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DDIV 02_2014

02|14 DDIVaktuell 27 Die Autorin ANDREA HUSS Die Architektin ist Sachverständige für die Energie- einsparverordnung. Ihr Ingenieur-Büro Archi.Net Ingenieur Service hat sich auf die energetische Sanie- rung von Gebäudehülle und Haustechnik für Wohnen, Gewerbe und öffentliche Bauten in Bayern spezialisiert. www.archi-net.info Bis Ende letzten Jahres mussten Bestandsgebäude mit mehr als zwei Wohnungen und zentraler Warmwasserbereitung nach den Vorgaben der Trinkwasserbeprobung auf Legionellen untersucht werden. Viele Trinkwasseranlagen erwiesen sich als kontaminiert: Der vorgegebene Grenzwert von max.100 Kolonie bildenden Einheiten (KBE)/100ml wurde überschritten. Für WEGs tun sich hier gleich zwei Problemfelder auf, weil die technischen Vorschriften wie auch die Vorgaben des WEG-Ge- setzes gleichermaßen zu berücksichtigen sind. Verwalter stehen damit vor einer schwierigen Aufgabe: Schnellstmöglich sollen Maßnahmen zur Abhilfe eingeleitet werden und trotzdem müs- sen im Rahmen der ordnungsgemäßen Verwaltung Beschlüsse zu Kosten und Maßnahmen gefasst und Einspruchsfristen gewahrt werden. Die Komplexität der Zuständigkeiten macht Betrieb, War- tung, Instandhaltung und Sanierung nicht eben leichter. Im Mehrfamilienhaus reicht die Trinkwasseranlage vom Gemein- schaftseigentum bis in das Sondereigentum. Hauseinführung und Warmwasserbereitung, Zirkulation, Verteil-Leitungen und Strangleitungen liegen im Bereich der Hausgemeinschaft. Anbin- deleitungen, Absperr-Einrichtungen, Entlüftungen und Entnahme- stellen sind im Sondereigentum. Die WEG ist Betreiber der Trinkwasseranlage ihres Hauses und in- sofern verpflichtet, sie nach den anerkannten Regeln der Technik zu planen, zu bauen, in Betrieb zu nehmen, instandzuhalten und zu betreiben. Zumindest Instandhaltung und Betrieb betreffen den Hausverwalter, der „bestimmungsgemäß“ Folgendes wissen muss:  Temperatur Kaltwasser in allen Teilen der Anlage <25 Grad  Temperatur Warmwasser in allen Teilen der Anlage >55 Grad  Keine Stagnation  Regelmäßige Wartung  Regelmäßige Instand- haltung  Nachträgliche Ände- rungen der Anlage nur mit planerischer Begleitung  Gesamter Wasserin- halt der Anlage muss innerhalb von 7 Tagen einmal ausge- tauscht sein (auch im Sondereigentum!) Teile der Trinkwasseranlage befinden sich üblicherweise im Sonderei- gentum: Endständige Armaturen und Anbindeleitungen zu Bädern und Küchen sind in den Wohnungen und unterliegen daher unmit- telbar dem Nutzerverhalten des Eigentümers oder Mieters. Eine Haftungs-Abgrenzung dürfte im Streitfall äußerst schwierig sein. Die Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung deckt zwar Sach- und Personenschäden ab, die durch die Trinkwasseranlage entstehen. Wird jedoch einem bekannten Befund nicht zeitnah Was bedeuten die Befunde? Legionellen im Trinkwassersystem Foto:©AlexanderMaushin/Shutterstock.com

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