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DDIV 02_2014

VERWALTUNG & FINANZEN 48 DDIVaktuell 02|14 Der Autor DR. BERNHARD GAUSE Mitglied der Haupt- geschäftsführung beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungs- wirtschaft (GDV) in Berlin. www.gdv.de Naturereignisse wie Über- schwemmungen nach Starkregen, Hagel- stürme und Orkane haben in den letzten Jahren spürbar zugenommen. 2013 zahlten die Versicherer ihren Kunden knapp sieben Milliarden Euro für die Folgen von Naturge- walten. Besonders Hochwasser trifft immer häufiger auch Regionen, die bislang ver- schont geblieben sind. Jüngstes Beispiel für diese Entwicklung ist das Juni-Hochwasser 2013. Viele Orte abseits der historischen Überflutungsgebiete wurden dabei schwer beschädigt. Die Versicherungswirtschaft bilanzierte Schäden in Höhe von 1,8 Milli- arden Euro. Kurz darauf zogen die Hagel- stürme übers Land und zerstörten Werte von 3,1 Milliarden Euro. Die Orkane Chris- tian und Xaver wüteten im Oktober und Dezember mit einem Gesamtschaden von rund 600 Millionen Euro. GDV-Klimastudie prognostiziert häufigere Überschwemmungen und heftigere Stürme Eine der umfassendsten Klimastudien zum Hochwasser-Risiko in Deutschland hat der GDV in Zusammenarbeit mit dem Pots- dam-Institut für Klimafolgenforschung, der Freien Universität Berlin und der Uni- versität Köln durchgeführt. Dafür wurden die wetterbedingten Schäden der letzten Jahrzehnte mit unterschiedlichen Klima- modellen verknüpft und erstmals kon- krete Schadenszenarien für die Zukunft ermittelt. Die Ergebnisse wurden 2011 veröffentlicht. Eine zentrale Erkenntnis: In den kommenden Jahrzehnten muss damit gerechnet werden, dass Wetterextreme immer häufiger und heftiger auftreten. Überschwemmungsschäden können sich bis zum Ende dieses Jahrhunderts verdop- peln – je nach Szenario auch verdreifa- chen. Sturmschäden könnten bis zum Jahr 2100 um mehr als 50 Prozent und Hagel- schäden schon bis 2050 um 60 Prozent zunehmen. Information und Prävention wichtiger denn je Die Ereignisse 2013 haben auch verdeut- licht, dass zu guter Vorsorge Präventions- maßnahmen und Versicherungsschutz gehören. Die unmittelbare mediale Auf- merksamkeit für Hochwasser- und Über- schwemmungskatastrophen ist in der Regel groß, dennoch wird das Risiko von Naturgefahren noch immer unterschätzt. Nur 33 Prozent aller Gebäude in Deutsch- land sind gegen Elementarschäden wie Hochwasser und Überschwemmung fi- nanziell abgesichert. Die Versicherungs- wirtschaft kann 99 Prozent der Gebäude unproblematisch versichern. Auch für das verbleibende Prozent lassen sich über Selbstbehalte oder Schutzmaßnahmen überwiegend bezahlbare Lösungen finden. ZÜRS Geo – Versicherungsschutz dank gesicherter Daten Großflächig Versicherungsschutz anbieten zu können, ist allerdings keine Selbstver- ständlichkeit. Versicherer müssen ermit- teln, welche Risiken vor Ort bestehen und wie sie sich im Schadenfall auswirken können. Den Versicherern steht hier seit 2001 das geografische Informationssystem ZÜRS Geo zur Verfügung. Mit dem „Zonierungssystem für Über- schwemmung Rückstau und Starkregen“ – kurz ZÜRS – verfügt die deutsche Ver- sicherungswirtschaft über ein zuverlässiges geografisches Informationssystem, das auf Basis der öffentlich-rechtlichen Gefahren- karten einheitliche Überschwemmungs- gebiete für das gesamte Bundesgebiet ausweist. In ZÜRS Geo wurden bis heute mehr als 20 Millionen Adresskoordina- ten abgebildet, fast 200 000 Kilometer Fließgewässer integriert und Über- schwemmungsdaten bei mehr als 200 Was- serwirtschaftsämtern gesammelt. ZÜRS Geo unterscheidet die Hochwasser- gefahr dabei nach Jährlichkeit. In der nied- rigsten Klasse 1 gibt es, statistisch gesehen, seltener als alle 200 Jahre Hochwasser und in der höchsten Klasse 4 häufiger als alle zehn Jahre. Selbst in diesen stark gefähr- deten Regionen sind Hochwasserschäden versicherbar. Schon heute ist jedes vierte Wohngebäude in Deutschland in der höchs- ten Risikozone gegen Elementarschäden versichert. In Sachsen sind bereits 60 Prozent der Häuser in der Hochrisikozone versichert. Wie der Markt der Wohngebäudeversicherer auf Unwetterschäden reagiert zuschlägt Wenn die Natur

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