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DDIV_02_2013

02|13 DDIVaktuell 21 Die Autorin DR. ANGELA HARRE Dr. Angela Harre ist als Selbständige im Reputationsmanagement tätig. In den Jahren 2010 und 2011 arbeitete sie in der politischen Lobbyarbeit für eine große anglo-amerikanische PR-Agentur in Berlin. Zuvor war sie langjährige Universitätsdozentin und Pressesprecherin eines internationalen Forschungsprojekts. Während ihrer Promotion war sie als Journalistin für verschiedene deutsche Fachzeitschrif- ten tätig. www.cerialia.de ist das, worauf man erst vierundzwanzig Stunden später kommt. Woran liegt das? Drohungen, Killerphrasen, Nebenkriegsschauplätze In Streitgesprächen werden wir unmerk- lich manipuliert. Es gibt eine Fülle subtiler Techniken, die auf den ersten Blick nor- mal erscheinen: Dazu gehören die Mani- pulation von Gefühlen, die „Argumenta- tion“ mit falschen Fakten, Gerüchte über Dritte oder sanfte Dominanzgebärden. Sobald Emotionen hochschlagen, greifen manche Menschen ihre Glaubwürdigkeit an oder versuchen, ihre Kompetenz zu erschüttern. Permanentes Unterbrechen gehört genauso ins Waffenarsenal des Streitführers wie Drohungen, Killerphra- sen oder das Aufmachen von Neben- kriegsschauplätzen. Stellen sie sich vor, sie möchten einige Sanierungsarbeiten in einer Wohnung vornehmen lassen und der Mieter wirft ihnen folgenden Satz entgegen: „Totaler Blödsinn, ihr sogenanntes Sanierungskon- zept. Sie wollen doch nur die Miete erhö- hen!“ Sie selbst reagieren wahrscheinlich mit erstaunter Betroffenheit. Der Grund ist, dass in diesem Satz vieles enthalten ist, was nicht ausgesprochen wird. Im Grunde genommen werden sie als Mensch verur- teilt: Sie werden als unaufrichtig hingestellt und ihre Motive als boshaft gebrandmarkt. Der Angriff zielt auf sie als Person. Sachliche Schlagfertigkeit, die sie durch ihre Sachkompetenz sicher auf ihrer Seite wissen, hilft Ihnen jetzt nicht weiter. Hier müssen Sie sich als Mensch verteidigen. Erst dann können Sie den Blick des Mie- ters langsam wieder auf das eigentliche Thema lenken: Dringend notwendige Re- paraturen in seiner Wohnung. Die Energie des Angreifers für sich nutzen Diese Technik der rhetorischen Selbst- verteidigung nennt man emotionale Schlagfertigkeit. Die Kraft dieser Technik wird oft unterschätzt. Doch letztendlich ist sie es, die uns Ruhe und Gelassenheit auch in schwierigen Gesprächssituatio- nen ausstrahlen lässt. Wie bei asiatischen Kampfsportarten üben sie, die Energie des Angreifers für sich zu nutzen. Vor allem bei emotionalen Angriffen vermeiden sie, ihre Kräfte unmittelbar gegen die Kraft des anderen zu setzen. Stattdessen sprin- gen gedanklich zur Seite und lassen den Angriff ins Leere laufen. Sie kanalisieren verbale Gewalt. In der Praxis könnten sie den Mieter zum Beispiel folgendes fragen: „Das höre ich zum ersten Mal, Herr/Frau…. Wie genau kommen sie zu dieser Einschätzung?“ Sie könnten auch antworten: „Da muss ich Sie enttäuschen, Herr/Frau…. Es geht uns nicht um die Mieterhöhungen. Für eine Sanierung sprechen drei Gründe: …“ Ziel ist, den emotionalen Angriff abzuwehren und das Gespräch auf die Sachebene zu- rückzulenken, ohne den Konflikt weiter eskalieren zu lassen. Ganz bei sich selbst bleiben in Konfliktgesprächen Nicht immer ist das möglich. Auch wenn Sie ruhig und selbstbewusst bleiben, die Gefühle Ihres Gesprächspartners liegen nicht immer in ihren Händen. Wenn nichts mehr hilft, droht die Wucht seiner negati- ven Gefühle sie wie in einem Strudel mit- zureißen. Damit die Situation nicht über ihre Kräfte geht, müssen sie lernen, ihre eigene aufschäumende Empörung wieder zu besänftigen. In der Fachsprache nennt man diese Übungen „Emotionsregulation“. All diese Techniken sind erlernbar: die Emotionsregulation, schlagfertige und dennoch freundliche Antworten und der Bleiben sie ganz bei sich selbst und geben sie den Konfliktgesprächen eine sachlich bestimmte und selbstbewusste Note Umgang mit Killerphrasen, Drohungen und Dominanzgebärden. Dabei sollen sie sich nicht verbiegen oder zu Schauspie- lern werden. Sondern sie sollen ganz bei sich selbst bleiben und den Konfliktge- sprächen, die sie führen, eine sachlich be- stimmte und selbstbewusste Note geben. Der DDIV veranstaltet am 29. Oktober 2013 das Seminar „Wie führe ich Konflikt- gespräch“. Darin erlernen die Teilnehmer Fähigkeiten und Techniken, um in Streitge- sprächen mit den richtigen Argumenten schlagfertig und selbstbewusst auftreten zu können.

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