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DDIV 03_2013

03 | 13  DDIVaktuell  13 Rechnet sich Sanierung oder nicht? Eine Studie der KfW sorgt zurzeit für mächtig Wirbel. Den Forschern zufolge übersteigen die Kosten für Wärmedämmung an Gebäuden die Einsparungen deutlich. Noch kurz vorher hatte die halbstaatliche Deutsche Energie-Agentur eine eigene Studie veröffentlicht, nach der sich die energetischen Maßnahmen rechnen. von Oliver Mertens Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Schweizer Prognos Instituts sorgte für Aufregung in den Medien. Die Studie hat- te im Auftrag der KfW die Kosten-Nutzen- Bilanz für die Sanierung von Gebäuden untersucht. Einige Medien setzten die er- rechneten Gesamtinvestitionen für Neu- und Bestandsbauten in Relation mit den eingesparten Energiekosten und kamen zu dem Ergebnis, dass sich die energetische Sanierung von Gebäuden nicht rechnet. Die KfW widersprach diesen Meldungen und verwies darauf, dass in den Medien nur die absoluten Zahlen inklusive Neu- bau- und Ohnehin-Sanierungskosten be- trachtet wurden. Bei der Betrachtung der Gesamtkosten für energetische Sanierung kommt die Studie zum Ergebnis: die Inves- tition in energetische Sanierungsmaßnah- men lohnt sich in den kommenden Jahren sehr wohl. Die Studie errechnete, dass bis 2050 insgesamt 838 Milliarden Euro in den Wohnungsbau investiert werden. Die- se Kosten enthalten sowohl Investitio- nen in den Neubau als auch sogenannte Ohnehin-Kosten (270 Milliarden), die für Instandhaltung und Instandsetzung von Bestandsbauten ohnehin anfallen würden. Die Mehrkosten für eine energetische Sanierung schätzen die Forscher auf 237 Milliarden Euro. Setzt man die energiebe- dingten Mehrkosten in Relation mit der errechneten Einsparung von 370 Milliar- den Euro, so wird deutlich, dass sich die Investitionen in energetische Sanierung durchaus auch finanziell rechnet. Die Zah- len sind Ergebnisse von Hochrechnungen und Schätzungen der kommenden Jahre. Dabei ist auch zu beachten, dass die Ent- wicklung der Energiepreise nur schwer kalkulierbar ist. Dena: Energetische Sanierungen rechnen sich Kurz zuvor hatte die halbstaatlichen Deut- sche Energie-Agentur (Dena) ihrerseits eine Studie veröffentlicht, nach der bei energetischen Sanierungen die Resultate in der Regel auch mit der Planung über- ein stimmen. Die Dena hat den Energie- verbrauch von 63 hocheffizient sanierten Wohngebäuden, bei denen eine Energie- einsparung von durchschnittlich 80 Pro- zent angestrebt worden war, untersucht. Die Studie beruht auf dem Dena-Mo- dellvorhaben Effizienzhäuser, in dem seit 2003 mehr als 350 Wohngebäude hochef- fizient saniert werden. Für die Auswertung wurden die Energieverbrauchsdaten der fertiggestellten und bereits über mehrere Heizperioden bewohnten Gebäude erho- ben und analysiert. Es wurde untersucht, ob der geplante energetische Standard in der Praxis erreicht wird und wie groß die tatsächliche Einsparung beim Energiever- brauch ist. Das Ergebnis: Im Mittel konnte der Energieverbrauch von 223 auf 54 Ki- lowattstunden pro Quadratmeter im Jahr reduziert werden. Diese Einsparung von 76 Prozent entspreche etwa den vorab be- rechneten 80 Prozent Energieeinsparung. Die Dena-Studie finden Sie unter www. zukunft-haus.info/sanierungsstudie, die Prognos-Studie unter www.kfw.de/­ evaluationen-eebs. Einer Studie der KfW zufolge rechnen sich Investitionen in die Wärmedämmung. Eine kurz zuvor erschienene Dena-Studie kommt zum selben Ergebnis. Foto:FachverbandWDVS

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