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DDIV 01_2015

01|15 DDIVaktuell 7 Es sei das umfangreichste Maßnah- menpaket, das je eine Bundesregierung zum Klimaschutz vorgelegt hat, so Bun- desumweltministerin Barbara Hendricks, soll sicherstellen, dass Deutschland seine Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 reduziert. Den größten Anteil macht die Energie- effizienz aus, für das Bundeswirtschafts- ministerium (BMWi) den Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) vor- gelegt hat. Für die Umsetzung des Akti- onsprogramms setzt die Bundesregierung sowohl auf ein regelmäßiges Monitoring mit einem jährlichen Klimaschutzbericht, als auch auf die Beteiligung aller Akteu- re – Länder, Kommunen, gesellschaftliche Gruppen und Verbände. Mehr Fördergelder für CO2-Sanie- rungsmaßnahmen Die Förderprogramme zur CO2-Ge- bäudesanierung werden kontinuierlich weiterentwickelt. So soll es durch einen neuen Online-Antrags- und Zusagepro- zess ab 2015 einfacher werden, einen KfW-Förderkredit zu beantragen. Bisher stellt der Bund für das CO2 -Gebäudesa- nierungsprogramm 1,8 Milliarden Euro bereit. Auch sollen in diesem Jahr wei- tere 200 Millionen Euro hinzukommen, womit dann jährlich zwei Milliarden Euro für energieeffizientes Bauen und Sanie- ren zur Verfügung stünden. Zudem sollen zumindest private Haus- und Wohnungs- eigentümer, die ihre Immobilie selbst nut- zen, energetische Sanierungsmaßnahmen steuerlich geltend machen. Ob es sich da- Neue Pläne zur Energieeffizienz Bundesregierung setzt auf Freiwilligkeit und Wirtschaftlichkeit, Information und Förderung stellen Eigentümer mehr in den Fokus. Foto:©FrankBoston/Shutterstock.com bei um Einzel- oder Gesamtmaßnahmen handelt, spielt keine Rolle. Ausschlagge- bend ist, dass die Maßnahmen entwe- der die Energieeffizienz steigern oder erneuerbare Energien als Wärmequel- len nutzen. Die steuerliche Förderung erfolgt unabhängig vom Jahreseinkom- men durch Abzug von der Einkommen- steuerschuld (progressionsunabhängig) über zehn Jahre. Die Voraussetzungen für den steuerlichen Abzug werden am CO2 -Gebäudesanierungsprogramm aus- gerichtet. Insgesamt stellt der Staat dafür ab 2015 jährlich eine Milliarde Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren bereit. Zur Umsetzung stehen noch Gespräche des Bundes mit den Ländern an, mit dem Ziel, spätestens Ende Februar 2015 eine finale Entscheidung zu treffen. Mehr Angebote zur Energieberatung vor Ort Bereits im Vorfeld, schon Ende Oktober, wurde der Ausbau der Beratungsange- bote angestoßen und nun im Zusam- menhang mit NAPE erneut thematisiert. Insbesondere privaten Haushalten und Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) soll ein Mix aus Beratung, Kom- munikation, Aufklärung, Fördermaßnah- men und Standards für Neuanlagen „Lust auf Energieeffizienz“ machen. Deshalb wird die sogenannte „Vor-Ort-Beratung“ zum 1. März 2015 gestärkt und verbes- sert und die Förderung erhöht – von bis- her 50 Prozent der Beratungskosten auf künftig 60 Prozent. Der Förderhöchst- betrag wird von 400 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser auf 800 Euro sowie für Gebäude ab drei Wohneinheiten auf 1.100 Euro angehoben. Bei WEG erhalten Energieberater ab März 2015 für ihren Mehraufwand zusätzlich bis zu 500 Euro. Die Immobilienwirtschaft begrüßt das Konzept, Freiwilligkeit und Wirtschaft- lichkeit der Maßnahmen, politisch und gesellschaftlich akzeptierte Anreizsyste- me sowie Informationen in den Mittel- punkt der Debatte zu stellen. Dies zeigt, dass die Bedeutung der WEG für wichtige Sanierungsprozesse erkannt wurde. Die Beauftragung des Bundesamtes für Wirt- schaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Aufstockung von Fördermitteln sind ein erster wichtiger Ansatz. Davon un- abhängig fordert der DDIV jedoch auch stärkere Anreize für Verwalter, energe- tische Sanierungsprozesse anzustoßen. Denn die Praxis zeigt, durch die Vor-Ort- Beratung werden diese nicht initiiert. Die Forderungen des DDIV Der DDIV begrüßt die Ankündigung des Bundes, den Blick für Wohnungseigentü- mergemeinschaften (WEG) zu schärfen, ebenso wie die Erhöhung des Förder- volumens und die Einführung der steu- erlichen Abschreibung. Angesichts der Einbeziehung von Nichtwohngebäuden in die Förderung scheint hier jedoch Nach- besserungsbedarf zu bestehen – auch und gerade was die speziellen Belange von WEG angeht. Es steht zu befürchten, dass sie aufgrund zeitaufwändiger Abstim- mungsprozesse bei der Beantragung von KfW-Mitteln leer ausgehen. Insbesondere muss in die Förderprogramme der Immo- bilienverwalter als „echter“ Treiber von Sanierungsprozessen mit aufgenommen werden. Ohne Sonderhonorare, ähnlich denen für Energieberater, wird die Sanie- rungsrate nicht signifikant steigen.

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