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DDIV_02_2013

1 | 13 DDIVaktuell 33 Lifestyle und Lebensqualität Im Jahr 2030 ist hierzulande jeder Zweite im Rentenalter. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Single-Haushalte zu. Deshalb müssen sich früher oder später auch Verwalter mit dem demografischen Wandel und seinen Auswirkungen beschäftigen. von Oliver Mertens Die entscheidende Frage lautet in Zukunft: Wie können ältere Menschen möglichst lange in ihren vier Wänden ein selbstbestimmtes Leben führen? Antwor- ten darauf hat das Forschungsprojekt „zur Förderung von altersgerechten Assistenz- systemen für ein gesundes und unabhän- giges Leben“ gegeben. Eine Lösung heißt Ambient Assistant Living (AAL). Darunter versteht man Konzepte, die mit elektroni- schen Systemen, Produkten und Dienst- leistungen das alltägliche Leben älterer Menschen je nach Bedarf individuell in ihrem Wohnumfeld unterstützen Die Nachfrage nach AAL steigt. Die Grup- pe der Nutzer ist sehr heterogen. Sie um- fasst sowohl gesunde und aktive Ältere, die hauptsächlich Lifestyle-Funktionen zur Steigerung der Lebensqualität verwenden, als auch Pflegebedürftige. Das Spektrum reicht bis hin zu multimorbiden Men- schen, die so lange wie möglich selbststän- dig im häuslichen Umfeld leben wollen. Um dies zu ermöglichen, wird die Woh- nung mit Aktoren und Sensoren bestückt, die mit Hilfe von Bluetooth oder einer anderen drahtlosen Technik verbunden werden. Auf diese Weise wird für die Se- nioren ein engmaschiges Versorgungsnetz aufgebaut, in das Angehörige, Dienst- leister, Pflegedienst, Hausarzt und Klinik eingebunden werden können. Der Leis- tungsumfang passt sich individuell an die Bedürfnisse des Nutzers an. Wächst im Laufe der Jahre der Bedarf an Unterstüt- zung, wächst die Zahl der Leistungen ent- sprechend mit. In der höchsten Stufe ha- ben alle Beteiligten ständig einen Einblick, wie es den alten Menschen geht und ob eventuell Hilfe erforderlich ist. Lückenlose Überwachung des Gesundheitszustands Möglich wird dies über hoch innovative UWB-Sensoren (UWB: Ultra-Wideband), die kontinuierlich den Gesundheitszustand der Senioren überprüfen können. Neben den Vitaldaten wie Atem- oder Herzfre- quenz kann auch die aktuelle Position der pflegebedürftigen Person in der Wohnung ermittelt werden. So kann festgestellt wer- den, ob der alte Mensch beispielsweise morgens wie gewohnt aufgestanden oder beispielsweise hingefallen ist. Die in den Wänden installierten Sensoren sind so empfindlich, dass sie Vitaldaten und Posi- tion der Bewohner aus einer Entfernung von bis zu 8 Metern erfassen können. Über ein Medizindatenkommunikations- system wird der aktuelle Lagebericht an ein Notruf- und Sicherheitssystem weiter- geleitet, das Angehörige, Pflegedienste, Hausärzte und Kliniken gleichermaßen einbezieht. Das Gelsenkirchener Institut für Arbeit und Technik sieht ein Potenzial von bis zu 1 Million Arbeitsplätzen, wenn die Bedürf- nisse und Kaufkraftpotenziale der Älteren verstärkt beachtet werden. Bei etwa ei- nem Drittel der Älteren besteht Interesse an wohnbegleitenden Dienstleistungen. Zurzeit bieten immer mehr Bauträger für eine betuchte Klientel Neubauwohnun- gen als Altersdomizil an. Zielgruppe sind Menschen, die vor dem Ruhestand stehen und ihr gewohntes Umfeld nicht verlas- sen möchten. In den Wohnungen ist die gesamte Haustechnik vernetzt. Damit ist zum einen ein hoher Wohnkomfort mög- lich und zum anderen können AAL-Dienst- leistungen je nach Bedarf hinzugebucht werden. Dieses Konzept wird bald auch in finanzkräftigen Wohnungseigentümerge- meinschaften zum Tragen kommen. Foto:Siemens Die Telemedizin ermöglicht den Arztbesuch via Bildschirm. Links zum Thema > www.alter-leben.vswg.de > aal.fraunhofer.de > www.aal-deutschland.de

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