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DDIV_02_2013

02|13 DDIVaktuell 27 Der Autor BERNHARD BOHNE Bernhard Bohne ist Geschäftsführer der BIG Hausverwaltung aus Herr- sching und Mitglied des Beirats des VDIV Bayern. Eigentümerversammlung gestern und heute Streit gibt es in Eigentümergemeinschaften immer weniger. Wenn Beschlüsse (ausnahmsweise) nicht einstimmig gefasst werden, beugen sich die Unterliegenden der Entscheidung der Mehrheit. Der WEG-Verwalter wird ob seiner Fachkenntnisse und seiner Persönlichkeit geschätzt. Kleinere Fehler verzeihen ihm die Eigentümer immer gerne. Wenn diese Beschreibung auf ihre tägliche Arbeit zutrifft: Glückwunsch! Sie müssen diesen Artikel nicht weiter lesen. In der Regel sieht die Praxis jedoch anders aus. Von WEG-Verwaltern wird selbstverständlich erwartet, dass sie in juristischen, technischen und kaufmänni- schen Fragen immer auf dem tagesaktuel- len Stand, kurz: allwissend sind, Meinungs- verschiedenheiten wie von Zauberhand aus der Welt schaffen und immer Lösun- gen finden, die alle Eigentümer zufrieden stellen. Eigentümerversammlung damals wie heute? Viele Verwalter hängen noch der Vorstel- lung nach, dass die Eigentümerversamm- lung wie ein Fels aus der Brandung der vie- len Veränderungen und Erschwernisse der Verwaltertätigkeit herausragt, mit denen die Immobilienverwalter seit einigen Jah- ren konfrontiert sind. Wie schön, dass man wenigstens die Eigentümerversammlung noch genauso organisieren und durchfüh- ren kann, wie vor 20 Jahren. Doch ist das wirklich so? Geänderte Gesetzeslage Bislang noch viel zu wenig beachtet wird der mit der WEG-Novelle 2007 neu ein- geführte §49 Absatz 2 WEG: „Dem Verwalter können Prozesskosten auf- erlegt werden, soweit die Tätigkeit des Ge- richts durch ihn veranlasst wurde und ihn ein grobes Verschulden trifft, auch wenn er nicht Partei des Rechtsstreits ist.“ Dies betrifft in erster Linie die immer be- liebter werdenden Beschlussanfechtungen. „Grobes Verschulden“ bedeutet die Nicht- beachtung der im Verkehr üblichen Sorg- faltspflichten. Es hat nach dem Inkrafttreten der WEG-Novelle einige Jahre gedauert, bis dieser neue Paragraf bei den Beteiligten – auch bei den Gerichten – angekommen ist. Inzwischen bekommen WEG-Verwal- ter Beschlussanfechtungsklagen von den Gerichten in der Regel bereits zweifach in getrennten Schreiben zugestellt: Einmal als Vertreter der „übrigen Eigentümer“ und einmal als Beteiligter am Verfahren – da der Verwalter damit rechnen muss, dass ihm am Ende des Verfahrens die Verfahrenskos- ten (Kosten für Gericht und beide Anwälte) auferlegt werden. Geänderte Erwartungshaltung der Eigentümer und Gerichte Die Beurteilung darüber, was „im Verkehr üblich“ ist oder vom Verwalter erwartet werden darf, hat sich in den letzten Jahren analog zur Entwicklung der Technik gewan- delt. Die Möglichkeiten moderner mobiler Hard- und Software, wie wir sie auf den Sei- ten 51 bis 55 vorstellen, werden sicherlich bald vorausgesetzt.

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