLICKPUNKT 24  DDIVaktuell 03 | 13 Die Autorin NATHALIE FRANK Nathalie Frank ist Leiterin Vertrieb Immobilienwirtschaft und öffentliche Auftraggeber bei der MVV Energie. E-Mail: n.frank@mvv.de Wie funktioniert der Strom- und Gasmarkt? Während die Marktöffnung im Strommarkt relativ schnell umgesetzt wurde, zog die Öffnung des Gasmarkts erst  Ende 2007 nach – zu kompliziert waren die historisch gewachsenen ­Strukturen aus langfristigen Lieferverträgen und definierten Marktgebieten. Mit der Liberalisierung der Energie­ märkte steht der freien Wahl eines Energieversorgers nichts mehr im Wege. Das bietet den ­Kunden erhebliche Optimierungspotenziale zur Beschaffung ihres Strom- und Gasbedarfs. Der Auftakt zur Liberalisierung der Energiemärkte war die Energierechts­ novelle von 1998. Seitdem haben sich der deutsche Strom- und Gasmarkt erheb­ lich verändert. Die Börse EEX (European Energy Exchange) mit Sitz in Leipzig hat sich als bedeutendste Handelsplattform für Gas und Strom in Europa etabliert. Gehandelt wird dort auf dem Spot- und Terminmarkt, wobei der Spotmarkt kurzfristige Geschäfte (maximal zwei Börsentage) abdeckt, während auf dem Terminmarkt längerfristige Zeiträume ge­ handelt werden. Die Lieferung der am Spotmarkt erwor­ benen Mengen findet entweder direkt am Kauftag oder am darauf folgenden Tag statt. Am Terminmarkt wird der Kauf und Verkauf von Energiemengen zu festgeleg­ ten Bedingungen (Menge, Preis, Fällig­ keit) abgeschlossen, die Lieferung erfolgt jedoch erst zu einem späteren, fixen Zeit­ punkt. Der Vorteil des Terminmarkts be­ steht in der Möglichkeit, die Energiepreise frühzeitig abzusichern. Viele Faktoren beeinflussen die Energiepreise Die Liberalisierung und die damit einher­ gehende Entwicklung der Energiemärkte bieten erhebliche Chancen wie auch Risi­ ken bei der Beschaffung von Strom und Gas. Die Entwicklung der Energiepreise ist durch eine hohe Schwankungsbreite der Preise gekennzeichnet. Vor diesem Hintergrund entscheidet der Kaufzeit­ punkt in erheblichem Maß über den Preis und kann Unternehmen, die zu ei­ nem falschen Zeitpunkt einkaufen, einen dauerhaften Nachteil im Wettbewerb bringen. Wird zum Beispiel die gesam­ te Bedarfsmenge für einen Zeitraum von zwei Jahren an einem fixen Stichtag beschafft, so ist der Preis für die nach­ folgenden zwei Jahre auf diesen Preis festgeschrieben, auch wenn der Energie­ preis an der Börse fallen sollte. Zahlreiche Faktoren beeinflussen die Energiepreise: Neben den Preisentwick­ lungen auf den internationalen Roh­ stoffmärkten für Brennstoffe wie Öl, Kohle und Gas sowie dem europaweiten Handel mit Emissionszertifikaten (CO2) müssen auch Zubau und Stilllegung be­ ziehungsweise ungeplante Ausfälle von Erzeugungskapazitäten oder das aktuelle Wetter berücksichtigt werden. Zusätzlich spielen auch politische Entscheidungen oder die europäische Finanzkrise und Bei der strukturierten Beschaffung ­erfolgt der Energieeinkauf zu mehreren ­Einkaufszeitpunkten, verteilt über ein oder mehrere Jahre Foto:MVVEnergieAG

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