Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

DDIV 02_2015

VERWALTUNG & FINANZEN 52 DDIVaktuell 02|15 Viele Unternehmer sind sich sicher: „Wir kennen unsere Mitarbeiter schon viele Jahre – bei uns kann so etwas nicht passie- ren!“. Manchmal erweist sich dies als Trugschluss, der die gesamte Existenz des Unternehmens bedrohen kann. Gerade die hohen Geldsummen auf den WEG-Konten können dazu verleiten, „in die Kasse zu greifen“. Beispiele aus der Praxis machen dies deutlich: Verwalter S. stellte eine neue Auszubildende M. ein. Sie bestand ihre Prüfung mit he- rausragender Abschlussnote und erhielt vom Verwalter S. einen unbefristeten Anstellungsvertrag. Nicht nur das Fachwissen der Mitarbeiterin M., sondern auch das Vertrauen zwischen Chef und Angestellter wuchs über die Jahre hinweg stetig. Die Angestellte M. wurde Geschäftsführerin und erhielt umfangreiche Vollmachten. Im Rahmen der Auszahlung eines Guthabens aus einer Abrechnung fiel Verwalter S. auf, dass das für die Wohnungseigentümerge- meinschaft geführte Konto nicht mehr gedeckt war. Dies nahm er zum Anlass, die Abrechnungen der vergangenen Jahre genauer zu überprüfen, und stell- te dabei fest, dass di- verse Überweisungen auf das Firmenkonto eines ortsansässigen Handwerkers getätigt wurden. Dies geschah ohne erkennbaren Grund, denn dazuge- hörige Rechnungen konnte der Verwal- ter nicht finden. Die Überprüfung wei- terer WEG-Konten führte zu dem Ergeb- nis, dass insgesamt mehr als 200.000 Euro unrechtmäßig an die Handwerksfir- ma überwiesen wur- Die Autorin KRISTINA KRÖNCKE ist bei PANTAENIUS zuständig für Angebote und Ausschreibungen und betreut bei dem spezialisierten Versicherungsmakler bundesweit die Rahmenverträge für Immobilienverbände. www.pantaenius.eu/immo Nicht nur der „klassische Vertrauensschaden“ kann die Unternehmens-Existenz bedrohen. Schutz vor Veruntreuung – Haben Sie schon mal dem Falschen vertraut? Immer öfter wird über teils spektakuläre Fälle von Betrug, Untreue und Unterschlagung berichtet. Jährliche Schäden in Milliardenhöhe sind keine Seltenheit – oft verursacht durch Mitarbeiter aus den eigenen Reihen oder beauftragter Unternehmen. den. Im Nachgang gab Frau M. zu, dass sie die Gelder gemeinsam vorsätzlich veruntreut hätten. Nicht nur der „klassische Vertrauensschaden“ kann die Existenz von Unternehmen gefährden. Es lauern weitere Gefahren, mit de- nen man als Unternehmer nicht unbedingt rechnet, bzw. die nach dem „Prinzip Hoffnung“ ausgeblendet werden: „Mir wird schon nichts passieren, auch wenn die Nachrichten sich häufen“. Getäuscht und betrogen – das Geld ist weg. Manchmal sind es auch Dritte, die den Schaden anrichten, wie dieses Beispiel aus der Praxis zeigt: Hausverwaltung E. arbeitet seit vielen Jahren mit der Malerei M. zusammen. Im Juni wird die Ma- lerfirma per E-Mail beauftragt, die Fassade eines Verwaltungsobjek- tes zu streichen. Die Korrespondenz zwischen den beiden Firmen läuft weiterhin unkompliziert per E-Mail. Nachdem die Arbeit ab- genommen wurde, erhält Hausverwalter E. als E-Mail-Anhang die Rechnung über die zuvor vereinbarten 6.000 EUR. In der Nachricht wird auf eine neue Bankverbindung hingewiesen, die Änderung mit zu hohen Überweisungskosten der alten Bank begründet. Hausver- walter E. hinterfragt diese Mitteilung nicht – warum auch? Er kennt den Malerbetrieb ja seit vielen Jahren. Deshalb überweist E. den fälligen Gesamtbetrag noch am selben Tag. Zwei Wochen später erhält er eine Zahlungserinnerung für genau diese Rechnung. Haus- verwalter E. leitet die seinerzeit per E-Mail erhaltene Rechnung an Maler M. weiter und stellt fest, dass die E-Mail Adresse nicht wie gewohnt maler@maler.de sondern maler@malerr.de lautete. Schnell wird klar: Hier waren Betrüger am Werk – und gelangten mit ge- schickter Täuschung in den Besitz des Geldes! Keine Seltenheit mehr: der Hackerangriff! Auch hierzu ein Beispiel aus der Praxis: Immobilienverwalter Z. erhält nach dem Wochenende einen Anruf seines Telefonan-

Seitenübersicht