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DDIV_02_2013

GEBÄUDE & TECHNIK 34 DDIVaktuell 02|13 In wärmegedämmten Gebäuden wird mehr Energie verschwendet als in ungedämmten. Der absolute Energieverbrauch wird mit zunehmender energetischer Gebäudequalität immer kleiner, aber der Einfluss der Nutzer und ihre Neigung zum verschwenderischen Umgang nehmen zu. Zu diesem Ergebnis kommt die bundesweit größte Studie zur Energieeffizienz in Gebäuden des renommierten Prof. Dr. Clemens Felsmann. Im Winter leicht bekleidet im Wohnzimmer? In gedämmten Häusern neigen die Nutzer zum Verschwenden der Energie. Foto:©MonkeyBusinessImages/Shutterstock.com Felsmann hat die bislang größte deutsche Studie zu den „Auswir- kungen der verbrauchsabhängigen Abrechnung in Abhängigkeit von der energetischen Gebäudequalität“ vorgestellt. Sein Fazit: Je besser der energetische Zustand der Gebäudehülle ist, desto weni- ger kümmert die Bewohner ihr Umgang mit der Wärme. Deshalb plädiert der Wissenschaftler für verursachergerechtes Abrechnen der Heizkosten auch in sehr gut wärmegedämmten Gebäuden. Der Professor für Gebäudeenergietechnik und Wärmeversorgung lehrt am Institut für Energietechnik der Technischen Universität Dres- den. Das Institut genießt hohes Ansehen und ist häufig für die Bun- desregierung tätig. Die Arbeitsgemeinschaft Heiz- und Wasserkosten- verteilung (Arge Heiwako) hat Felsmann anonymisierte Messdaten von 3,3 Millionen Wohnungen zur Verfügung gestellt. Insgesamt gibt es in Deutschland 18 Millionen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Nutzer in Altbauten deutlich energiebewusster Die Analyse belegt, dass in Mehrfamilienhäusern die gemessenen Raumtemperaturen in zwei Dritteln aller untersuchten Wohnräume deutlich unter dem theoretischen Sollwert von 20°C liegen. Die Hälf- te aller erfassten Werte lag sogar unter 19°C. Demnach verhalten sich Nutzer in Altbauten deutlich energiebewusster als bisher angenom- men, und ihr Verhalten hat einen größeren Einfluss auf den Gesamt- verbrauch als vermutet. Der gemessene Energieverbrauch von Alt- bauten fällt im Durchschnitt deutlich niedriger aus als der berechnete Bedarf nach EnEV. Einsparpotenziale von energetischen Maßnahmen an Gebäudehülle und Anlagentechnik werden deshalb überschätzt. Die Felsmann-Studie weist nach, dass die durchschnittlichen Raumtemperaturen mit der energetischen Qualität der Gebäude deutlich steigen. Wohnungen, die zwischen 1958 und 1967 erbaut wurden, sind durchschnittlich 18,1°C warm. Solche aus den Jah- ren 1978 bis 1995 sind nur unwesentlich höher temperiert. Doch bereits die Baujahre von 1996 bis 2001 sind mit 19,4°C deutlich wärmer. Wohnungen nach dem EnEV-2002-Standard legen wei- ter zu auf rund 20°C. In Gebäuden nach aktueller EnEV sind die Raumtemperaturen im Mittel noch höher. Energieverbrauch für Warmwasser wird unterschätzt Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass der Gebäudezustand keinen Einfluss auf den Energiebedarf für die Trinkwassererwärmung hat. Allerdings steigt der relative Anteil am Gesamtwärmeverbrauch mit zunehmender energetischer Gebäudequalität. Für Neubauten beträgt der Anteil hierfür über 30 Prozent. Aus dem umfangreichen Daten- material ermittelte Felsmann einen durchschnittlichen Energiever- brauch von 26 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/ (m2 a)) für die Wassererwärmung. Dieser Verbrauchswert liegt mehr Energiewende entscheidet sich im Wohnzimmer

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