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DDIV 01_2015

POLITIK & AKTUELLES 6  DDIVaktuell 01 | 15 schaft für das klimafreundliche und ener- giesparende Bauen erhöhen. Der vorgestellte Aktionsplan sieht vor, im Rahmen energetischer Stadtsanierung künftig so genannte „Kümmerer“als Sanie- rungsmanager zu fördern. Was der „Küm- merer“ fürs Quartier, ist der Verwalter für eine WEG – er schlägt Sanierungsmaßnah- men vor, erstellt Umsetzungs- und Finanzie- rungspläne und begleitet die Prozesse von der Planung bis zur Übergabe – teilweise ohne Vergütung durch die WEG. Wie stehen Sie zu dem Vorschlag, einen Sanierungsbo- nus für Verwalter, ähnlich der Sonderver- gütung für Energieberater, auszureichen, wenn sie Prozesse energetischer oder alters- gerechter Modernisierungen begleiten? Das KfW-Programm „Energetische Stadt- sanierung“ wurde am 15. November 2011 aufgelegt. Der Auftrag des darin geförder- ten Sanierungsmanagers ist nicht mit dem eines Verwalters von WEG vergleichbar. Sanierungsmanager können befristet, das heißt bis zu drei Jahre zur Umsetzung der energetischen Maßnahmen im Quartier gefördert werden. Sie haben schon durch die Einbeziehung von Eigentümern, Mie- tern und weiteren Betroffenen im Quar- tier wesentlich umfassendere Aufgaben als WEG-Verwalter. Diese werden durch die WEG selbst mit einem entsprechenden Vertrag langfristig für die ordnungsgemä- ße Verwaltung der Immobilie eingesetzt und vergütet. Energetische und altersgerechte Moder- nisierung sind jedoch auch wichtige Auf- gaben für WEG. Es stehen für die WEG die Energieberatung der Verbraucherzen- tralen, die Vor-Ort-Beratung des Bundes- amtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sowie die KfW-geförderte Baubegleitung bei der Durchführung von energetischen Sanierungsmaßnahmen zur Verfügung. Für die altersgerechte Sanierung stehen die Wohnberatungsstellen der Länder, die Sachverständigen des Handwerks für Bar- rierefreiheit oder Barriereabbau sowie die Fachunternehmen des Handwerks bereit. Neu ist ab 1. März 2015 in der Vor-Ort- Beratung eine Zuwendung in Höhe von maximal 500 Euro pro Beratung bei WEG. Dieser Zuschuss wird gewährt, wenn die Berater den Energieberatungsbericht im Rahmen von Eigentümerversammlungen oder Sitzungen des Beirats zusätzlich er- läutern. Allerdings sollten grundsätzlich auch die Verwalter bestimmte Qualifi- zierungsanforderungen erfüllen können. Dies gilt auch im Hinblick auf energeti- sche Maßnahmen. Im Übrigen ist es dem Verwalter freigestellt, eine Sondervergü- tung zu vereinbaren; dies ist auch nicht ­unüblich. Zugangsvoraussetzungen für Haus- und Immobilienverwalter kommen, das kündig- te das BMUB beim immobilienwirtschaft- lichen Dialog Mitte Oktober an. Neben einem Fach- und Sachkundenachweis soll die Vermögensschadenhaftpflichtversi- cherung als Voraussetzung für die Verwal- tertätigkeit festgeschrieben werden. Im Koalitionsvertrag ist jedoch die Rede von Pflichtversicherungen, im Plural also. Ist die Einführung der Vertrauensschadenversiche- rung und der Berufshaftpflichtversicherung ebenfalls geplant? Wir sind selbstverständlich bestrebt, Ver- einbarungen aus dem Koalitionsvertrag umzusetzen. Gesetzliche Regelungen, die berufliche Mindestanforderungen für Wohnungseigentumsverwalter schaffen, müssen sich aber an den Grundrechten unserer Verfassung messen lassen und hier insbesondere am Grundrecht auf freie Berufsausübung. Berufszugangsre- gelungen müssen daher immer so aus- gestaltet werden, dass sie nicht über das zur Zielerreichung erforderliche Maß hi- nausgehen und unverhältnismäßig sind. Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Ein- führung einer Pflichtversicherung dient dem Zweck, die Wohnungseigentümer vor finanziellen Schäden zu schützen, die durch eine fehlerhafte Berufsausübung des Wohnungseigentumsverwalters ent- stehen können. Dieser Schutz wird durch eine Berufshaftpflichtversicherung ge- währleistet. Darüber hinaus gehende Versicherungen, wie eine Vertrauens- schadenversicherung oder eine Betriebs- haftpflichtversicherung, mögen im Einzelfall für den Verwalter sinnvoll sein, gleichwohl halten wir es nach sorgfältiger Prüfung nicht für erforderlich und ver- hältnismäßig, sie als Pflichtversicherung vorzuschreiben und als Erlaubnisvoraus- setzung auszugestalten. Denn hier gibt es einfachere und unbürokratischere Mög- lichkeiten, um einen noch weitergehen- den Schutz der Wohnungseigentümer zu erreichen. So bietet sich z. B. zur Absi- cherung einer Wohnungseigentümerge- meinschaft vor Unterschlagungen durch den Verwalter schon jetzt die Einrichtung eines offenen Fremdgeldkontos oder der Abschluss einer Vertrauensschadenver- sicherung durch die Wohnungseigentü- mergemeinschaft selbst an. Zudem gehe ich davon aus, dass Unterschlagungen durch Wohnungseigentumsverwalter die absolute Ausnahme sind, auch wenn es in der Vergangenheit den ein oder anderen spektakulären Fall gegeben hat. Foto:©UrbanRuths/BID

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